Psychische Erkrankungen: Neue Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine DAK-Auswertung belegt den Trend: Mentale Erkrankungen haben Atemwegserkrankungen als Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit abgelöst.
Der Krankenstand sank zwar leicht auf 5,3 Prozent. Doch psychische Diagnosen legten um neun Prozent zu. Das zeigt der am Montag veröffentlichte DAK-Gesundheitsreport.
Junge und Alte driften auseinander
184 Fehltage pro 100 Versicherte entfallen auf psychische Erkrankungen. Atemwegserkrankungen folgen mit 175 Tagen – ein Rückgang um 21 Prozent. Knapp dahinter liegen Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 174 Fehltagen.
Die Analyse des IGES-Instituts wertete Daten von rund 2,2 Millionen Versicherten aus. Die durchschnittliche Krankheitsdauer blieb mit 9,6 bis 9,7 Tagen stabil.
Deutlich zeigen sich die Altersunterschiede: Bei Beschäftigten unter 55 Jahren gingen die Fehlzeiten zurück. Bei den Über-60-Jährigen stieg der Krankenstand um 0,3 Prozentpunkte. Ältere Arbeitnehmer fehlen tendenziell länger.
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DAK-Chef fordert Teilkrankschreibung
DAK-Vorstandschef Andreas Storm nannte den leichten Rückgang erfreulich. Doch bei Langzeiterkrankungen sieht er dringenden Handlungsbedarf. Er sprach sich für Modelle zur Teilkrankschreibung aus.
Als Ursachen für die Zunahme psychischer Belastungen gelten steigender Leistungsdruck, Personalmangel und allgemeine Unsicherheiten.
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Politische Debatte um Attestpflicht
Die Zahlen fallen in eine heiße Phase politischer Diskussionen. Die Koalition plant eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag. Auch die telefonische Krankschreibung aus der Pandemie-Zeit soll fallen.
Kritiker hinterfragen die Notwendigkeit solcher Verschärfungen. Sie befürchten, dass bürokratische Hürden den Zugang zu Therapien erschweren. Gerade bei den nun stark gestiegenen psychischen Belastungen sei das problematisch. Experten fordern eine verstärkte Präventionsoffensive.
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