Personalberatung: Umsatz fällt 2025 erneut um 1,2 Prozent
02.06.2026 - 13:04:49 | boerse-global.deWährend klassische Executive-Search-Mandate einbrechen, boomen Coaching und Digitalisierungsberatung.
Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) meldet für 2024 einen Umsatzrückgang von 3,8 Prozent auf 2,82 Milliarden Euro. Und die Talfahrt dürfte sich fortsetzen: Für 2025 prognostizieren die Experten ein weiteres Minus von 1,2 Prozent auf rund 2,78 Milliarden Euro.
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Besonders hart trifft es die Vermittlung von Führungskräften. Das Segment Executive Search verzeichnete 2024 ein Minus von 4,9 Prozent, für 2025 wird ein weiterer Rückgang um zwei Prozent erwartet. Immerhin: Rund 75.000 Positionen konnten die Personalberater im vergangenen Jahr besetzen. Und es gibt Lichtblicke: Der Geschäftsklimaindex der Branche stieg im zweiten Quartal 2025 um 8,6 Punkte auf 85,8 Zähler – ein erstes Signal der Stabilisierung.
Hohe Fluktuation als Dauerherausforderung
Warum die Nachfrage nach neuen Beratern trotz schrumpfenden Marktes hoch bleibt? Die Antwort heißt Personalfluktuation. Bei großen Beratungshäusern mit rund 2.000 Mitarbeitern sind Einstellungsankündigungen von mehreren Hundert neuen Kräften oft nichts anderes als die reine Bestandssicherung.
Branchenkenner beziffern die durchschnittliche Fluktuationsrate auf 12 bis 15 Prozent. Rechnet man ein Marktwachstum von rund zehn Prozent hinzu, muss eine FIRMA dieser Größenordnung jährlich etwa 500 neue Berater einstellen – nur um den Personalbestand zu halten. Massive Einstellungsziele sind also häufig ein Zeichen struktureller Dynamik, nicht unbedingt aggressiver Expansion.
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Coaching und KI-Kompetenz boomen
Während die klassische Führungskräftesuche schwächelt, läuft das Coaching-Geschäft rund. Der BDU meldet für 2024 ein Umsatzplus von 4,2 Prozent, für 2025 wird ein weiteres Wachstum von 3,4 Prozent erwartet. Unternehmen setzen zunehmend auf Führungskräfteentwicklung und organisatorischen Wandel.
Die Digitalisierung verändert zudem die Anforderungen an Bewerber grundlegend. Eine Studie des McKinsey Global Institute zeigt: 59 Prozent aller Arbeitsstunden in Deutschland sind potenziell automatisierbar. Die Nachfrage nach Mitarbeitern mit KI-Kompetenz hat sich seit 2023 versechsfacht – auf rund 780.000 Beschäftigte. Zwar werden KI-Agenten künftig einen Großteil der Produktionsarbeit übernehmen, doch 86 Prozent der menschlichen Fähigkeiten bleiben laut Prognose bis 2030 relevant.
Führungswechsel in der Beratungsbranche
Die Personalberatungs- und Transformationsszene erlebte Anfang 2026 mehrere prominente Wechsel. Im Februar berief die Transformationsberatung HRpepper Dr. Ruth Lassalle in den Vorstand. Die bisherige Partnerin des Hauses ist auf Managementdiagnostik und kulturellen Wandel spezialisiert und soll das Angebot in der Führungskräfteentwicklung ausbauen.
Ebenfalls im Februar übernahm Felipe Alonso die Deutschland-Geschäftsführung von YouGov. Er folgt auf Benedikt Lüthi. Weitere Personalien: Bei Alvarez & Marsal wurden Richard Hell und Andreas Schwabe zu Direktoren ernannt – mit Fokus auf Lieferkettenmanagement beziehungsweise digitale Transformation. PINKTUM besetzte die Positionen des CFO mit Thilo von Trotha und der Leitung Marketing und Sales International mit Sylvia Tantzen neu.
Öffentlicher Dienst und Handel suchen Personal
Auch außerhalb der reinen Beratungsbranche wird kräftig rekrutiert. Die Deutsche Rentenversicherung Bund sucht IT-Risikomanager für Berlin und Würzburg – Bewerbungsschluss ist der heutige Dienstag, der 2. Juni 2026. Im Industriesektor schrieb Hermes Germany Elektriker und Industriemechaniker für den Standort Leipzig aus.
Der Einzelhandel setzt auf Nachwuchsförderung: Der Non-Food-Discounter TEDi kündigte 333 Ausbildungsplätze für das Jahr 2026/2027 an. Die Stellen verteilen sich auf Handelsmanagement und Verkauf – das Unternehmen wurde kürzlich als Top-Arbeitgeber in Deutschland zertifiziert. Spezialisten wie TKD Kabel setzen derweil auf duale Studiengänge in Betriebswirtschaft und Ingenieurwesen, um sich den Fachkräftenachwuchs zu sichern.
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