Pistorius hat Bedenken gegen Regierung mit Berliner Linken
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 07:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWĂ€hrend es Linken-LandesverbĂ€nde gebe, die sich in Regierungen wie in ThĂŒringen, Mecklenburg-Vorpommern oder Bremen konstruktiv verhalten hĂ€tten, gebe es in Berlin Probleme, die sich nicht mit ein paar SĂ€tzen in einer Sondierungsvereinbarung aus der Welt rĂ€umen lieĂen, sagte Pistorius auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
So habe die Linke in Berlin nicht nur ein ungeklĂ€rtes VerhĂ€ltnis zum Antisemitismus, sondern in den letzten Jahren auch keinerlei glaubwĂŒrdige Bereitschaft erkennen lassen, dieses VerhĂ€ltnis zu klĂ€ren, sagte er. Pistorius: "Da reichen dann auch ein paar lauwarme SĂ€tze nicht aus. Das ist fĂŒr mich ein No-Go."
Das Gleiche gelte fĂŒr eine mindestens nicht geklĂ€rte NĂ€he zu kriminellen Clans und die Einstellung zu Sicherheitsbehörden wie Polizei und Verfassungsschutz.
"Das sage ich auch sehr deutlich als langjĂ€hriger ehemaliger Innenminister. Die Forderung, Polizei und Verfassungsschutz ausgerechnet in den jetzigen Zeiten in ihrer Arbeit einzuschrĂ€nken ist etwas, was man in dieser Form von kaum einem anderen Linken-Landesverband hört", sagte der ehemalige Innenminister von Niedersachsen. "Und deswegen wĂ€re fĂŒr mich eine Zusammenarbeit in Berlin, fĂŒr die ich aber keine Verantwortung trage, kaum vorstellbar und ertrĂ€glich, um es klar zu sagen."
Pistorius: Linke aber nicht mit AfD gleichstellen
Er warnte zugleich davor, mit Kritik an der Partei zu ĂŒberziehen. "Es ist schon sehr irrlichternd, wenn man die Linke pauschal mit der AfD gleichstellt und alle Linken-LandesverbĂ€nde auf die gleiche Stufe stellt", sagte Pistorius.
Die Bundestagsfraktion der SPD hatte am Montag mit einem Marsch durch das Brandenburger Tor in Berlin zum Bebelplatz ihren Protest gegen die Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum ParlamentsprÀsidenten in Sachsen-Anhalt deutlich gemacht. Pistorius hatte die Ereignisse des Tages scharf kritisiert und die Nationalhymne angestimmt.
Demokratinnen und Demokraten seien immer noch in der Mehrheit und mĂŒssten deutlich machen, dass sie bereit sind, die Demokratie zu verteidigen, sagte er dazu der Deutschen Presse-Agentur.
"Wenn wir ĂŒber die AfD reden, darf nie der Eindruck entstehen, als sei die AfD ein aus dem Nichts gekommenes PhĂ€nomen", sagte er. Es gehe immer auch um die Reaktion auf RealitĂ€ten und wie sie wahrgenommen werden, auch darum, "wie Regierungen anderer Parteien in den Jahren zuvor gearbeitet haben". Das könne man "gar nicht wegdiskutieren".
Pistorius sagte: "Aber gleichzeitig darf man eben auch nicht negieren, dass, wenn jemand die AfD wÀhlt, dann weià er anders als vielleicht noch vor 8 Jahren oder vor 10 Jahren, dass er eine AfD wÀhlt, die rechtsextrem und in Teilen faschistisch ist, die rassistisch daherkommt und die nichts Gutes vorhat mit unserer Demokratie und mit unserem Land."
