OpenAI-Klage, Abweisungsantrag

OpenAI-Klage: Abweisungsantrag gegen Apples Vorwürfe eingereicht

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 17:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

OpenAI hat im Rechtsstreit mit Apple einen Antrag auf Klageabweisung gestellt und die Vorwürfe des Geheimnisdiebstahls als unbegründet zurückgewiesen.

OpenAI weist Apples Klage zurück: Abweisungsantrag eingereicht
Ein moderner Konferenztisch mit einer digitalen neuronalen Netzwerkgrafik, die einen Rechtsstreit im KI-Bereich symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im juristischen Konflikt zwischen OpenAI und Apple hat der KI-Entwickler am 6. August 2026 offiziell einen Antrag auf Abweisung der Klage eingereicht. Apple wirft OpenAI vor, Geschäftsgeheimnisse entwendet zu haben, doch OpenAI weist diese Anschuldigungen in einer 31-seitigen Stellungnahme als unbegründet zurück. Nach Ansicht von OpenAI habe Apple die angeblich betroffenen Geschäftsgeheimnisse nicht präzise genug beschrieben und verwechsle generische Informationen aus der Produktentwicklung mit rechtlich geschützten Interna.

OpenAI kritisiert Apples Argumentation und Sicherheitspraktiken

In dem eingereichten Dokument betont OpenAI, dass kein Bedarf, keine Verwendung und kein Wunsch nach Apples Geschäftsgeheimnissen bestehe. Das Unternehmen charakterisierte die Klage als grundlegend fehlerhaft und warf dem iPhone-Hersteller vor, in der Klageschrift etwa 50 Mal das Wort „versagen“ zu verwenden, ohne substanzielle Belege zu liefern. OpenAI argumentierte zudem, dass Apple versuche, den normalen Wechsel von Fachkräften zu kriminalisieren. Inzwischen seien über 400 ehemalige Apple-Angestellte bei OpenAI beschäftigt.

Ein weiterer Aspekt der Verteidigung betrifft die internen Abläufe bei Apple selbst. OpenAI kritisierte die Sicherheitspraktiken des Konkurrenten und verwies darauf, dass Apple-Mitarbeiter für geschäftliche Zwecke auch private iCloud-Konten genutzt hätten. Damit stellt OpenAI die Behauptung infrage, dass Apple alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz seiner sensiblen Daten ergriffen habe.

Apples Vorwürfe und Forderungen nach Beweissicherung

Der Rechtsstreit hatte am 10. Juli 2026 begonnen, als Apple Klage gegen OpenAI, das für 6,5 Mrd. US-Dollar übernommene Unternehmen io Products sowie zwei ehemalige Mitarbeiter einreichte. Apple wirft den Beschuldigten vor, gezielt vertrauliche Informationen entwendet zu haben. Am 4. August 2026 verschärfte Apple den Druck durch den Antrag auf eine einstweilige Verfügung sowie eine beschleunigte Beweisaufnahme. Der Konzern fordert unter anderem eine forensische Untersuchung von Geräten bei OpenAI.

Anzeige

Der Schutz sensibler Geschäftsdaten und die Einhaltung neuer gesetzlicher Anforderungen stellen viele Unternehmen heute vor große Herausforderungen. Dieses kostenlose E-Book bietet fundierte Informationen zu aktuellen Bedrohungen und zeigt auf, wie Sie Ihr Unternehmen langfristig absichern können. Gratis-Report zu Cyber-Security und neuen Gesetzen anfordern

Im Fokus der Ermittlungen stehen neben den Unternehmen auch mindestens elf ehemalige Apple-Mitarbeiter. Einem ehemaligen Angestellten namens Liu wird konkret vorgeworfen, zwischen Februar und April mindestens fünfmal unbefugt auf vertrauliche Datensätze zugegriffen zu haben. Der letzte Arbeitstag eines weiteren betroffenen Mitarbeiters, Chang Liu, war bereits am 22. Januar 2026. Ein dritter Genannter, Tang Tan, war zuvor mehr als 24 Jahre für Apple tätig gewesen.

Öffentlichkeitswirksame Widerlegung durch Chatprotokolle

Bereits vor dem offiziellen Abweisungsantrag hatte OpenAI am 3. August 2026 einen Blogbeitrag veröffentlicht, um die Vorwürfe in der Öffentlichkeit zu entkräften. Das Unternehmen legte darin private E-Mails und Chatprotokolle offen, die belegen sollen, dass Apple-Mitarbeiter proaktiv den Kontakt zu ehemaligen Kollegen bei OpenAI gesucht und diese um fachliche Unterstützung gebeten hätten. OpenAI behauptete zudem, dass Apple in der Klageschrift asiatische Nachnamen verwechselt habe und ein von Apple angeführtes Gespräch mit einem General Counsel in der beschriebenen Form nie stattgefunden habe.

Anzeige

Wer sich mit der Sicherheit digitaler Infrastrukturen befasst, muss proaktiv handeln, um Sicherheitslücken effektiv zu schließen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie praxisnahe Schutzmaßnahmen ohne hohe Investitionen in Ihrem Betrieb umsetzen. Zum kostenlosen Cyber-Security E-Book

Ausblick auf das weitere Verfahren

Die rechtliche Auseinandersetzung wird vor Richter Edward Davila verhandelt. Für den 1. Oktober 2026 ist eine Anhörung angesetzt, in der sowohl über den Abweisungsantrag von OpenAI als auch über die von Apple geforderte einstweilige Verfügung entschieden werden soll. Branchenexperten zeigen sich skeptisch gegenüber einem schnellen Ende des Verfahrens; sie erwarten, dass der Abweisungsantrag scheitern könnte und sich der Fall über Jahre hinziehen wird. An den Finanzmärkten blieb die Reaktion verhalten. Die Apple-Aktie notierte vorbörslich mit einem Plus von 1,05 % bei 314,36 US-Dollar.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 69923377 |