Porsche-Sparprogramm, Sportwagenschmiede 35

Porsche will mit Sparprogramm zurück in die Erfolgsspur

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 08:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Porsche will nach dem Gewinneinbruch Kosten deutlich senken und sich stärker auf besonders rentable Fahrzeuge konzentrieren. Geplant sind unter anderem weniger Managementstellen, geringere Entwicklungskosten und ein Ausbau des hochpreisigen Modellangebots.

  • Porsche: Neue Strategie «Sportwagenschmiede '35».  - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
    Porsche: Neue Strategie «Sportwagenschmiede '35». - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
  • Porsche-Chef Michael Leiters: «Effizienter, produktiver und profitabler.» - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
    Porsche-Chef Michael Leiters: «Effizienter, produktiver und profitabler.» - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
Porsche: Neue Strategie «Sportwagenschmiede '35».  - Bild: Bernd Weißbrod/dpa Porsche-Chef Michael Leiters: «Effizienter, produktiver und profitabler.» - Bild: Bernd Weißbrod/dpa

Porsche will in den kommenden Jahren Kosten senken, die Organisation verschlanken und den Anteil besonders profitabler Fahrzeuge deutlich erhöhen.

Entwicklung und Produktion sollen günstiger werden

Der Sport- und Geländewagenbauer stellte bei einer Veranstaltung im Entwicklungszentrum Weissach bei Stuttgart seine strategische Neuausrichtung „Sportwagenschmiede ’35“ vor. Konzernchef Michael Leiters, der seit Januar im Amt ist, sagte laut Mitteilung, die Strategie solle Porsche effizienter, produktiver und profitabler machen.

Die Entwicklungskosten künftiger Modellreihen sollen um bis zu 20 Prozent sinken. Porsche plant zudem, die Personalkosten in der Fertigung mittelfristig um bis zu 30 Prozent zu reduzieren. Verkaufs- und Vertriebskosten sollen um 20 Prozent, Materialeinzelkosten um rund zehn Prozent zurückgehen.

Weniger Varianten und Managementstellen

Auch die Zahl der Modellvarianten soll sinken. Managementpositionen will Porsche mittelfristig um 40 Prozent verringern. Insgesamt soll die Belegschaft im direkten und indirekten Bereich zunächst um 25 Prozent und strategisch um 30 Prozent reduziert werden.

Der Konzern strebt eine Gewinnschwelle bei weniger als 200.000 Fahrzeugen an. Zuletzt seien viele Bereiche noch auf eine Produktion von rund 350.000 Autos ausgelegt gewesen, sagte Leiters. Porsche will damit weniger auf Masse und stärker auf margenstarke Fahrzeuge setzen.

Höherer Anteil teurer Modelle

Der Anteil besonders teurer Autos soll von rund einem Drittel auf fast die Hälfte steigen. Bis 2030 soll der durchschnittliche Verkaufspreis der teuersten 10.000 Fahrzeuge von 270.000 auf 330.000 Euro klettern.

Geplant sind unter anderem ein größeres und teureres SUV als der Cayenne sowie voraussichtlich ein zweisitziger Supersportwagen oberhalb des 911. Porsche will damit die Rendite des Modellangebots erhöhen.

Gewinn 2025 massiv eingebrochen

Der Autobauer kämpft mit sinkenden Absatzzahlen, besonders in China, einer geringeren Nachfrage nach E-Modellen und den US-Zöllen. Hinzu kamen Milliardenkosten für die Verlängerung der Verbrennerstrategie. Das Ergebnis nach Steuern sank 2025 um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro; im ersten Halbjahr stabilisierte sich das Ergebnis.

Im Sommer hatten sich Management und Arbeitnehmer bereits auf ein Sparprogramm verständigt. Es sieht bis 2035 den Abbau von 5.000 weiteren Stellen in der Region Stuttgart vor; betriebsbedingte Kündigungen sind im Gegenzug bis Ende 2035 ausgeschlossen. Weitere Abbauprogramme betreffen unter anderem das Leipziger Werk und Tochtergesellschaften.

Strukturwandel trifft auch das Premiumsegment

Porsche reagiert mit dem Programm „Sportwagenschmiede ’35“ auf eine Phase, in der mehrere Belastungen zusammenkommen: schwächere Absätze in China, eine zurückhaltende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, US-Zölle und hohe Kosten für die verlängerte Verbrennerstrategie. Der Gewinn nach Steuern sank 2025 um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro. Damit ist der angekündigte Sparkurs nicht nur ein Effizienzprogramm, sondern auch eine Antwort auf eine deutlich veränderte Ertragslage.

Die Marktentwicklung verschärft den Anpassungsdruck. In Deutschland entfielen im September 34,5 Prozent der Neuzulassungen auf vollelektrische Pkw; zugleich gingen die Porsche-Neuzulassungen im Vorjahresvergleich um 18,8 Prozent zurück. Für Porsche entsteht daraus ein Zielkonflikt: Das Unternehmen will den Anteil besonders teurer Fahrzeuge erhöhen, muss aber zugleich bei elektrischen Antrieben, Software und wettbewerbsfähigen Preisen Anschluss halten.

Weniger Menge, höhere Marge

Der Plan setzt deshalb auf eine niedrigere Gewinnschwelle und eine stärkere Konzentration auf hochpreisige Modelle. Weniger Varianten, geringere Entwicklungs- und Vertriebskosten sowie eine schlankere Verwaltung sollen die Fixkosten senken. Die geplante Reduzierung der Belegschaft und der Managementpositionen dürfte die Standorte und Zulieferer in der Region Stuttgart über Jahre prägen.

Für Kunden kann die Strategie eine stärker auf Luxus und Individualisierung ausgerichtete Modellpalette bedeuten. Gleichzeitig wächst das Risiko, dass ein geringeres Volumen Größenvorteile schwächt. Entscheidend wird daher sein, ob Porsche die höheren Preise tatsächlich am Markt durchsetzen und parallel die technologische Umstellung finanzieren kann.

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