MAGNETOM Free.Max von Siemens Healthineers - 0,55-T-MRT mit 80 cm Patientenöffnung und kompakter Bauweise
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 15:12 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
MAGNETOM Free.Max von Siemens Healthineers setzt als Hoch-V-MRT mit 0,55 Tesla auf einen ungewöhnlichen Mix aus breiter Patientenöffnung, kompakter Systemarchitektur und heliumarmer Magnettechnologie und soll die Magnetresonanztomografie räumlich und infrastrukturell leichter zugänglich machen. Die Feldstärke liegt bei 0,55 T, die Patientenöffnung bei 80 cm.
Technische Eckdaten des 0,55-T-Systems
MAGNETOM Free.Max ist als fest installiertes Ganzkörper-MRT mit supraleitendem Magnet ausgelegt und arbeitet bei einer Feldstärke von 0,55 Tesla. Der Magnet wird mit der DryCool-Technologie betrieben und benötigt weniger als 0,7 Liter flüssiges Helium. Der Scanner ist mit einem 80 cm breiten Patientenbore ausgeführt, während die Systemlänge inklusive Verkleidung bei rund 165 cm liegt. Das Gesamtgewicht des Systems liegt unter 3,2 Tonnen, der erforderliche Footprint bei etwa 24 m².
Die Gradientenausstattung wird in Herstellerunterlagen als B80-Gradients beschrieben. Der maximale Gradientenamplitudenwert liegt bei etwa 26 mT/m, die maximale Slew Rate bei bis zu 45 T/m/s. Das System nutzt Bildverarbeitungsfunktionen wie Deep Resolve Gain und Deep Resolve Sharp sowie Compressed Sensing und CAIPIRINHA zur Beschleunigung und Bildoptimierung. Zusätzlich kommen die RF-Plattform Tim mit 51 Empfangskanälen und myExam Companion für die Nutzerführung zum Einsatz.
Infrastruktur, Heliumbedarf und Patientenkomfort
Ein zentrales Merkmal des Systems ist die heliumarme Magnetarchitektur. Die DryCool-Technologie erlaubt einen Betrieb mit nur etwa 0,7 Litern flüssigem Helium, das im versiegelten Magnet fest eingeschlossen ist. Ein Quenchrohr wird nicht benötigt, was die Installationsanforderungen gegenüber klassischen 1,5-T- oder 3-T-Systemen reduziert. Die Gesamtscannerhöhe bleibt unter 2 m, wodurch das Gerät durch bestehende Flure und Türen vieler Einrichtungen gebracht werden kann. Die Transporthöhe liegt unter 2 Metern, das Systemgewicht unter 3,2 Tonnen.
Die Patientenöffnung von 80 cm soll vor allem groß gewachsene oder adipöse Personen sowie Menschen mit ausgeprägter Platzangst besser aufnehmen als die verbreiteten 60- oder 70-cm-Bores vieler 1,5-T-Scanner. Herstellermaterialien nennen eine mögliche Tischlast von bis zu 320 kg, kombiniert mit einer minimalen Tischhöhe von etwa 48 cm. Dadurch können auch schwerere Patienten auf niedrigerer Einstiegshöhe positioniert werden, was insbesondere in der orthopädischen und muskuloskelettalen Bildgebung relevant ist. Für veterinäre Anwendungen wird ebenfalls auf die Kombination aus 80-cm-Bore und hoher Tischlast hingewiesen.
Energiebedarf und Systemarchitektur im Vergleich
Die Systemarchitektur des MAGNETOM Free.Max ist darauf ausgelegt, die Anforderungen an Energieversorgung und Gebäudeinfrastruktur zu begrenzen. Angaben aus technischen Unterlagen nennen eine typische Leistungsaufnahme von etwa 13,3 kW im Untersuchungsbetrieb und Anschlusswerte von rund 42 kVA mit passiver sowie 64,2 kVA mit aktiver Kühlung. Damit bewegt sich das System bei der Leistungsaufnahme unter vielen klassischen 1,5-T-Systemen mit höheren Gradientenleistungen und konventionellem Heliumkryostat.
Im Vergleich zu einem typischen Ganzkörper-MRT mit 1,5 Tesla und einer 60- oder 70-cm-Öffnung setzt MAGNETOM Free.Max weniger auf maximale Signalstärke, sondern kombiniert niedrige Feldstärke mit digitaler Bildverarbeitung und hoher geometrischer Zugänglichkeit. Herstellerunterlagen stellen die 80-cm-Öffnung explizit dem Standard von 60 oder 70 cm gegenüber und betonen den Kompromiss aus Platzbedarf von 24 m² und erweiterten Patientengruppen. Der Ansatz adressiert damit Einrichtungen, die räumlich begrenzt sind, aber eine Ganzkörper-MRT-Diagnostik anbieten möchten.
Klinische Einsatzfelder und Zielgruppen
MAGNETOM Free.Max richtet sich vor allem an Einrichtungen, die Zugang und Patientenkomfort in der MRT-Bildgebung verbessern wollen, etwa Radiologiepraxen, kleinere Kliniken und Häuser mit begrenzter Infrastruktur. Der Fokus liegt weniger auf Hochfeld-Spezialapplikationen als auf Routineuntersuchungen, bei denen die Vorteile der breiten Öffnung und der niedrigen Feldstärke ausgespielt werden sollen. Dazu zählen muskuloskelettale Fragestellungen, bestimmte kardiovaskuläre Anwendungen und Untersuchungen von Patientinnen und Patienten mit ausgeprägter Platzangst.
