Gemeinden, US-E-Mail-Dienste

Österreich: 87 Prozent der Gemeinden nutzen US-E-Mail-Dienste

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 07:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Große Unternehmen fordern mehr europĂ€ische Alternativen bei Cloud und KI. Eine Studie zeigt hohe AbhĂ€ngigkeit von US-Mail-Diensten in Gemeinden.

Österreichische Konzerne starten Initiative fĂŒr digitale UnabhĂ€ngigkeit
Eine stilisierte, leuchtende digitale Karte von Österreich mit verbundenen Knoten, die DatenflĂŒsse und digitale Infrastruktur darstellen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Am 7. Juli startete die „Initiative Digitale SouverĂ€nitĂ€t“.

In Wien unterzeichneten Vertreter von A1 Telekom, Spar, Erste Bank, Vienna Insurance Group, Anexia, KEBA Group und Umdasch Group ein gemeinsames Positionspapier. Ziel: die technologische UnabhÀngigkeit in Bereichen wie Cloud, KI und Betriebssystemen stÀrken.

Thomas Arnoldner von A1 betonte: „Digitale SouverĂ€nitĂ€t bedeutet Wahlfreiheit und europĂ€ische Alternativen.“ Die Initiative fordert ein GĂŒtesiegel fĂŒr europĂ€ische Cloud-Lösungen, mehr SouverĂ€nitĂ€t bei öffentlichen Vergaben und steuerliche Förderung heimischer Anbieter. Es gehe nicht um Abschottung, sondern um fairen Wettbewerb.

Studie zeigt: 87 Prozent der Gemeinden nutzen US-Mail

Parallel zur GrĂŒndung prĂ€sentierte die IT:U Linz alarmierende Daten. Forscher Florian Holzbauer wertete rund 95.500 Kommunen aus 30 LĂ€ndern auf der Plattform „Municipalytics“ aus.

Das Ergebnis: 87 Prozent der österreichischen Gemeinden nutzen US-E-Mail-Dienste – vor allem von Microsoft. Nur 13 Prozent setzen auf europĂ€ische Alternativen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Anteil außereuropĂ€ischer Dienste bei nur 20 Prozent. Finnland ist mit 99 Prozent fast komplett abhĂ€ngig.

Beim Website-Hosting sieht es besser aus: 60 Prozent der österreichischen Gemeinde-Seiten laufen auf europÀischer Infrastruktur. Deutschland erreicht 97 Prozent, Irland bildet mit 14 Prozent das Schlusslicht.

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87 Prozent der Gemeinden nutzen US-E-Mail-Dienste – und ein US-Gerichtsurteil gefĂ€hrdet den Datenschutz. Dieser Report zeigt, wie Sie europĂ€ische Alternativen prĂŒfen und Ihre digitale SouverĂ€nitĂ€t stĂ€rken. Jetzt kostenlosen Report anfordern

US-Gerichtsurteil erschĂŒttert Datenschutz-Grundlagen

Die Diskussion bekam Ende Juni neue Brisanz. Der US Supreme Court hob im Fall „Trump vs. Slaughter“ die UnabhĂ€ngigkeit der Federal Trade Commission auf. Die FTC galt als zentrale Aufsichtsbehörde fĂŒr den EU-US-Datenschutzrahmen.

Max Schrems und seine Organisation noyb fordern die EU-Kommission auf, das Abkommen zu kippen. Eine Klage vor dem EuGH ist angekĂŒndigt. Experten raten Unternehmen zu Standardvertragsklauseln und technischen Schutzmaßnahmen wie VerschlĂŒsselung.

EU plant Gegenschlag mit Cloud-Gesetz

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Die EU plant ein Cloud-Gesetz mit vierstufiger SouverÀnitÀtsskala. Wer jetzt nicht auf europÀische Anbieter umstellt, riskiert hohe Folgekosten. Dieser Leitfaden hilft Ihnen, die Skala zu verstehen und rechtzeitig zu handeln. EU-Cloud-Gesetz-Leitfaden sichern

Die EU-Kommission will mit dem „Cloud and AI Development Act“ gegensteuern. Das Gesetz sieht eine vierstufige SouverĂ€nitĂ€tsskala fĂŒr digitale Dienste vor. Der Branchenverband CISPE kritisiert die ersten beiden Stufen als zu lasch und fordert eine Pflicht zur PrĂŒfung europĂ€ischer Alternativen.

Der europĂ€ische Cloud-Markt wird zu 70 Prozent von US-Firmen dominiert. Branchenberichten zufolge verursacht diese AbhĂ€ngigkeit jĂ€hrliche Kosten von rund 264 Milliarden Euro. WĂ€hrend Finnland bereits Szenarien fĂŒr einen Ausfall US-Dienste testet, haben Schleswig-Holstein und Amsterdam konkrete AusstiegsplĂ€ne. Amsterdam will bis 2035 komplett auf Big-Tech-Software verzichten.

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