Personalmangel: 72 Prozent unbesetzter Stellen im Mittelstand
09.06.2026 - 22:20:14 | boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) vom 8. Juni.
Von den rund 393.000 Stellen, die in Deutschland als unbesetzbar gelten, entfallen knapp 72 Prozent auf den Mittelstand. Die Lage variiert dabei stark nach Region: In Bayern bleibt rechnerisch jede zweite Stelle unbesetzt, in Berlin nur jede fünfte.
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Besonders in ländlichen Bundesländern ist die Abhängigkeit vom Mittelstand enorm. Dort entfallen bis zu 80 Prozent der offenen Stellen in Engpassberufen auf KMU. Am dringendsten gesucht werden Fachkräfte mit Berufsausbildung in Produktion, Handwerk sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.
KI hilft bei der Kandidatensuche
Viele Unternehmen setzen deshalb auf neue Technologien. Laut einer LinkedIn-Untersuchung vom Juni 2026 sehen 53 Prozent der Recruiter den Mangel an qualifizierten Bewerbern als größte Hürde. Gleichzeitig glauben 81 Prozent an das Potenzial von KI-gestützten Anwendungen.
Anfang Juni wurde ein KI-Assistent für den deutschsprachigen Markt vorgestellt, der Recruiting-Prozesse automatisieren soll. Erste Anwender berichten von einer Zeitersparnis von rund 1,5 Stunden pro Stelle. Die zu sichtenden Profile reduzieren sich um 81 Prozent. Die Technologie erkennt relevante Fähigkeiten auch jenseits klassischer Lebensläufe.
Externe Führungskräfte gefragt
Neben Softwarelösungen boomen auch externe Management-Formate. Der polnische Interim-Management-Markt wuchs auf 4.000 bis 5.000 aktive Manager, die Tagessätze stiegen um 6,4 Prozent.
Besonders gefragt sind Experten für Strategie und Finanzen. Die Tagessätze für Strategieberatung liegen zwischen 760 und 1.905 Euro. Der Anteil der Finanzprojekte stieg von 10 auf 16 Prozent.
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Auch große Konzerne setzen auf Kontinuität: SAP verlängerte den Vertrag seiner Personalvorständin Gina Vargiu-Breuer vorzeitig bis Januar 2030.
Neue Regeln und bessere Benefits
Am 23. Juni plant der Gesamtverband der Personaldienstleister (GVP) eine Fachveranstaltung in Berlin. Thema sind das neue GVP-Tarifwerk 2026 und das Bundestariftreuegesetz. Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie Vertreter von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden diskutieren über die Zukunft des Arbeitsmarktes.
Parallel rückt die Unternehmenskultur in den Fokus. Eine Studie der HR WORKS GmbH zeigt: 63 Prozent der Befragten erlebten Entlassungsgespräche, die maximal zehn Minuten dauerten. Über die Hälfte empfand diese als rein formal.
Um als Arbeitgeber attraktiver zu werden, setzen Firmen auf alltagsnahe Benefits. Anbieter wie Wolt for Work bewerben digitale Essenszuschüsse. Spezialisierte Dienstleister wie Validato bieten DSGVO-konforme OSINT-Recherchen an, um Risikoprofile von Kandidaten zu erstellen und Fehlbesetzungen zu vermeiden.
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