Porsche-Ergebnis: 1,74 Milliarden Euro trotz sinkender Umsätze und Auslieferungen
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Porsche AG hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 ihr Ergebnis deutlich verbessert, obwohl der Umsatz und die Auslieferungszahlen rückläufig waren.
Wie aus den am 27. Oktober 2026 veröffentlichten Unternehmenszahlen für den Zeitraum von Januar bis September hervorgeht, kletterte das operative Ergebnis auf 1,74 Milliarden Euro, nachdem es im Vorjahreszeitraum bei 0,04 Milliarden Euro gelegen hatte.
Der Umsatz sank gleichzeitig um 5,9 Prozent von 26,86 Milliarden Euro im Vorjahr auf 25,28 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite erholte sich von 0,2 Prozent auf 6,9 Prozent.
Weniger Auslieferungen und deutliche Entlastung bei Sonderkosten
Die weltweiten Auslieferungen des Stuttgarter Sportwagenherstellers gingen in den ersten drei Quartalen um 16,0 Prozent auf 178.532 Fahrzeuge zurück, verglichen mit 212.509 Einheiten im Vorjahreszeitraum. Als einziges Modell verzeichnete der Porsche 911 ein Absatzplus und legte in den ersten neun Monaten um 12 Prozent zu.
Zur volumenstärksten Vertriebsregion entwickelte sich Nordamerika mit 56.088 Fahrzeugen. In China gingen die Verkäufe hingegen um rund ein Drittel zurück. Finanzchef Jochen Breckner erklärte dazu, dass das Unternehmen sein Engagement in China deutlich reduziert habe.
Maßgeblich für die operative Erholung war ein deutlicher Rückgang der Restrukturierungskosten: Diese beliefen sich im Zeitraum von Januar bis September 2026 auf rund 500 Millionen Euro, nach 2,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Gewinn nach Steuern stieg laut einem Bericht vom 27. Oktober 2026 auf 1,82 Milliarden Euro, verglichen mit 114 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Im Segment Automobile stieg der Netto-Cashflow auf 2,50 Milliarden Euro nach 1,34 Milliarden Euro im Vorjahr, was einer Netto-Cashflow-Marge von 11,3 Prozent entspricht. Die Netto-Liquidität im Automobilbereich erhöhte sich gegenüber dem Jahresende 2025 um 884 Millionen Euro auf 8,23 Milliarden Euro.
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Die EBITDA-Marge lag bei 17,3 Prozent, während der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge bei 21,7 Prozent lag. Zum 30. September 2026 schloss der Konzern zudem den Verkauf von Bugatti Rimac und der Rimac Group ab, was einen Veräußerungsgewinn von 593 Millionen Euro und einen Zahlungsmittelzufluss von 984 Millionen Euro einbrachte.
Drittes Quartal übertrifft Markterwartungen
Im dritten Quartal 2026 erzielte Porsche einen Umsatz von 8,05 Milliarden Euro, ein Minus von 7,5 Prozent im Vorjahresvergleich. Das operative Quartalsergebnis lag bei 387 Millionen Euro, nachdem Sonderkosten im Vorjahresquartal zu einem operativen Verlust von 966 Millionen Euro geführt hatten.
Die Marge erreichte 4,8 Prozent. Damit übertraf Porsche die Markterwartungen: Visible Alpha hatte die Konsensschätzung für das operative Ergebnis im Vorfeld bei 331 Millionen Euro verortet.
Belastungen ergaben sich im Quartal unter anderem durch Sonderkosten für die strategische Anpassung bei Verbrennungsmotoren von rund 300 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2026 werden diese Sonderaufwendungen auf rund 800 bis 900 Millionen Euro beziffert, für 2027 auf 400 Millionen Euro.
Zudem wirkten sich im dritten Quartal Sondereffekte von 100 bis 200 Millionen Euro für Restrukturierungen, 250 Millionen Euro für Pensionsausfinanzierungen sowie 200 Millionen Euro für US-Zölle auf den Netto-Cashflow aus.
Prognose bestätigt und strategischer Umbau bis 2035
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte der Vorstand die bisherige Prognose. Der Konzern erwartet einen Umsatz von 35 bis 36 Milliarden Euro sowie eine operative Umsatzrendite von 5,5 bis 7,5 Prozent.
Die Netto-Cashflow-Marge Automobile soll zwischen 5,5 und 7,5 Prozent liegen, die EBITDA-Marge zwischen 15 und 17 Prozent und der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge zwischen 24 und 26 Prozent.
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Mit der Strategie unter dem Namen „Sportwagenschmiede '35" strebt das Management binnen fünf Jahren wieder eine operative Umsatzrendite von 10 bis 15 Prozent an. Vorstandsvorsitzender Michael Leiters hatte Anfang Oktober auf dem Kapitalmarkttag dargelegt, dass die Gewinnschwelle künftig bei weniger als 200.000 Fahrzeugverkäufen pro Jahr liegen solle. Die Belegschaft von rund 42.000 Beschäftigten soll mittelfristig um 25 Prozent verringert werden.
Finanzchef Breckner stellte für 2027 den betrieblichen Tiefpunkt in Aussicht. Wegen des fehlenden Verbrenner-Macan in Europa und anhaltender Schwäche in China werde mit einem weiteren Absatzrückgang und einem Betriebsergebnis unter dem Vorjahr gerechnet.
Eine spürbare Erholung sei ab 2028 zu erwarten, wenn der 2027 startende elektrische 718 sein erstes volles Verkaufsjahr erreicht und überarbeitete Verbrenner- sowie Plug-in-Hybrid-Versionen des Macan bereitstehen. Gerüchten über eine Verlagerung ins Ausland trat Breckner entgegen: Porsche plane keine Fertigung außerhalb Europas.
