Psychische, Erkrankungen

Psychische Erkrankungen: 184 Fehltage pro 100 Versicherte – Rekordhoch

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz rückläufiger Gesamtvakanzen boomen Stellen für Gesundheitsmanager. Psychische Erkrankungen sind erstmals häufigster Krankschreibungsgrund.

Gesundheitsmanager: Boomtrotz im schwächelnden deutschen Stellenmarkt
Ein modernes, helles Büro mit ergonomischen Möbeln und Pflanzen, das eine gesundheitsorientierte Arbeitsumgebung darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der deutsche Stellenmarkt schwächelt – doch spezialisierte Gesundheitsmanager sind gefragter denn je. Unternehmen investieren zunehmend in Prävention, um den steigenden Krankenstand durch psychische Erkrankungen zu bremsen.

Stellenmarkt kühlt ab – Gesundheitssektor boomt

Der Indeed Arbeitsmarkt Index fiel bis Ende Juni 2026 auf 106 Punkte. Das sind 3,9 Prozent weniger als im Vorquartal. Gegenüber dem Rekordniveau von 2022 liegt das Angebot sogar 39 Prozent niedriger. Auch der Anbieter index bestätigt den Trend: Knapp 5,9 Millionen Stellenausschreibungen im ersten Halbjahr 2026 bedeuten rund 4 Prozent weniger Vakanzen als im Vorjahr.

Doch der Gesundheitsbereich entwickelt sich gegensätzlich. Mit rund 920.000 Ausschreibungen zählen Gesundheits- und Pflegeberufe zu den gefragtesten Berufsgruppen. Die Therapie legte um 3,6 Prozent zu, die Medizintechnik ebenfalls. Der Bedarf an Fachkräften für die physische und psychische Gesunderhaltung von Beschäftigten steigt rasant.

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Psychische Erkrankungen auf Rekordhoch

Erstmals haben psychische Erkrankungen die Atemwegsinfekte als häufigste Krankschreibungsursache abgelöst. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der DAK-Gesundheit. Während Ausfälle durch Atemwegserkrankungen um 21 Prozent zurückgingen, stiegen Fehltage wegen psychischer Diagnosen um 9 Prozent.

Pro 100 Versicherte registrierte die Kasse 184 Fehltage wegen psychischer Probleme in den ersten sechs Monaten. Die durchschnittliche Erkrankungsdauer liegt bei 9,7 Tagen. Besonders betroffen: Beschäftigte über 60. Ihr Krankenstand stieg um 0,3 Prozentpunkte. Laut einer Untersuchung wünschen sich 60 Prozent dieser Gruppe mit gesundheitlichen Einschränkungen einen vorzeitigen Renteneintritt.

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Prävention wird zur Chefsache

Angesichts dieser Zahlen rücken Personalabteilungen das strategische Gesundheitsmanagement in den Fokus. Experten fordern feste präventive Strukturen statt kurzfristiger Maßnahmen. Kooperationen zwischen Unternehmen und Hochschulen könnten das Betriebliche Gesundheitsmanagement wissenschaftlich untermauern.

Eine Expertin der EAH Jena betont: Entscheidend ist die Abstimmung von Ressourcen und Erwartungen. Ziel ist die langfristige Sicherung der Arbeitsfähigkeit und mehr Attraktivität als Arbeitgeber. Besonders in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg – den Regionen mit den meisten Stellenausschreibungen im ersten Halbjahr – wird dieser Druck spürbar.

Gleichzeitig verändert Künstliche Intelligenz die Anforderungen an viele Berufe. Marktbeobachter warnen: Die Transformation schafft zwar neue Rollen, doch in Stellenanzeigen herrscht oft Unklarheit. Für das Gesundheitsmanagement bedeutet das eine zusätzliche Herausforderung – die psychische Belastung durch den digitalen Wandel frühzeitig abzufedern.

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