Norma-Zentrallager in Regenstauf: 17 Auflagen nach Rattenbefall
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im bayerischen Regenstauf haben Aufsichtsbehörden wegen eines massiven Schädlingsproblems in einem Zentrallager des Lebensmittel-Discounters Norma intervenieren müssen. Nach einer vorangegangenen Verbraucherbeschwerde hatte das Landratsamt Regensburg bereits bei Überprüfungen am 4. August 2026 Ratten sowie deutliche Hygienemängel auf dem Betriebsgelände festgestellt. Nun wurden behördliche Zwangsmaßnahmen und Nachkontrollen eingeleitet.
Kontrollen, Fristen und behördliche Sanktionen
Nachdem die Beanstandungen bei weiteren behördlichen Kontrollen am 1. und 9. September 2026 noch nicht vollständig beseitigt worden waren, verschärfte das Landratsamt Regensburg das Vorgehen. Die Behörde erließ eine Anordnung mit insgesamt 17 Einzelmaßnahmen.
Darin wurde dem Discounter vorgegeben, sämtliche Hygienemängel bis zum 16. September 2026 abzustellen. Für die Behebung baulicher Mängel setzte das Amt eine Frist bis zum 12. Oktober 2026. Zudem verhängte das Landratsamt Zwangsgelder sowie zwei Bußgeldverfahren gegen das Unternehmen.
Eine darauf folgende Überprüfung am 16. September 2026, die das Landratsamt gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vornahm, ergab zwar behobene Hygienemängel, doch der Rattenbefall war zu diesem Zeitpunkt zwar geringer, aber weiterhin vorhanden. Bis zur vollständigen Beseitigung des Befalls plant das Landratsamt Regensburg nun mindestens eine Vor-Ort-Kontrolle pro Woche.
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Widersprüchliche Angaben über Waren und Arbeitsschutz
Das Unternehmen Norma räumte das Auftreten von Ratten auf dem Gelände ein, betonte jedoch, dass betroffene Ware fachgerecht entsorgt worden sei. Den Vorwurf, verunreinigte Lebensmittel seien in Umlauf geraten, wies die Handelskette zurück.
Zudem bestritt das Unternehmen am 23. September 2026 jegliche Gefährdung der dortigen Beschäftigten. Norma verwies ferner darauf, dass eine Nachkontrolle durch das Veterinäramt am 16. September 2026 ohne Beanstandungen geblieben sei.
Diesen Angaben stehen Berichte des Bayerischen Rundfunks gegenüber, wonach das Problem mit den Nagetieren bereits seit rund einem Jahr bestehe. Anonyme BR-Quellen gaben an, dass der Schädlingsbefall weiterhin anhalte.
Zudem hatten anonyme Mitarbeiter des Zentrallagers behauptet, dass mit Urin und Kot kontaminierte Waren lediglich oberflächlich gesäubert und anschließend an Filialen ausgeliefert worden seien. Das Landratsamt Regensburg erklärte hierzu, dass der Behörde keine Fälle bekannt seien, in denen kontaminierte Ware an Verkaufsstellen abgegeben worden sei.
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Politische Reaktionen fordern lückenlose Aufklärung
Der Fall hat inzwischen auch die bayerische Landespolitik erreicht. Die Verbraucherschutzsprecherin der SPD, Anna Rasehorn, forderte eine umfassende Aufklärung der Vorgänge. Sie stellte die Frage in den Raum, weshalb die Behörden erst im Spätsommer durchgegriffen hätten, obwohl der Befall laut Medienberichten bereits seit einem Jahr bekannt gewesen sein soll.
Zudem verlangte sie Auskunft darüber, wie häufig der Standort kontrolliert worden sei und aus welchen Gründen die Öffentlichkeit nicht früher unterrichtet wurde. Rasehorn verwies in diesem Zusammenhang auf einen anhaltenden Personalmangel innerhalb der bayerischen Lebensmittelüberwachung.
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