Pflegereform: RentenbeitrĂ€ge fĂŒr Pflegende sinken um 30 Prozent
08.06.2026 - 14:20:19 | boerse-global.de
Vor allem unionsgefĂŒhrte LĂ€nder verweigerten ihre Zustimmung â aus Sorge vor SteuerausfĂ€llen von bis zu 2,8 Milliarden Euro.
Der Knackpunkt: LĂ€nder und Kommunen mĂŒssten fast zwei Drittel der Mindereinnahmen tragen. Die zur Gegenfinanzierung vorgesehene Tabaksteuererhöhung flieĂt dagegen komplett an den Bund. Die Regierung kann nun den Vermittlungsausschuss anrufen.
Ab welchem Gehalt fallen fĂŒr Ihre Mitarbeiter keine Sozialabgaben mehr an? Die aktuellen Beitragsbemessungsgrenzen verraten es â und dieser kostenlose Download erklĂ€rt alles Schritt fĂŒr Schritt. Aktuelle Beitragsbemessungsgrenzen kostenlos herunterladen
Pflegereform: Ministerium plant drastische Einschnitte
Parallel sorgt ein Entwurf des Gesundheitsministeriums fĂŒr Unmut. Um eine FinanzierungslĂŒcke von ĂŒber 20 Milliarden Euro in der Pflegeversicherung zu schlieĂen, will Ministerin Warken massiv kĂŒrzen.
Das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) sieht unter anderem vor: Die RentenbeitrĂ€ge fĂŒr pflegende Angehörige sollen um 30 Prozent sinken. Allein 2027 sparte das rund 1,8 Milliarden Euro, bis 2030 sogar 7,8 Milliarden.
Weitere MaĂnahmen im Ăberblick:
- Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze auf 77.400 Euro â betrifft rund sechs Millionen BeschĂ€ftigte
- Beitragserhöhung fĂŒr Kinderlose um 0,1 Prozent
- ZusĂ€tzliche BeitrĂ€ge fĂŒr Minijobber â jĂ€hrlich 1,2 Milliarden Euro
- VerschĂ€rfte Kriterien bei Pflegegraden, KĂŒrzung von Entlastungsbudgets
Besonders die RentenkĂŒrzungen fĂŒr Pflegende treffen auf Widerstand. Ăberwiegend Frauen sind betroffen. VerbĂ€nde und Politiker kritisierten den Entwurf scharf. Das Arbeitsministerium setzte eine geplante Anhörung vorerst aus.
Angesichts geplanter ZusatzbeitrĂ€ge und neuer Grenzen ist die betriebsprĂŒfungssichere Abrechnung von Minijobbern wichtiger denn je. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie Sie sich vor kostspieligen Nachforderungen schĂŒtzen. Gratis-Leitfaden zur Minijobber-Abrechnung sichern
Steuerfreiheit fĂŒr Ăberstunden: Zeitplan gerĂ€t ins Stocken
Auch das ArbeitsmarktstĂ€rkungsgesetz hakt. Die geplante Steuerfreiheit fĂŒr ĂberstundenzuschlĂ€ge ist noch nicht in Kraft. Der Entwurf sah vor: ZuschlĂ€ge von bis zu 25 Prozent des Grundlohns bleiben steuerfrei â aber nur, wenn sie ĂŒber die tarifliche Vollzeit hinausgehen.
Kritiker bemĂ€ngeln die Verteilungsgerechtigkeit. Rund 30 Prozent der ErwerbstĂ€tigen wĂŒrden leer ausgehen â darunter fast jede zweite Frau in Teilzeit.
BundesratsprĂ€sident warnt vor ReformĂŒberlastung
Angesichts der vielen Vorhaben in Steuern, Gesundheit, Pflege und Rente mahnte BundesratsprĂ€sident Bovenschulte zur Konzentration. Er bezeichnete die Regierung als âsehr ankĂŒndigungsstarkâ, forderte aber PrioritĂ€t fĂŒr die Steuerreform.
Bovenschulte drohte mit Blockade im Bundesrat, falls die EinnahmeausfÀlle der LÀnder nicht kompensiert werden. LÀnder und Kommunen erhalten mehr als die HÀlfte der Einkommensteuer. Er schlug eine befristete Aussetzung der Schuldenbremse oder alternative Kreditfinanzierung vor. Eine Streichung des Handwerker-Bonus oder des Dienstwagenprivilegs lehnte er ab.
Die Koalition unter Kanzler Merz will bis zum 30. Juni 2026 eine Einigung ĂŒber das Reformpaket. In den kommenden Tagen sind weitere Beratungen mit Gewerkschaften und Wirtschaft geplant.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
