Phishing-Welle: Commerzbank-Kunden im Visier der Cyberkriminellen
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 20:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Verbraucherzentrale hat am 13. August 2026 eine dringende Warnung vor einer neuen, großflächigen Phishing-Kampagne veröffentlicht, die gezielt Kunden der Commerzbank ins Visier nimmt.
Unter dem Vorwand erforderlicher Datenbestätigungen versuchen Kriminelle, sensible Zugangsdaten zu entwenden. Diese Welle ist Teil eines breiteren Trends, bei dem auch Kunden anderer Finanzinstitute und Dienstleister zunehmend professionell gestalteten Angriffen ausgesetzt sind.
Betrugsmasche mit Bezug auf Geldwäschegesetz und DSGVO
Die aktuellen E-Mails an Commerzbank-Kunden tragen den Betreff „Sicherheitsmitteilung: Bestätigung Ihrer persönlichen Daten bis 08. August 2026 erforderlich“. Die Absender täuschen eine rechtliche Notwendigkeit vor und verweisen explizit auf das Geldwäschegesetz (GwG) sowie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).
Den Empfängern wird suggeriert, dass eine Bestätigung ihrer persönlichen Informationen zwingend notwendig sei, um eine Sperrung von Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen zu verhindern.
Nach Analysen der Verbraucherzentrale weisen diese Nachrichten deutliche Erkennungsmerkmale für Betrug auf. Dazu zählen eine unpersönliche Anrede, unseriöse Absenderadressen sowie die direkte Aufforderung, einem Link zu folgen. Banken fordern ihre Kunden grundsätzlich nicht per E-Mail zur Eingabe von Passwörtern, PINs oder TANs auf.
Zahlreiche Finanzinstitute und Behörden im Visier
Neben der Commerzbank sind laut dem Phishing-Radar der Verbraucherzentrale derzeit mehrere weitere Institute betroffen. Kunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken erhielten E-Mails bezüglich einer vermeintlich notwendigen Aktualisierung der „VR-SecureGo-App“, wobei behauptet wurde, der Zugang liefe am 11. August 2026 ab. Bei der DKB kursieren Nachrichten mit dem Button „Jetzt reaktivieren“, die eine Deaktivierung des Online-Bankings zum 20. August 2026 androhen.
Auch Kunden der easybank und Nutzer von PayPal sind seit Mitte August verstärkt Ziel von Angriffen. Zudem warnt die Finanzverwaltung vor gefälschten Schreiben im Namen des Bundeszentralamts für Steuern.
Seit dem 7. August 2026 wird dabei ein angebliches Guthaben von 263 Euro aus einer Jahresveranlagung in Aussicht gestellt, um Opfer auf präparierte Webseiten zu locken. Am 14. August 2026 wurde zudem eine Welle gemeldet, die sich als Apple-Support ausgibt und fehlgeschlagene Zahlungen für iCloud-Dienste reklamiert.
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Steigende Professionalisierung durch Künstliche Intelligenz
Aktuelle Marktstudien unterstreichen die wachsende Gefahr durch Cyberkriminalität. Laut dem „Phishing Threat Trends Report“ von KnowBe4 werden mittlerweile 86 Prozent der Angriffe KI-gesteuert durchgeführt. Besonders alarmierend ist die Zunahme bei internen Täuschungsmanövern: Im ersten Quartal 2026 täuschten 30 Prozent der Angriffe vor, von Teammitgliedern innerhalb der eigenen Organisation zu stammen.
Eine Untersuchung von SpyCloud ergab zudem, dass in den letzten 12 Monaten bei 86 Prozent der Fortune-100-Unternehmen Mitarbeiterdaten durch Phishing offengelegt wurden.
In Deutschland sind laut Cybersicherheitsmonitor 2026 elf Prozent der Internetnutzer von Cyberkriminalität betroffen, wobei Phishing mit zwölf Prozent einen signifikanten Anteil ausmacht. Die technische Hürde für Angreifer sinkt dabei kontinuierlich; sogenannte Phishing-as-a-Service-Kits werden bereits für 50 bis 250 US-Dollar monatlich angeboten.
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Datenpannen erhöhen das Risiko für gezielte Angriffe
Zusätzliche Risiken entstehen durch aktuelle Datenabflüsse bei Dienstleistern. Der Hardware-Wallet-Anbieter Trezor informierte über eine Panne bei seinem Partner ShipMonk, von der 13.689 Kunden betroffen sind. Dabei wurden in über 11.000 Fällen Namen, Adressen und E-Mail-Daten entwendet.
Auch der Dienstleister Questel bestätigte nach einem vishing-Angriff auf eine Microsoft-365-Umgebung einen Datenabfluss, wobei Angreifer behaupten, Zugriff auf 21 Millionen Datensätze erhalten zu haben.
In der Hotelbranche nutzen Angreifer vermehrt echte Buchungsdaten nach Leaks bei IT-Dienstleistern wie ibelsa, um Gäste über Kanäle wie WhatsApp zur Preisgabe von Kreditkartendaten zu bewegen. Experten raten dringend dazu, bei unangeforderten Nachrichten keine Links zu öffnen und im Zweifelsfall die offiziellen Apps oder Webseiten der Anbieter direkt aufzurufen.
Das Bundeskriminalamt (BKA) konnte am 13. August 2026 einen Erfolg vermelden und zerschlug ein internationales Phishing-Netzwerk im Bereich Online-Banking.