Die Kombination aus 0,55 Tesla, 80 cm Bore, bis zu 320 kg Tischlast und kompaktem Footprint positioniert das Gerät als Alternative zu klassischen 1,5-T-Scannern in räumlich engen Situationen. Spezifische Stärken liegen in der besseren Zugänglichkeit für adipöse und klaustrophobe Patientinnen und Patienten sowie im reduzierten Aufwand für Kühlung und Heliumversorgung. Grenzen ergeben sich eher dort, wo maximale Signalstärke oder etablierte Hochfeldprotokolle entscheidend sind; hier bleiben konventionelle 1,5-T- und 3-T-Systeme im Vorteil.
Einordnung im MRT-Markt
Im heutigen MRT-Markt steht MAGNETOM Free.Max für einen Trend hin zu zugangsfokussierten Systemen, die technische Kennwerte wie Feldstärke und Gradientenleistung bewusst mit Patientenkomfort und Infrastrukturanforderungen abwägen. Herstellerunterlagen formulieren das Ziel, bisher nicht oder nur schwer untersuchte Patientengruppen überhaupt für MRT-Untersuchungen zugänglich zu machen. Damit ergänzt das System klassische Hochfeldscanner eher, als sie vollständig zu ersetzen, und adressiert Einrichtungen, in denen eine Kombination aus breiter Öffnung, moderater Leistungsaufnahme und heliumleichter Infrastruktur den Ausschlag gibt.
Details zu MAGNETOM Free.Max
Weitere technische Informationen und klinische Einsatzbeispiele zu MAGNETOM Free.Max stellt Siemens Healthineers online zur Verfügung.
Technische Übersicht und Daten im Alltag
Für die tägliche Arbeit in Radiologie und Bildgebung sind einige Kennwerte des MAGNETOM Free.Max besonders hervorzuheben: die Feldstärke von 0,55 Tesla, die 80 cm weite Patientenöffnung, der Footprint von etwa 24 m² und das Systemgewicht unter 3,2 Tonnen. Hinzu kommt die Gradientenausstattung mit maximal 26 mT/m Amplitude und bis zu 45 T/m/s Slew Rate. In Kombination mit der RF-Plattform Tim und den Bildverarbeitungswerkzeugen Deep Resolve und Compressed Sensing lässt sich die geringere Feldstärke durch digitale Verfahren teilweise kompensieren.
Die Energiekennzahlen mit typischer Leistungsaufnahme von 13,3 kW im Untersuchungsbetrieb und Anschlusswerten im Bereich von 42 bis 64,2 kVA spiegeln den Fokus auf eine moderat dimensionierte Infrastruktur wider. Das Gerät ist damit auch für Einrichtungen interessant, deren Stromversorgung oder Gebäudestruktur für große Hochfeldscanner nur eingeschränkt geeignet ist. In diesem Kontext kann MAGNETOM Free.Max als Zugangssystem dienen, das Untersuchungen ermöglicht, die zuvor aus Platz- oder Infrastrukturgründen kaum umsetzbar waren.
Fazit zur Positionierung von MAGNETOM Free.Max
MAGNETOM Free.Max von Siemens Healthineers kombiniert eine Feldstärke von 0,55 Tesla mit einer 80 cm breiten Patientenöffnung, einem kompakten Footprint von rund 24 m² und einem heliumarmen Magnetdesign mit weniger als 0,7 Litern flüssigem Helium. Die technische Auslegung adressiert Einrichtungen, die MRT-Diagnostik mit reduzierten Infrastrukturanforderungen und erweitertem Patientenzugang verbinden möchten. Im Vergleich zu klassischen 1,5-T-Scannern liegt der Schwerpunkt weniger auf maximaler Signalstärke, sondern auf Zugänglichkeit, Energieeffizienz und Installationsfreundlichkeit.
Wichtige Fakten zu MAGNETOM Free.Max
- Produkt: MAGNETOM Free.Max Hoch-V-MRT-System (0,55 T)
- Hersteller: Siemens Healthcare GmbH, Henkestr. 127, 91052 Erlangen, Deutschland
- Kategorie: Ganzkörper-MRT-System mit 0,55 Tesla
- Feldstärke: 0,55 Tesla supraleitender Magnet
- Patientenöffnung: 80 cm Bore-Durchmesser
- Systemgewicht: Gesamtgewicht weniger als 3,2 Tonnen
- Footprint: etwa 24 m² Stellfläche
- Heliumbedarf: etwa 0,7 Liter flüssiges Helium im versiegelten Magnet
- Gradientenleistung: maximale Amplitude etwa 26 mT/m, maximale Slew Rate bis zu 45 T/m/s
- Typische Leistungsaufnahme: rund 13,3 kW im Untersuchungsbetrieb
- Zielgruppe: Radiologiepraxen und Kliniken mit begrenztem Platzangebot und Bedarf an breiter Patientenöffnung
MAGNETOM Free.Max im Netz
Weitere Informationen und Materialien zu MAGNETOM Free.Max finden sich online bei Siemens Healthineers und Fachportalen.
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