POLITICO Competitive Germany Summit: Woidke warnt vor steigenden Strompreisen durch neue Gaskraftwerke - VDA-PrĂ€sidentin MĂŒller fordert nach Schaeffler-WerksschlieĂungen politische Kurskorrektur
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 11:20 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSWoidke widerspricht Bundeswirtschaftsministerium bei Strompreisen
Ein Schwerpunkt der Debatte lag auf den Kosten der deutschen Energiepolitik. Am Veranstaltungstag gab die Bundesnetzagentur die ZuschlĂ€ge der ersten Ausschreibungsrunde fĂŒr LangzeitkapazitĂ€ten im Rahmen der Kraftwerksstrategie bekannt (41 Gebote ĂŒber knapp zwölf Gigawatt bei einem durchschnittlichen Zuschlagspreis von rund 155.000 Euro; sechs von elf ZuschlĂ€gen gingen an das Lausitzer Energieunternehmen Leag). WĂ€hrend Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) in Berlin erklĂ€rte, die Ausschreibung schaffe die Grundlage fĂŒr eine "sichere und bezahlbare Stromversorgung" und senke die Kosten fĂŒr Stromkunden, widersprach Brandenburgs MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke (SPD) auf der BĂŒhne des POLITICO Competitive Germany Summit.
Woidke begrĂŒĂte die ZuschlĂ€ge fĂŒr die Leag mit Blick auf die Standorte JĂ€nschwalde, Boxberg und die Lausitz, warnte jedoch vor den finanziellen Folgen der ab 2031 geplanten Umlagefinanzierung: "FĂŒr den Strompreis ist es eher eine weniger gute Nachricht, weil der Strompreis durch den Bau der Gaskraftwerke steigen wird." Die neuen Kraftwerke wĂŒrden, "das gehört zur Wahrheit, durch den Steuerzahler bezahlt", sagte Woidke im Panel "Standort Deutschland 2030". Zudem reiche die aktuelle Subventionierung fĂŒr Investitionsentscheidungen der Industrie nicht aus: "Wir mĂŒssen dringend mit diesem Strompreis wettbewerbsfĂ€hig sein - und das sind wir momentan bei Weitem nicht." Da der Industriestrompreis nur fĂŒr drei Jahre gelte, bilde er keine Grundlage fĂŒr langfristige Investitionen energieintensiver Unternehmen in Deutschland. "Deswegen mĂŒssen wir hier dringend, dringend besser werden."
VDA-PrĂ€sidentin MĂŒller verlangt nach Schaeffler-Stellenabbau wirtschaftspolitische Konsequenzen
Unmittelbar nach der AnkĂŒndigung des Automobilzulieferers Schaeffler, vier Werke in Deutschland zu schlieĂen und europaweit 3.460 ArbeitsplĂ€tze abzubauen, forderte die PrĂ€sidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard MĂŒller, auf dem "POLITICO Competitive Germany Summit" ein Umsteuern der Bundesregierung.
"Die WettbewerbsfĂ€higkeit dieses Landes muss endlich die Top-PrioritĂ€t auf allen politischen Ebenen werden, um die notwendige Trendwende einzuleiten", sagte MĂŒller im Rahmen des Summits. "Politisches Nicht-Handeln kostet jeden Tag weitere Jobs." Der Wechsel vom Verbrennungsmotor zur ElektromobilitĂ€t koste ArbeitsplĂ€tze; an den deutschen Standortfaktoren entscheide sich jedoch, wo neue Stellen entstĂŒnden und wohin die Milliarden-Investitionen der Industrie flössen. Der Fall Schaeffler belege erneut, dass Unternehmen auf die bestehenden Standortbedingungen in Deutschland reagierten.
Das Programm gliederte die Standortdebatte in sieben thematische Schwerpunkte:
- Politische Standort-Agenda ("WettbewerbsfÀhigkeit made in Germany")
- EuropĂ€ische Industriepolitik ("BrĂŒssel & Beyond")
- Industrielle Transformation ("Standort Deutschland 2030")
- Investitionen und Kapitalmarkt ("Standort Deutschland unter Druck")
- Digitalisierung ("Europas Tech-SouverÀnitÀt")
- Energieversorgung und Netze ("Deutschlands Wettbewerbsnachteil Energie")
- AuĂenwirtschaft und Sicherheit ("Germany & Beyond: WettbewerbsfĂ€higkeit und Geopolitik")
Das gesamte Programm und die vollstÀndige Liste der Panelisten des "POLITICO Competitive Germany Summits" finden Sie HIER.
Pressekontakt:
Kritsanarat Khunkham
Director Communications PREMIUM-GRUPPE
kritsanarat.khunkham@axelspringer.com
030 2591 77608
Original-Content von: WELT ĂŒbermittelt durch news aktuell
