Pariser Innenminister warnt vor 'städtischer Gewalt'
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 19:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Sicherheitsbehörden hätten in den sozialen Netzwerken zahlreiche Aufrufe zu Demonstrationen und zu Versammlungen unter dem Vorwand des Halloween-Festes ausgemacht, sagte Nuñez bei der Vorstellung der Sicherheitsvorkehrungen für das anstehende Wochenende.
Vom frühen Abend bis spät in die Nacht sei das Risiko von städtischen Ausschreitungen sehr hoch. Die Analyse der Aufrufe lasse keinen Zweifel an der Absicht ihrer Urheber, neue Ausschreitungen zu begehen, sagte der Minister. Wie schon am vorangegangenen Samstag würden frankreichweit 70.000 Beamte, darunter Spezial- und Elitekräfte, gepanzerte Fahrzeuge und Wasserwerfer mobilisiert, um Krawalle zu verhindern. Angesichts zahlreicher Aufrufe zu Plünderungen werde die Polizei Geschäfte besonders schützen.
Eine Warnung richtete der Innenminister an rechtsextreme Gruppen, die sich bei Demonstrationen in etwa 15 Städten am vergangenen Samstag unter dem Vorwand, Geschäfte schützen zu wollen, Auseinandersetzungen mit linken Demonstranten geliefert hatten. Die öffentliche Ordnung werde von der Polizei und der Gendarmerie gewährleistet und wenn erneut rechte Kampfgruppen aufmarschierten, würden strafrechtliche Schritte eingeleitet, sagte Nuñez.
Gewerkschaften und Gelbwesten mobilisieren
Die Gelbwesten-Bewegung hat für Samstag bereits einen "dritten Akt" ihrer Proteste angekündigt. Sie riefen zu Kundgebungen und Sitzstreiks vor der Nationalversammlung sowie vor sämtlichen Rathäusern Frankreichs auf. Parallel dazu riefen auch die Gewerkschaften zu Demonstrationen auf. Präsident Emmanuel Macron stufte die für Samstag angekündigten Demonstrationen bereits als "risikoreich" ein und forderte, dass die Protestzüge außerhalb der Stadtzentren stattfinden.
Landesweit gingen am vergangenen Samstag nach Angaben des Innenministeriums 410.000 Menschen auf die Straßen, rund 110.000 davon in Paris. Ähnlich viele Demonstranten würden auch nun wieder erwartet, sagte der Minister. Den seit Wochen für eine bessere Ausstattung von Schulen demonstrierenden jungen Leute haben sich weitere Gruppen angeschlossen, die insbesondere die hohen Lebenshaltungskosten thematisieren.
