Griechenland-Tourismus boomt trotz Hitze und BrÀnden
21.08.2023 - 05:48:30 | dpa.de
Das beste touristische Jahr fĂŒr Griechenland liegt genau vor der Corona-Pandemie. 2019 empfingen, bewirteten und beherbergten die Griechen rund 33 Millionen GĂ€ste, die dem Land einen Umsatz von mehr als 18 Milliarden Euro bescherten - Rekord.
Nun steigt die Spannung: Wird Griechenland die Zahlen dieses Jahr knacken? Verschiedene Erhebungen lassen es vermuten, etwa die Daten der EuropĂ€ischen Luftfahrtsicherheitsbehörde Eurocontrol. Demnach lagen die An- und AbflĂŒge beispielsweise in der zweiten Augustwoche um 9 Prozent ĂŒber der Vergleichswoche im Jahr 2019.
Gibt es einen neuen Besucherrekord?
Mit den Coronajahren lohnt kein Vergleich - das sieht man auch bei der Griechischen Nationalbank (NBG) so, die als MaĂstab ebenfalls 2019 nimmt. In ihrer jĂŒngsten Tourismus-Analyse des laufenden Jahres berichten die Banker ĂŒber ein auĂerordentlich erfolgreiches FrĂŒhjahrsquartal, bei dem die AnkĂŒnfte jene im betreffenden Zeitraum das Jahr 2019 um 10 Prozent ĂŒbertrafen. Die Einnahmen stiegen demnach im Vergleich sogar um 19 Prozent oder satte 2,8 Milliarden Euro.
Dieser dynamische Start sowie eine tendenziell stĂ€rkere Beliebtheit Griechenlands gegenĂŒber Konkurrenten wie Spanien und der TĂŒrkei sei die Voraussetzung fĂŒr einen neuen Besucherrekord, vermerkten die Fachleute.
Das bestĂ€tigen auch aktuelle Fraport-Zahlen - der Frankfurter Flughafenbetreiber ist fĂŒr 14 griechische RegionalflughĂ€fen verantwortlich, darunter Thessaloniki, Chania auf Kreta, Zakynthos, Skiathos und Santorin. Fraport zufolge lagen die Passagierzahlen der betreffenden Airports von Januar bis Juli 2023 mit insgesamt knapp 18 Millionen GĂ€sten um 10,5 Prozent höher als in den ersten sieben Monaten des Rekordjahres 2019.
Klimawandel sorgt die Tourismusbranche
Rekordjahr oder nicht, der Klimawandel, die immer lĂ€ngeren Hitze- und Trockenheitswellen und die dadurch verstĂ€rkten Wald- und BuschbrĂ€nde machen auch der griechischen Tourismusindustrie Sorgen - nicht zuletzt seit den gewaltigen BrĂ€nden im SĂŒdosten der Urlaubsinsel Rhodos Ende Juli. Binnen Stunden mussten 20.000 Touristen aus ihren Hotels in Sicherheit gebracht werden, weil die Flammen immer nĂ€her kamen.
Bislang sei die griechische Gastfreundschaft stĂ€rker als die Waldbrandgefahr, doch es stehe auch Wandel an, schreiben die Tourismus-Experten der Griechischen Nationalbank. Es werde eine «Neuordnung der touristischen Landkarte» geben, die AbhĂ€ngigkeit von der Hauptsaison werde sich verringern, weil manche GĂ€ste die heiĂen Monate Juli und August kĂŒnftig mieden und stattdessen frĂŒher oder spĂ€ter ins Land reisten.
Das jedoch ist lĂ€ngst das Anliegen amtierender und frĂŒherer Tourismusminister, die seit Jahren dafĂŒr werben, Griechenland nach Möglichkeit gerade auch auĂerhalb der Hauptsaison zu besuchen. Die Hotels und Pensionen sind dann gĂŒnstiger, beliebte Orte nicht so ĂŒberlaufen - und die Menschen, die im Tourismussektor beschĂ€ftigt sind, können mehr arbeiten.
Was sie offenkundig ohnehin schon tun: FĂŒr das laufende Jahr prognostizieren die Analysten der NBG ein Plus an GĂ€sten von fĂŒnf Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2019 und UmsĂ€tze von bis zu 21 Milliarden Euro nach damals rund 18 Milliarden Euro.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
