PFHxA-Grenzwerte, Chemikalien

PFHxA-Grenzwerte: EU beschränkt Chemikalien in Kleidung und Kosmetik

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 16:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Seit dem 10. Oktober 2026 begrenzen EU-Vorgaben PFHxA in Kleidung, Kosmetik und weiteren Produkten; bestimmte Anwendungen bleiben ausgenommen.

EU-Grenzwerte für PFHxA gelten nun für Kleidung und Kosmetik
Klares Gebirgsgewässer fließt über glatte Flusskiesel in einer unberührten Waldlandschaft. Illustration mit AI erstellt.

In der Europäischen Union ist eine weitere Stufe der Beschränkungen für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen in Kraft getreten. Seit dem 10. Oktober 2026 gelten unionsweit verbindliche Grenzwerte für Undecafluorhexansäure (PFHxA), ihre Salze sowie verwandte Stoffe. Betroffen sind davon Textilien, Leder, Schuhe, Pelze und Häute in Kleidungsstücken sowie Kosmetika wie Gesichtscremes.

Rechtsgrundlage des Schritts ist die Verordnung (EU) 2024/2462 der EU-Kommission vom 19. September 2024, mit der Eintrag 79 in Anhang XVII der europäischen Chemikalienverordnung REACH geändert wurde. Mit dem Stichtag im Oktober endete die dafür festgelegte 24-monatige Übergangsfrist.

Strenge Grenzwerte und klare Ausnahmeregelungen

Die Neuregelung begrenzt das Inverkehrbringen der betroffenen Industriechemikalien drastisch. Je homogenem Material liegt der Höchstwert für die Summe aus PFHxA und ihren Salzen bei 25 µg/kg (25 ppb). Für die Summe aller PFHxA-verwandten Stoffe gilt ein Grenzwert von 1.000 µg/kg (1.000 ppb).

Neben Bekleidung, Schuhen und Kosmetika greifen die Beschränkungen auch für Gemische für Endverbraucher wie Imprägniersprays sowie für Lebensmittelkontaktmaterialien aus Papier und Karton, darunter Pizzakartons und Pappbecher.

Die EU-Kommission stellt klar, dass es sich nicht um ein pauschales Komplettverbot aller PFAS handelt, sondern um die Beschränkung einer spezifischen Stoffgruppe und konkreter Anwendungsbereiche. Ausgenommen von den Vorgaben bleiben persönliche Schutzausrüstung der höchsten Risikokategorie, Medizinprodukte, In-vitro-Diagnostika sowie Bautextilien.

Bereits erworbene Produkte müssen von Verbrauchern nicht entsorgt werden. Händler dürfen Waren, die vor dem 10. Oktober 2026 in den Verkehr gebracht wurden, weiterhin abverkaufen, sofern der Lieferant den entsprechenden Nachweis erbringt.

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Ursprung der Regulierung und Belastung der Umwelt

Den Anstoß für das Verfahren gab Deutschland, das im Dezember 2019 ein entsprechendes Dossier bei der Europäischen Chemikalienagentur einreichte. Während Deutschland ursprünglich eine Übergangsfrist von 18 Monaten vorgeschlagen hatte, plädierte der Ausschuss für sozioökonomische Analyse damals für 36 Monate, bevor letztlich die zweijährige Frist beschlossen wurde. PFHxA war in der Vergangenheit häufig als Ersatzstoff für das bereits regulierte PFOA eingesetzt worden.

Verbraucherschützerin Kerstin Effers von der Verbraucherzentrale NRW wies darauf hin, dass das Verbot ausschließlich die C6-Stoffgruppe PFHxA erfasse und somit nicht sämtliche PFAS-Verbindungen abdecke. Wie dringlich Schutzmaßnahmen sind, unterstreicht die Studienlage: Bei zwei Dritteln der jungen Bevölkerung in Deutschland lassen sich mindestens drei PFAS gleichzeitig im Blut nachweisen.

Auch Gewässer weisen teils massive Kontaminationen auf. Am rheinland-pfälzischen Flughafen Hahn liegt die Konzentration im Brühlbach 3.500-mal höher als die EU-Umweltqualitätsnorm. Auch international wächst der Druck: Einzelne US-Bundesstaaten haben die Chemikalien in Feuerwehrkleidung verboten, und San Francisco mustert alle PFAS-haltigen Schutzanzüge aus.

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Weitere Fristen für die Industrie

Für Verpackungen griffen bereits vor der aktuellen Stufe strengere Vorschriften: Seit dem 12. August 2026 gelten parallel die Anforderungen der EU-Verpackungsverordnung an Lebensmittelkontaktverpackungen über alle Materialien hinweg. Diese schreiben Grenzwerte von unter 25 ppb je Einzel-PFAS, unter 250 ppb für die Summe gezielt gemessener PFAS sowie unter 50 ppm für PFAS inklusive polymerer Verbindungen vor.

Der Ausstieg aus PFHxA vollzieht sich zudem in weiteren Schritten. Seit dem 10. April 2026 gelten bereits Beschränkungen für Feuerlöschschäume im Rahmen von Übungen, Prüfungen und bei öffentlichen Feuerwehren. Ab dem 10. Oktober 2027 folgen Textilien außerhalb des Bekleidungssektors, darunter Teppiche, Vorhänge, Heimtextilien und Polsterbezüge. Für Löschschäume in der zivilen Luftfahrt endet die Übergangsfrist schließlich am 10. Oktober 2029.

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