Planet Labs, Satellitenproduktion Berlin

Planet Labs startet Satellitenproduktion in Berlin

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 16:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Planet Labs will ab diesem Herbst in Berlin Satelliten fertigen und erproben. Der US-Konzern plant zunÀchst den Bau eines Satelliten vor Jahresende und könnte die Produktion auf bis zu 60 Exemplare pro Jahr ausweiten.

  • Der erste in Berlin gebaute Satellit solle vor Ende des Jahres fertig sein. - Bild: Planet Labs GmbH/dpa
    Der erste in Berlin gebaute Satellit solle vor Ende des Jahres fertig sein. - Bild: Planet Labs GmbH/dpa
  • Standort Berlin: Bald Produktion von Satelliten geplant. (Archivbild) - Bild: Christoph Soeder/dpa
    Standort Berlin: Bald Produktion von Satelliten geplant. (Archivbild) - Bild: Christoph Soeder/dpa
  • Reiche sagte mit Blick auf die Bedrohung durch Russland: «Russland bedroht die EU tĂ€glich. Russland bedroht Deutschland tĂ€glich.» - Bild: Shireen Broszies/dpa
    Reiche sagte mit Blick auf die Bedrohung durch Russland: «Russland bedroht die EU tÀglich. Russland bedroht Deutschland tÀglich.» - Bild: Shireen Broszies/dpa
Der erste in Berlin gebaute Satellit solle vor Ende des Jahres fertig sein. - Bild: Planet Labs GmbH/dpa Standort Berlin: Bald Produktion von Satelliten geplant. (Archivbild) - Bild: Christoph Soeder/dpa Reiche sagte mit Blick auf die Bedrohung durch Russland: «Russland bedroht die EU tÀglich. Russland bedroht Deutschland tÀglich.» - Bild: Shireen Broszies/dpa

Das US-Unternehmen Planet Labs will ab diesem Herbst in Berlin Satelliten bauen und erproben und damit seinen ersten vollwertigen Fertigungsstandort außerhalb der USA eröffnen.

Erster Berliner Satellit noch in diesem Jahr

Die gesamte Fertigung und Erprobung solle in Berlin stattfinden, sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Planet Labs Deutschland, Martin Polak, der Deutschen Presse-Agentur. Der erste in Berlin gebaute Satellit solle vor Ende des Jahres fertig werden.

Die Anlage könne auf eine KapazitÀt von bis zu 60 Satelliten pro Jahr ausgebaut werden. Zum genauen Umfang der Investition machte das Unternehmen keine Angaben; erwartet werde jedoch ein Betrag von mehr als zehn Millionen Euro.

70 zusÀtzliche BeschÀftigte geplant

In der Berliner Niederlassung arbeiten nach Unternehmensangaben derzeit knapp 150 Menschen. Diese Zahl solle um weitere 70 BeschÀftigte wachsen.

Die geplanten sogenannten Pelican-Satelliten sollen hochauflösende Bilder fĂŒr die Erdbeobachtung liefern. Satellitendaten werden unter anderem fĂŒr Wetter- und Klimabeobachtung sowie zur AufklĂ€rung militĂ€rischer Anlagen genutzt und spielen auch im Ukraine-Krieg eine wichtige Rolle.

Reiche betont Bedeutung fĂŒr Sicherheit

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verwies bei der Vorstellung des Vorhabens auf die Bedeutung von Satelliten fĂŒr Sicherheit und technologische SouverĂ€nitĂ€t. Das gelte sowohl fĂŒr zivile Anwendungen als auch fĂŒr den Spannungs- und Verteidigungsfall.

Mit Blick auf Russland sagte Reiche: «Russland bedroht die EU tĂ€glich. Russland bedroht Deutschland tĂ€glich.» Deutschland und Europa mĂŒssten in der Lage sein, Erdbeobachtung eigenstĂ€ndig und mit eigenen Daten zu betreiben.

Unternehmen verweist auf europÀische Infrastruktur

Auf mögliche Einflussmöglichkeiten der US-Regierung und amerikanischer Behörden auf sensible Daten reagierte Planet Labs zurĂŒckhaltend. Polak sagte, das Unternehmen betreue seit mehr als zehn Jahren Regierungskunden in Europa ohne Schwierigkeiten.

AbhĂ€ngigkeiten fĂŒr europĂ€ische Kunden sollten unter anderem durch die Satellitenfertigung in Berlin, den Missionsbetrieb von Deutschland aus, europĂ€ische Bodenstationen und die Speicherung von Daten in europĂ€ischer Cloud-Infrastruktur verringert werden. Detailfragen zu einem möglichen Zugriff oder Einfluss amerikanischer Behörden beantwortete Polak nicht.

Satelliten werden zur Sicherheitsinfrastruktur

Der geplante Berliner Standort fĂ€llt in eine Phase, in der Erdbeobachtung nicht mehr nur als ziviles Forschungs- und Wirtschaftsthema gilt. Satellitendaten unterstĂŒtzen Wettervorhersagen, Klimabeobachtung und Katastrophenschutz, liefern aber auch Informationen ĂŒber militĂ€rische Bewegungen und kritische Infrastruktur.

Mit der Fertigung in Berlin verbindet Planet Labs Produktion, Missionsbetrieb und europĂ€ische Datenverarbeitung an einem Standort. Das kann AblĂ€ufe fĂŒr europĂ€ische Kunden vereinfachen und ArbeitsplĂ€tze in einem technologieintensiven Bereich schaffen. Die angekĂŒndigte KapazitĂ€t von bis zu 60 Satelliten jĂ€hrlich wĂ€re zugleich ein erheblicher Ausbau der europĂ€ischen PrĂ€senz des Unternehmens.

EuropÀische Kontrolle bleibt zentrale Frage

Die Ansiedlung stĂ€rkt die industrielle Basis Europas, beseitigt aber nicht automatisch alle AbhĂ€ngigkeiten. Planet Labs hat seinen Hauptsitz in den USA; deshalb bleiben Fragen zu Eigentum, Zugriffsmöglichkeiten, DatenflĂŒssen und der Anwendung amerikanischer Rechtsvorschriften fĂŒr staatliche und sicherheitsrelevante Kunden wichtig. Das Unternehmen verweist auf europĂ€ische Bodenstationen, Cloud-Infrastruktur und den Betrieb aus Deutschland.

FĂŒr Berlin bedeutet das Vorhaben neben Investitionen und zusĂ€tzlichen Stellen auch eine stĂ€rkere Rolle im Raumfahrt- und Sicherheitsökosystem. Entscheidend wird sein, ob aus dem Produktionsstandort dauerhaft Forschung, Zulieferung und qualifizierte BeschĂ€ftigung entstehen. FĂŒr Nutzer von Satellitendaten kann mehr europĂ€ische Fertigung mittelfristig die Auswahl an Anbietern und die Ausfallsicherheit verbessern.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 70156653 |