Streikgefahr gebannt: Piloten nehmen Tarifergebnis bei Lufthansa an
10.08.2023 - 14:57:19 | dpa.de
Passagiere der Lufthansa können aufatmen: Neuerliche Pilotenstreiks sind bis zum Jahresende 2026 vom Tisch. Die Stammpiloten der Gesellschaften Lufthansa und Lufthansa Cargo haben den ausverhandelten Tarifvertrag angenommen, wie die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) in Frankfurt mitteilte. FĂŒr die Einigung stimmten 65,5 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder.
Die rund 5200 Piloten sollen nach interner Darstellung der Lufthansa in den nĂ€chsten drei Jahren in mehreren Stufen mindestens 18 Prozent mehr Geld erhalten. Zusammen mit zwei pauschalen Erhöhungen aus dem Vorjahr ergĂ€ben sich je nach Einstufung Gehaltssteigerungen von 25 bis 50 Prozent ĂŒber die Gesamtlaufzeit von viereinhalb Jahren. Auch eine Einmalzahlung ĂŒber 3000 Euro wurde vereinbart.
Bedeutsamer sind zusĂ€tzliche Einigungen zu Arbeits- und Bereitschaftszeiten im Manteltarifvertrag sowie die Abschaffung einer zweiten Tarifschiene, die vor Jahren fĂŒr Neueinsteiger eingefĂŒhrt worden war. Auch wird eine Lösung fĂŒr 150 KapitĂ€ne der im Jahr 2020 eingestellten Tochter Germanwings angenommen, die in ihrer bisherigen Funktion zur Mutter Lufthansa wechseln. DafĂŒr erhalten rund 550 Lufthansa-Piloten finanzielle EntschĂ€digungen, weil sie spĂ€ter zum KapitĂ€n aufsteigen können.
Trotzdem: KlÀrungsbedarf in einem Punkt besteht weiter
Unklar bleibt zunĂ€chst, wie kĂŒnftig die kurzen ZubringerflĂŒge in die Drehkreuze Frankfurt und MĂŒnchen organisiert werden. Der Lufthansa-Konzern hat eine neue Fluggesellschaft «City Airlines» gegrĂŒndet, die das zu niedrigeren Kosten erledigen soll, als es bislang die Lufthansa-Kerngesellschaft selbst konnte. Die Tarife der City-Piloten will das Unternehmen mit der VC vereinbaren, die sich in frĂŒheren Verhandlungen stets gegen eine derartige Verlagerung gewehrt hat.
Die Tarifkommission der Gewerkschaft hatte die Entscheidung den betroffenen Mitgliedern ĂŒberlassen und bereits vor gut zwei Wochen erklĂ€rt, dass auf dem Verhandlungsweg kein besseres Ergebnis erreicht werden könne. Damit bleibt es in der nun abgeschlossenen Tarifrunde bei einem Warnstreiktag vom 2. September 2022, als der gesamte Flugbetrieb der Stammmarke gestoppt worden war.
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