Deutschland, Energie

Windparks auf See: Zuschlag erstmals per Versteigerung

15.06.2023 - 16:17:46 | dpa.de

Offshore-Windparks sind für Betreiber offenbar wirtschaftlich attraktiv. Die Unternehmen verzichten auf Fördermittel vom Staat. Die Bundesnetzagentur freut das. Auch Verbraucher sollen davon profitieren.

Zahlreiche Windräder sind bei der Inbetriebnahme des neuen Windparks rund 35 Kilometer nördlich der Insel Helgoland zu sehen. - Foto: Christian Charisius/dpa
Zahlreiche Windräder sind bei der Inbetriebnahme des neuen Windparks rund 35 Kilometer nördlich der Insel Helgoland zu sehen. - Foto: Christian Charisius/dpa

Die Bundesnetzagentur wird erstmals mit Hilfe einer Versteigerung bestimmen, welches Unternehmen einen Windpark auf See errichten darf. Dies teilte die Behörde am Donnerstag in Bonn mit. Ausgeschrieben waren vier Flächen für Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee. Für alle vier Flächen seien mehrere Null-Cent-Gebote eingegangen, berichtete die Behörde. Das bedeutet, die Unternehmen verzichten von vorneherein auf eine staatliche Förderung. Damit werde ein sogenanntes dynamisches Gebotsverfahren erforderlich.

Behördenpräsident Klaus Müller nannte die Ergebnisse der Ausschreibung eine «gute Nachricht für die Energiewende in Deutschland». «Es ist erfreulich, dass die Unternehmen keine Förderung für den Ausbau der Offshore-Windenergie benötigen. Die Null-Cent-Gebote machen deutlich, dass die Offshore-Windenergie wirtschaftlich attraktiv ist», sagte er laut einer Mitteilung.

Geplant sei nun «zeitnah» eine elektronische Versteigerung. «Die Erlöse kommen zum überwiegenden Teil über eine Senkung der Stromkosten den Verbraucherinnen und Verbraucher direkt zugute.» Das gilt für 90 Prozent der eingenommenen Gelder. Jeweils 5 Prozent fließen in den in den Meeresnaturschutz und die Förderung einer umweltschonenden Fischerei.

Drei Flächen mit einer Leistung von jeweils 2000 Megawatt liegen in der Nordsee und eine Fläche (1000 Megawatt) in der Ostsee. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2030 vorgesehen.

Müller hatte bei der Bekanntmachung der Ausschreibungen Ende Januar das große Volumen dieser Ausschreibungen von insgesamt 7 Gigawatt betont und gesagt: «Die Ausschreibungen sind ein wichtiger Schritt zur Erreichung des Offshore-Ausbauziels von 30 Gigawatt bis 2030.» Nach Angaben des Beratungsunternehmens Deutsche Windguard waren Ende 2022 in Deutschland 1539 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 8,1 Gigawatt in Betrieb.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 63790281 |

Weitere Meldungen

Union: Entlastungsprämie für Arbeitnehmer ist vom Tisch. Der Bundesrat stoppte sie. Nun ist sie Geschichte, noch bevor sie Gesetzeskraft erlangte. Die Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro für die Arbeitnehmer war von Anfang an heftig umstritten. (Politik, 13.05.2026 - 10:40) weiterlesen...

Speicherbetreiber sehen Unsicherheit bei Gas-Versorgung. Die Betreiber warnen: Bei einem ähnlich kalten Winter wie 2010 droht Deutschland Gasknappheit. Hohe Gaspreise und unsichere Marktbedingungen bremsen die Befüllung der Speicher. (Wirtschaft, 12.05.2026 - 06:00) weiterlesen...

Reiche: Bund verlängert Garantie für Raffinerie Schwedt Rund 1.200 Beschäftigte der Raffinerie in Schwedt erhalten mehr Sicherheit: Der Bund sichert ihre Jobs für weitere Monate. (Wirtschaft, 11.05.2026 - 11:55) weiterlesen...

Länder stoppen Entlastungsprämie der Regierung. Zwei Tage nach ihrem ersten Geburtstag bescheren die Länder ihr einen weiteren Rückschlag. Die steuerfreie 1.000-Euro-Prämie steht vor dem Aus. Es läuft einfach nicht für die Bundesregierung. (Politik, 08.05.2026 - 15:06) weiterlesen...

Streit, Pannen, Klarstellungen: Womit Schwarz-Rot kämpft Der Fehlstart bei der Kanzlerwahl oder die nachträgliche Klarstellung im Wehrgesetz zeigen: Das Bundesrats-Nein ist nur eine weitere Panne für die schwarz-rote Koalition. (Politik, 08.05.2026 - 13:25) weiterlesen...

Entlastungsprämie scheitert vorerst im Bundesrat. Die Koalition wollte ihre Reaktionsfähigkeit zeigen. Entlastung für die Bürger sollte es geben. (Politik, 08.05.2026 - 11:36) weiterlesen...