"Wir erleben gerade den perfekten Sturm auf die deutsche Volkswirtschaft: Die Anzahl der Erwerbspersonen schrumpft aus demographischen GrĂŒnden, die Globalisierung trifft uns besonders hart und wir haben Schwierigkeiten, die Transformation zur KlimaneutralitĂ€t gut zu organisieren", sagte der Chef des arbeitgebernahen Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) dem "Stern".
Er forderte einen klaren Kurs bei der Energiewende: "FĂŒr den Weg zur KlimaneutralitĂ€t braucht es eine wirksame Strategie, die dann nicht stĂ€ndig zerredet werden darf." Der Wirtschaftswissenschaftler kritisierte unter anderem den von Friedrich Merz geĂ€uĂerten Zweifel am grĂŒnen Stahl, den deutsche Stahlhersteller produzieren wollen, oder der von Merz geĂ€uĂerten Missbilligung von WindrĂ€dern.
HĂŒther zweifelte daran, dass die demokratischen Parteien die richtigen Antworten auf die aktuellen Probleme haben: "Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob die Union wirklich konzeptionell gut vorbereitet ist auf die Herausforderungen."
Zu möglichen Koalitionen sagte HĂŒther: "Schwarz-Rot mit den Sozialdemokraten Boris Pistorius, Jörg Kukies und Lars Klingbeil - da kann ich mir was Gutes vorstellen."
Zum Wirtschaftsprogramm der AfD mit der Forderung, die EU zu verlassen, sagte der Ăkonom: "Das ist alles höchst gefĂ€hrlich und wĂŒrde der deutschen Wirtschaft schaden. Ohne die EU wĂŒrden wir schlechter dastehen, da braucht man nur nach GroĂbritannien zu schauen."
Zur Schuldenbremse sagte HĂŒther: "Eine neue Regierung wird die Schuldenbremse ĂŒberprĂŒfen mĂŒssen mit Blick auf den Investitionsbedarf bei der Infrastruktur und den Netzen. Das kriegen wir so nicht hin."
Zu der Drohung des US-PrĂ€sidenten Donald Trump, Europa mit Strafzöllen zu belegen, sagte der IW-Chef: "Ich wundere mich immer, dass keiner Donald Trump mal erklĂ€rt, warum möglichst freier Handel so vorteilhaft ist." Zu Trumps Kritik an Europa entgegnete HĂŒther: "Trump erzĂ€hlt dieselben RĂ€uberpistolen wie vor acht Jahren." Dabei sei europĂ€isches Selbstbewusstsein angebracht: "Mit 450 Millionen Menschen hat die EU den gröĂten Binnenmarkt, das ist fĂŒr die Amerikaner nicht uninteressant."
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