PSNV-Gesetz, Niedersachsen

PSNV-Gesetz: Niedersachsen erweitert psychosoziale Hilfe fĂŒr EinsatzkrĂ€fte

17.06.2026 - 02:09:25 | boerse-global.de

Niedersachsen weitet psychosoziale Notfallversorgung auf den tĂ€glichen Einsatz aus und stĂ€rkt Ehrenamtliche mit FreistellungsansprĂŒchen.

Niedersachsen: Neue Gesetze fĂŒr psychosoziale Notfallhilfe und Rettungsdienst
PSNV-Gesetz - Eine Gruppe von Ersthelfern, darunter Polizisten, Feuerwehrleute und SanitĂ€ter, in einem unterstĂŒtzenden KreisgesprĂ€ch. 17.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Landesregierung hat den Entwurf fĂŒr ein neues Gesetz zur Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) zur Verbandsbeteiligung freigegeben. Bisher war die UnterstĂŒtzung nur bei GroßeinsĂ€tzen wie AmoklĂ€ufen oder AnschlĂ€gen gesetzlich verankert. FĂŒr belastende Ereignisse im tĂ€glichen Dienst – schwere VerkehrsunfĂ€lle oder plötzliche TodesfĂ€lle – fehlte eine verbindliche Regelung.

Hilfe fĂŒr den Einsatzalltag

Der Kern des Entwurfs: Die PSNV wird auf das tĂ€glich Einsatzgeschehen ausgeweitet. KĂŒnftig sollen einheitliche Alarmierungsstrukturen fĂŒr schnelle Hilfe vor Ort sorgen. Innenministerin Daniela Behrens betonte die Notwendigkeit, EinsatzkrĂ€fte nach belastenden Erlebnissen besser abzusichern.

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Das Gesetz soll flĂ€chendeckende und qualitativ hochwertige UnterstĂŒtzungsangebote gewĂ€hrleisten. Bisher war die psychosoziale Hilfe primĂ€r im Katastrophenschutzgesetz verankert – eine LĂŒcke, die nun geschlossen wird.

Freistellung fĂŒr Ehrenamtliche

Ein wichtiger Punkt: Die rechtliche Stellung der ehrenamtlichen PSNV-KrĂ€fte. Das Gesetz sieht erstmals konkrete FreistellungsansprĂŒche vor. Helfer sollen nach belastenden EinsĂ€tzen oder fĂŒr notwendige Qualifizierungen ohne berufliche Nachteile freigestellt werden können.

Zudem plant das Land ein zentrales Aus- und Fortbildungsangebot fĂŒr FĂŒhrungskrĂ€fte. Verbindliche Dokumentationspflichten sollen die QualitĂ€t der Versorgung landesweit vereinheitlichen.

Digitalisierung des Rettungsdienstes

Parallel brachte die Regierung Änderungen am NiedersĂ€chsischen Rettungsdienstgesetz auf den Weg. Geplant ist eine digitale FallĂŒbergabe, um Informationsverluste zwischen Rettungsdienst und Kliniken zu vermeiden. Auch die Übermittlung von Patientendaten zwischen Leitstellen und dem kassenĂ€rztlichen Bereitschaftsdienst soll digital verbessert werden.

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Teil dieser Strategie: Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi ĂŒbergab einen Förderbescheid ĂŒber acht Millionen Euro an das Krankenhaus Buchholz. Die Mittel fließen in den Abschluss der Reorganisation der Zentralen Notaufnahme. Die modernisierte Einheit war bereits im Februar in Betrieb genommen worden und umfasst auf ĂŒber 1.100 Quadratmetern CT-Anlagen und Beatmungseinheiten.

Schutz kritischer Infrastrukturen

Die Landesregierung beschloss zudem, den Interministeriellen Arbeitskreis zum Schutz Kritischer Infrastrukturen (IMAK KRITIS) um fĂŒnf Jahre zu verlĂ€ngern. Unter Leitung des Innenministeriums soll der Arbeitskreis die Resilienz in den Bereichen Energie, Verkehr, Gesundheit und ErnĂ€hrung stĂ€rken.

Hintergrund sind verĂ€nderte Sicherheitsanforderungen auf Bundes- und EU-Ebene. Behrens betonte, das Land werde trotz Kritik am Bundesgesetz eigene Lösungen zur Sicherung der Infrastruktur vorantreiben. Das PSNV-Gesetz und die Rettungsdienst-Novelle sind zentrale Bausteine fĂŒr Sicherheit und psychosoziale StabilitĂ€t in Niedersachsen.

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