Prozess gegen Ex-VW-Chef Winterkorn wird neu angesetzt
Veröffentlicht am: 01.10.2024 um 14:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Strafprozess gegen den frĂŒheren VW-Konzernchef Martin Winterkorn in der DieselaffĂ€re wird frĂŒhestens Anfang 2025 fortgesetzt. Nach einem Unfall des 77-JĂ€hrigen wird die Hauptverhandlung ausgesetzt und alle anberaumten Fortsetzungstermine werden aufgehoben, wie das Gericht mitteilte. Mitte September war der Prozess wegen der Verletzung von Winterkorn bereits verschoben worden. Nach Gerichtsangaben verletzte sich Winterkorn so schwer, dass er in ein Krankenhaus musste.
Nach einem medizinischen Gutachten sei nun klar, dass Winterkorn «mindestens in den nĂ€chsten Monaten nicht in der Lage sein wird, an Gerichtsverhandlungen teilzunehmen», teilte das Gericht mit. Damit könne die Verhandlung nicht innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Unterbrechungsfrist fortgesetzt werden. Es werde nun geprĂŒft, ob eine Neuansetzung fĂŒr das 1. Quartal 2025 möglich ist. Einzelheiten zu dem Unfall im hĂ€uslichen Umfeld und dem aktuellen Gesundheitszustand Winterkorns sind nicht bekannt.
Winterkorn weist VorwĂŒrfe zurĂŒck
Neun Jahre dem Auffliegen der Abgasmanipulationen beim Wolfsburger Autobauer hatte erst Anfang September der Prozess gegen Winterkorn begonnen. Dabei hatte der frĂŒhere Vorstandschef jegliche Schuld fĂŒr die DieselaffĂ€re bestritten. «Unser Mandant weist die gegen ihn erhobenen VorwĂŒrfe entschieden zurĂŒck. Wir sind zuversichtlich, dass wir zu einem guten Ergebnis fĂŒr unseren Mandanten gelangen werden», teilte sein Verteidiger Felix Dörr mit.
Dem 77-JĂ€hrigen werden in dem Verfahren vor der Wirtschaftsstrafkammer gewerbsmĂ€Ăiger Betrug, Marktmanipulation und uneidliche Falschaussage vorgeworfen. Winterkorn soll VW-KĂ€ufer ĂŒber die Beschaffenheit der Autos getĂ€uscht und in den entscheidenden Septembertagen 2015 den Kapitalmarkt vorsĂ€tzlich nicht rechtzeitig ĂŒber Risiken durch Strafzahlungen informiert haben. 2017 soll er vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags uneidlich falsch dazu ausgesagt haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Nicht zum ersten Mal gesundheitliche Probleme
Eigentlich sollte Winterkorn schon im ersten groĂen Betrugsprozess in Braunschweig mit vier anderen Ex-VW-Managern sowie -Ingenieuren auf der Anklagebank sitzen. Kurz vor dem Start dieses Verfahrens im Jahr 2021 wurde sein Komplex aber aus gesundheitlichen GrĂŒnden abgetrennt und sollte nun nachgeholt werden. FĂŒr den Strafprozess waren fast 90 Termine bis September 2025 angesetzt.
