Pflegelöhne, Fachkräfte

Pflegelöhne: Fachkräfte verdienen ab Juli 2027 mindestens 21,58 Euro

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 14:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz deutlich erhöhter Mindestlöhne in der Pflege steigen die durchschnittlichen Pflegeheimkosten auf 3.364 Euro monatlich.

Pflegekräftemangel: Hohe Lohnsteigerungen und steigende Heimkosten
Nahaufnahme der Hände einer Pflegekraft, die sanft die Hand eines älteren Patienten hält, im Hintergrund ein verschwommener Krankenhausflur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Daten von Jobportalen und der Bundesagentur für Arbeit zeigen eine bundesweit hohe Zahl unbesetzter Stellen. Allein in Essen sind rund 52.000 offene Positionen über alle Branchen gemeldet.

Auf spezialisierten Portalen wie stellenanzeigen.de waren am 18. Juli bundesweit 3.533 Stellen im Pflegebereich gelistet. Das Durchschnittsgehalt liegt bei rund 42.000 Euro pro Jahr. Regionale Schwerpunkte: Nordrhein-Westfalen mit den Städten Ratingen, Velbert und Düsseldorf. In Hamburg zählte ein führendes Stellenportal am 19. Juli allein 711 Angebote für Pflegefachkräfte – die Mehrzahl in Vollzeit.

Höhere Mindestlöhne für Pflegekräfte

Die finanzielle Attraktivität des Berufsfelds steht im Fokus politischer und tariflicher Maßnahmen. Seit dem 1. Januar 2026 liegt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn bei 13,90 Euro brutto pro Stunde. Für 2027 ist eine Erhöhung auf 14,60 Euro vorgesehen.

In der spezialisierten Pflege gelten höhere Sätze: Pflegefachkräfte erhalten bis zum 30. Juni 2027 mindestens 21,03 Euro pro Stunde. Qualifizierte Pflegehilfskräfte kommen auf 17,80 Euro, einfache Pflegehilfskräfte auf 16,52 Euro. Ab dem 1. Juli 2027 steigen die Sätze für Fachkräfte auf 21,58 Euro.

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Auch im Bereich der Heilmittel gibt es Bewegung. Eine Schiedsstelle setzte rückwirkend zum 1. Juli eine Erhöhung der Vergütung um 4,11 Prozent fest. Grundlage ist das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das Bundestag und Bundesrat verabschiedet haben.

Pflegeheimkosten: Anstieg um 256 Euro pro Monat

Während die Löhne steigen, wächst auch der finanzielle Druck auf Pflegebedürftige und Angehörige. Die durchschnittlichen Pflegeheimkosten liegen mittlerweile bei 3.364 Euro pro Monat – ein Plus von 256 Euro gegenüber dem Vorjahr. Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE) stieg um 12 Prozent auf durchschnittlich 1.775 Euro.

Die regionalen Unterschiede sind enorm: Bremen ist mit 4.105 Euro am teuersten, Sachsen-Anhalt mit 3.190 Euro am günstigsten. Die aktuelle Pflegereform sieht eine Verlängerung der Zuschuss-Anhebungsdauer von 12 auf 18 Monate vor. Das entlastet die Kassen jährlich um rund 2,6 Milliarden Euro. Ab 2028 ist zudem eine jährliche Anpassung der Leistungen geplant.

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Internationaler Wettbewerb um Pflegepersonal

Der Bedarf an Pflegekräften endet nicht an der deutschen Grenze. In Österreich waren am 19. Juli knapp 480 Stellen in der Pflege ausgeschrieben. Große Träger wie das Hilfswerk Niederösterreich und die Caritas Wien suchen händeringend Personal. Auch Luxemburg meldet hohen Bedarf: 146 Vakanzen für Pflegehelfer zum 20. Juli.

Flexible Arbeitsmodelle gewinnen an Bedeutung. Auf dem deutschen Markt sind aktuell über 15.000 Stellenangebote für Pflegeberater registriert. Viele bieten Homeoffice-Optionen oder Dienstwagenregelungen. Die Arbeitgeber reagieren damit auf den Wettbewerb um qualifiziertes Personal, das zunehmend Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben legt.

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