Oktoberfest, KI-Kameras

Oktoberfest 2026: 26 KI-Kameras und 600 Polizisten gegen Überfüllung

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 23:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zum Start des 191. Oktoberfests setzt München auf KI-gestützte Kameras, zusätzliche Einsatzkräfte, Drohnenabwehr und erweiterte Schutzbereiche.

Oktoberfest 2026: München verstärkt Schutz mit KI und Großaufgebot
Ein leerer, gepflasterter Platz in München in der Dämmerung mit traditioneller Architektur im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Auf dem Münchner Oktoberfest kommen verstärkte Sicherheitsmaßnahmen und neue Systeme auf Basis von Künstlicher Intelligenz zum Einsatz, um den Schutz der Gäste zu gewährleisten.

Wie Medien am 16. September 2026 berichteten, reagieren die Verantwortlichen mit dem umfassend überarbeiteten Sicherheitskonzept unter anderem auf Erfahrungen aus dem Vorjahr: Am zweiten Wiesn-Samstag 2025 war eine Überfüllung auf dem Gelände zu spät erkannt worden.

Zum 191. Oktoberfest, das am Samstag beginnt, rechnen die Veranstalter mit rund 6 Millionen Besuchern innerhalb von 16 Tagen. Erstmals wird Oberbürgermeister Dominik Krause von den Grünen das Fest eröffnen.

Videoüberwachung mit KI und wissenschaftlicher Begleitung

Zur Überwachung der Personenströme setzt das Kreisverwaltungsreferat München 26 Kameras mit Künstlicher Intelligenz ein, die Menschenansammlungen frühzeitig registrieren sollen. Zudem sind 56 polizeiliche Videokameras installiert.

Die Stadt München verfügt über mehr als 50 Kameras an 35 Positionen sowie eine neu eingerichtete Sicherheitszentrale mit modernisierter Kommunikationstechnik auf einer Bildschirmfläche von rund 22 Quadratmetern. Vor dieser Monitorwand arbeiten an besucherstarken Tagen bis zu 35 Sicherheitsexperten, während Beobachter zur gezielten Steuerung von Menschenmengen für Durchsagen bereitstehen.

Die Sicherheitsbehörden und die Stadt München betrachten die neue Koordinierungsstelle auf dem Gelände als zentrales Herzstück der Einsatzplanung. Die Videodaten der Wiesn 2026 werden zudem vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung wissenschaftlich ausgewertet. Dabei untersuchen die Forscher Personendichte und Bewegungsströme unter Berücksichtigung des Datenschutzes durch Technikgestaltung, ohne Personen zu identifizieren. Parallel erforscht die Universität der Bundeswehr München Prognosemodelle für Personenströme.

Anzeige

Der Einsatz von KI-Systemen in öffentlichen Räumen erfordert eine präzise Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen und Risikoklassen. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche Regeln die EU-KI-Verordnung für den verantwortungsvollen Technikeinsatz vorgibt. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko? Hier kostenlos informieren

Großaufgebot von Polizei, Ordnungsdienst und Rettungskräften

Für die operative Sicherheit sorgen mehrere hundert Einsatzkräfte. Die Münchner Polizei stellt rund 600 Beamte ab, während das Kreisverwaltungsreferat 240 eigene Beschäftigte auf das Festgelände entsendet. Die Sicherheitsbehörden erhalten zudem personelle Unterstützung aus acht Ländern.

Der Ordnungsdienst umfasst laut Veranstaltern zwischen 1200 und 1600 Ordner. Das Sicherheitsunternehmen Securitas stellt dafür rund 1400 Mitarbeiter bereit, von denen zu Spitzenzeiten bis zu 730 gleichzeitig im Einsatz sind.

Die Aicher-Ambulanz ist mit rund 430 Einsatzkräften vor Ort, darunter 36 Ärzte. Im Jahr 2025 versorgte der Dienst über 7.000 Patienten, wobei nur 1,6 Prozent in ein Krankenhaus verlegt werden mussten; Hilfe wurde durchschnittlich in unter vier Minuten geleistet.

Anzeige

Wer in modernen Verwaltungen oder öffentlichen Einrichtungen arbeitet, muss KI-gestützte Entscheidungen treffen können, ohne die Rechtsstaatlichkeit zu gefährden. Ein kostenloser Leitfaden liefert dazu einen praktischen Selbsttest und konkrete Tipps für den Dienstalltag. Gratis-Ratgeber: KI im öffentlichen Dienst sicher nutzen

Luftraumüberwachung, Sperrringe und Schutzmaßnahmen

Das Polizeipräsidium München hat eine neue Spezialeinheit zur Drohnenabwehr mit Störsendern aufgestellt, die mit dem Kompetenzzentrum Erding kooperiert. Für den Luftraum gilt eine Flugverbotszone mit einem Radius von 5,5 bis 5,6 Kilometern und einer Höhe von 10 Kilometern, die von einer Hubschrauberstaffel überwacht wird.

Am Boden teilen die Sicherheitsbehörden das Areal in drei Sperrringe ein. Die Messerverbotszone rund um die Theresienwiese wurde bis auf den mittleren Sperrring ausgedehnt. Zudem gilt ein generelles Verbot von Glasflaschen und Messern auf dem Festgelände. Taschen dürfen maximal ein Volumen von 3 Litern fassen oder eine Größe von 20 mal 15 mal 10 Zentimetern nicht überschreiten.

In vielen Zelten, darunter acht großen Festhallen, integrieren die Veranstalter die SafeNow-App und stellen einen Schutzraum für Frauen bereit. Um die internationalen Gästeströme besser zu verteilen und auf Werktage zu verlagern, beginnt das Spielen der Blasmusik in den Zelten künftig eine Stunde früher.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann von der CSU verwies im Vorfeld auf eine allgemein erhöhte abstrakte Gefährdungslage, betonte jedoch, dass keine konkreten Erkenntnisse vorlägen, und sicherte die bestmögliche Sicherheit für die Festtage zu.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 70113615 |