Off-Market-Transaktionen: Deutscher Immobilienmarkt trotzt der Krise
18.05.2026 - 10:52:42 | boerse-global.deIm ersten Quartal 2026 stieg das Volumen der Off-Market-Transaktionen um rund ein FĂŒnftel. Institutionelle Investoren setzen zunehmend auf VerkĂ€ufe abseits öffentlicher Plattformen.
Gewerbeimmobilien als Wachstumstreiber
Das Transaktionsvolumen im Off-Market-Segment erreichte im ersten Quartal etwa 8,6 Milliarden Euro â ein Plus von 20 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum. Besonders BĂŒroimmobilien legten zu: Mit 2,1 Milliarden Euro verzeichneten sie ein Plus von 60 Prozent. Logistikimmobilien stiegen um 16 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, Gesundheitsimmobilien trugen 1,1 Milliarden Euro bei.
Der Anteil der Off-Market-GeschĂ€fte am gesamten Gewerbeimmobilienmarkt liegt bei 30 bis 40 Prozent. Analysten erklĂ€ren: In einem volatilen Umfeld setzen Investoren auf diskrete Transaktionen, um Preisschwankungen und öffentliche Bieterverfahren zu umgehen. FĂŒr das Gesamtjahr 2026 prognostizieren Experten ein Volumen von 25 bis 30 Milliarden Euro.
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Die Bauzinsen haben sich bei rund 3,8 Prozent eingependelt. Dennoch: Die Finanzierungskosten haben sich seit 2022 mehr als verdreifacht. Ein Beispiel: FĂŒr einen Kredit ĂŒber 310.000 Euro fielen frĂŒher Zinsen von 40.000 Euro an â heute sind es etwa 140.000 Euro.
Baugenehmigungen: Hoffnungsschimmer mit Schattenseiten
Ăberraschende Zahlen kommen von den BauĂ€mtern. Im MĂ€rz 2026 stieg die Zahl der Baugenehmigungen fĂŒr Wohnungen um 11,5 Prozent auf 21.800 Einheiten. Im gesamten ersten Quartal ergibt sich ein Plus von 14,6 Prozent mit 63.500 genehmigten Wohnungen. Besonders stark legten ZweifamilienhĂ€user zu (plus 23 Prozent), gefolgt von MehrfamilienhĂ€usern (plus 15 Prozent) und EinfamilienhĂ€usern (plus 14 Prozent).
Doch die Stimmung in der Branche ist gedĂ€mpft. Das ifo-GeschĂ€ftsklima fĂŒr den Wohnungsbau sank im April auf den schlechtesten Wert seit vier Jahren. FachverbĂ€nde warnen: Die Genehmigungszahlen liegen immer noch weit hinter dem tatsĂ€chlichen Bedarf. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes fordert monatlich mindestens 10.000 zusĂ€tzliche Genehmigungen. Das Deutsche Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung weist zudem auf massive EinbrĂŒche bei den Neubau-AuftrĂ€gen hin.
Regionale PreisstabilitÀt und KI im Finanzierungssektor
In den Metropolen konsolidieren sich die Preise auf hohem Niveau. In Köln lag der Median-Kaufpreis fĂŒr Wohnungen bei 5.064 Euro pro Quadratmeter â ein leichter Anstieg. HĂ€user gaben minimal auf 4.686 Euro nach. In Berlin-Hohenschönhausen kosten HĂ€user rund 5.294 Euro pro Quadratmeter, Wohnungen 4.810 Euro. Spitzenreiter bleibt Konstanz mit durchschnittlich 6.776 Euro pro Quadratmeter fĂŒr HĂ€user.
Ein neuer trend beschleunigt Transaktionen: Die ING Deutschland hat einen KI-gestĂŒtzten Prozess eingefĂŒhrt. Bestimmte Immobilienkredite sollen innerhalb von maximal 30 Minuten geprĂŒft und zugesagt werden. Bisher dauerte das oft Tage oder Wochen. Das Angebot unterliegt noch EinschrĂ€nkungen, zeigt aber den Druck auf die Branche, durch Digitalisierung effizienter zu werden.
Die soziale Dimension des Wohnungsmangels
Trotz positiver Impulse bleibt die Lage angespannt. Das Pestel-Institut beziffert den Fehlbestand auf rund 1,4 Millionen Wohnungen. Besonders Menschen mit Migrationshintergrund sind betroffen: Sie mĂŒssen höhere Mietanteile aufbringen und leben auf geringerer FlĂ€che, so ein Gutachten des SachverstĂ€ndigenrats fĂŒr Integration und Migration.
Die Zahl der Wohnungslosen lag 2024 bei 532.000 â eine Verdoppelung innerhalb von zwei Jahren. Die Bundesregierung will Wohnungslosigkeit bis 2030 ĂŒberwinden. Oppositionspolitiker der GrĂŒnen kritisieren einen fehlenden verbindlichen Fahrplan. In Baden-WĂŒrttemberg hoffen regionale Akteure auf neue Impulse durch personelle Wechsel in den Ministerien. Im Landkreis Donau-Ries stockt die Umsetzung vieler Neubauvorhaben trotz vorhandener PlĂ€ne.
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Ausblick: Moderate Erholung mit Risiken
Marktbeobachter erwarten fĂŒr 2026 ein moderates Preiswachstum von rund 3,2 Prozent. Die stabilen Zinsen und steigenden Genehmigungszahlen bieten eine Grundlage fĂŒr Erholung. Doch die Risiken bleiben: Geopolitische Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, könnten die Entwicklung dĂ€mpfen.
Der Off-Market-Sektor wird voraussichtlich eine SchlĂŒsselrolle spielen. Institutionelle Anleger schĂ€tzen Diskretion und Planbarkeit. Ob die Trendwende bei den Genehmigungen tatsĂ€chlich zu einer Entlastung fĂŒhrt, hĂ€ngt entscheidend davon ab, ob die Projekte unter den aktuellen Kosten realisiert werden. Die Branche blickt gespannt auf die kommenden Monate.
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