Deutschlandticket, Öffentlicher Nahverkehr

Deutschlandticket: NRW und Hamburg planen digitales Tarifmodell

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 10:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nordrhein-Westfalen und Hamburg wollen ein bundesweit nutzbares System nach dem Vorbild von eezy.nrw entwickeln. Die Abrechnung soll automatisch erfolgen und monatlich durch einen Preisdeckel begrenzt werden.

Tarifmodell für seltene Fahrten

  • Nordrhein-Westfalen und Hamburg bringen den Vorschlag in die Verkehrsministerkonferenz ein.
  • Die Konferenz beginnt am Mittwoch im bayerischen Hohenschwangau.
  • Eine Arbeitsgruppe soll ein bundesweites Konzept nach dem Vorbild eezy.nrw erarbeiten.
  • Das Deutschlandticket kostet derzeit 63 Euro monatlich und im kommenden Jahr 66,80 Euro.
Kommt bald die kleine Schwester des Deutschlandtickets? (lllustration) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Digitaler Fahrschein soll Gelegenheitsfahrer erreichen

Nordrhein-Westfalen und Hamburg wollen ein bundesweites digitales Fahrscheinangebot für Menschen auf den Weg bringen, die Busse und Bahnen nur gelegentlich nutzen. Das System soll Fahrten per Smartphone erfassen, automatisch den günstigsten Tarif berechnen und die monatliche Belastung auf den Preis eines Deutschlandtickets begrenzen.

Vorschlag für die Verkehrsministerkonferenz

Die beiden Länder haben ihren Antrag für die am Mittwoch beginnende Herbstkonferenz der Verkehrsminister eingebracht. Die Tagung findet im bayerischen Hohenschwangau statt; eine Arbeitsgruppe soll zunächst ein Konzept für das neue Ticketsystem entwickeln.

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Vorbild eezy.nrw

Als Vorbild gilt das Angebot eezy.nrw. Dabei werden Fahrtbeginn und Fahrtende digital registriert, sodass sich der Fahrpreis automatisch aus der jeweiligen Nutzung errechnet. Nach Angaben des Verkehrsministeriums wurden im September mehr als 1,4 Millionen Fahrten mit dem System abgerechnet.

Preisdeckel soll Kosten begrenzen

Der monatliche Gesamtpreis soll nicht über dem Preis eines Deutschlandtickets liegen. Dieses kostet derzeit 63 Euro pro Monat und soll im kommenden Jahr 66,80 Euro kosten.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer sagte, auch gelegentliche Nutzer sollten unkompliziert und zu fairen Konditionen unterwegs sein können. Der Fahrgastverband Pro Bahn unterstützt den Vorstoß und regt an, auch Gruppen und Familien einzubeziehen.

Das geplante Angebot zielt auf eine Lücke im Tarifsystem: Das Deutschlandticket bietet bundesweite Nutzung, lohnt sich aber vor allem für Menschen, die regelmäßig Regionalverkehr fahren. Für gelegentliche Nutzer können einzelne Fahrten oder lokale Zeitkarten bislang günstiger sein, zugleich unterscheiden sich Tarife und digitale Angebote regional.

Das Vorbild eezy.nrw setzt auf einen sogenannten Check-in-Check-out- beziehungsweise In/Out-Tarif. Fahrgäste melden sich beim Einstieg per Smartphone an und beim Ausstieg wieder ab; die tatsächlich zurückgelegte Strecke dient anschließend zur Berechnung des Fahrpreises. Der monatliche Preisdeckel würde dabei verhindern, dass die Summe der Einzelabrechnungen über den Preis des Deutschlandtickets steigt.

Bundesweite Umsetzung wäre komplex

Für ein bundesweit einheitliches System müssten Länder, Verkehrsverbünde und Verkehrsunternehmen technische und tarifliche Standards abstimmen. Dazu gehören die Erfassung der Fahrten, die Abrechnung über Verbundgrenzen hinweg und Regelungen für Smartphones, Gruppen sowie Familien. Der Antrag von Nordrhein-Westfalen und Hamburg sieht deshalb zunächst eine Arbeitsgruppe vor.

Die Größenordnung des Interesses zeigt das NRW-Modell: Im September wurden dort mehr als 1,4 Millionen Fahrten mit eezy.nrw abgerechnet. Für Fahrgäste könnte ein bundesweites Angebot spontane Nutzung vereinfachen; offen bleiben nach dem Start der Konzeptarbeit unter anderem Zeitplan, konkrete Tarife und die Finanzierung der technischen Umsetzung.

Deutschlandfunk: „Bundesweites ÖPNV-Angebot für Gelegenheitsfahrer geplant“ (20.10.2026)

Der Beitrag bestätigt den gemeinsamen Vorstoß von Nordrhein-Westfalen und Hamburg und beschreibt das geplante Ein- und Auschecken per Smartphone. Im Mittelpunkt steht dort der bundesweite Zugang für Gelegenheitsfahrer; die dpa-Meldung ergänzt die Angaben zum monatlichen Preisdeckel und zu den Fahrtenzahlen von eezy.nrw.

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