Papierbonpflicht: BMF plant digitale Wende ab 2028
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 06:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
KI-Systeme verkürzen Rechnungsbearbeitung um fast die Hälfte, während das Finanzministerium die Papierbonpflicht abschaffen will. Das Finanzwesen erlebt gerade einen doppelten Schub: technologisch und regulatorisch.
KI-Agenten erledigen Rechnungen in Rekordzeit
Payhawk meldete am 27. Juli einen Durchbruch: Ein spezieller KI-Agent senkte die Einreichungszeit für Lieferantenrechnungen seit Jahresbeginn um 46 Prozent auf durchschnittlich 12,6 Tage. Die neue Funktion zum selbstständigen Belegabruf arbeitet laut Unternehmen bis zu zwölfmal schneller als Menschen. Das Ziel: nur noch zwei Tage Bearbeitungsdauer. Schon jetzt testen über 550 Unternehmen das System mit einer Erfolgsquote von 68,6 Prozent.
BlackLine zog am selben Tag nach. Die Lösung Verity Prepare automatisiert Kontoabstimmungen per Multi-Agent-KI. Frühanwender sparten bis zu 92 Prozent manuelle Vorbereitungszeit. Das System erstellt prüfungsreife Abstimmungen und liefert transparente Begründungen für Differenzen – die menschliche Kontrolle bleibt aber erhalten.
Valuedesk erweiterte bereits Mitte Juni sein Portfolio. Die neue Software lässt Mitarbeiter Kostenreduktionsmaßnahmen digital vorschlagen, während Führungskräfte priorisieren und die Umsetzung verfolgen.
Während KI-Agenten die Rechnungsbearbeitung revolutionieren, stellt der Gesetzgeber bereits die nächsten Weichen für den Einsatz künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden verschafft Ihnen den nötigen Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen der neuen EU-KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Papierbon ade: BMF plant digitale Wende
Flankiert wird der Tech-Boom von neuen Regeln. Das Bundesfinanzministerium will die Belegausgabepflicht grundlegend reformieren. Zum 1. Januar 2028 soll die Papierbonpflicht entfallen – digitale Belege per QR-Code ersetzen sie. Für Unternehmen mit über 100.000 Euro Jahresumsatz werden elektronische Kassen dann Pflicht. Kunden können aber weiterhin auf Wunsch eine Papierquittung verlangen.
Ein BFH-Urteil vom 24. März zeigt zudem: Bei häuslichen Arbeitszimmern müssen Aufwendungen innerhalb von zehn Tagen aufgezeichnet werden. Sonst droht der komplette Verlust des Betriebsausgabenabzugs. Juristen raten zur strikten Einhaltung.
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Blockchain und biometrische Sicherheit im Zahlungsverkehr
Neue digitale Lösungen erobern auch den internationalen Zahlungsverkehr. Die TPBank startete heute eine Funktion für Geschäftskosten-Verwaltung mit bargeldlosen Zahlungen direkt vom Firmenkonto. Biometrische Authentifizierung und Echtzeit-Transaktionsverfolgung sichern das System – gedacht für Logistik, Tourismus und Einzelhandel.
POSCO International und LG CNS untersuchen seit gestern die Tokenisierung von Handelsforderungen auf einer Blockchain. Ziel: schnellere Zahlungen zwischen globalen Tochtergesellschaften. Noch 2026 soll der reguläre Produktionsbetrieb starten.
Nomentia und SkySparc gaben bereits im April eine Partnerschaft bekannt. Der Fokus liegt auf Cashflow-Prognosen und In-house-Banking für Kunden in Nordeuropa und der DACH-Region. Und das im April gegründete Start-up Prentis bereitet eine milliardenschwere Finanzierungsrunde vor. Mit einem KI-Modell, das Benchmarks übertreffen soll, peilt es die Eine-Milliarde-Bewertung an.
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