Psychische, Gesundheit

Psychische Gesundheit im Job: NPK fordert digitale Gefährdungsbeurteilungen

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 06:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Positionspapier der Präventionskonferenz nennt betriebliche, politische und bildungsbezogene Ansätze gegen psychische Belastungen.
Ein heller, minimalistischer Büroraum mit einer Zimmerpflanze und natürlichem Tageslicht, der eine ruhige Arbeitsumgebung darstellt. Illustration mit AI erstellt.

Die Nationale Präventionskonferenz (NPK) hat ein Positionspapier veröffentlicht, in dem sie weitreichende Maßnahmen und ein stärkeres Engagement für den Schutz der psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt fordert. Hintergrund der Initiative sind anhaltend hohe Belastungen und Ausfallzeiten im Berufsleben.

Wie die NPK darlegt, entfielen im Jahr 2024 in Deutschland 147,3 Millionen krankheitsbedingte Fehltage sowie 42 Prozent der Erwerbsminderungsrenten auf psychische Erkrankungen. Angesichts dieser Zahlen sieht das Gremium dringenden Handlungsbedarf auf betrieblicher wie auch auf politischer Ebene.

Entlastung für Betriebe und Ausbau digitaler Instrumente

Ein zentraler Punkt des vorgelegten Papiers betrifft die betriebliche Praxis. Die NPK spricht sich dafür aus, Gefährdungsbeurteilungen auch im Hinblick auf psychische Belastungen einfacher und digitaler zu gestalten. Dieser Schritt solle insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) dabei helfen, bestehende Hürden abzubauen und Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz frühzeitig zu identifizieren.

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Zudem plädiert die Konferenz für eine stärkere steuerliche Förderung der betrieblichen Gesundheitsförderung. Begleitend dazu müssten die bürokratischen Anforderungen gesenkt werden, unter anderem durch vereinfachte Nachweispflichten für Arbeitgeber. Um Beschäftigte nach längeren Krankheitsphasen besser zu unterstützen, regt die NPK ferner an, das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) gezielt über Anreize zu fördern.

Stärkung der Kompetenzen und gesellschaftliche Aufklärung

Neben den Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz setzt das Papier bei der Ausbildung und Qualifizierung an. Die NPK fordert, Gesundheitskompetenz verbindlich in Rahmenlehrpläne sowie in Hochschulvorgaben zu verankern.

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Auf betrieblicher Ebene solle das Thema psychische Gesundheit zudem fest in die Qualifizierung von Führungs-, Fach- und Personalverantwortlichen integriert werden, um Führungskräfte für den Umgang mit psychischen Belastungen im Team zu sensibilisieren.

Um Vorbehalten und Stigmatisierungen im gesellschaftlichen und beruflichen Umfeld entgegenzuwirken, fordert die Konferenz darüber hinaus aus Steuermitteln finanzierte Entstigmatisierungs- und Anti-Stigma-Kampagnen.

Über die Nationale Präventionskonferenz

Die Nationale Präventionskonferenz besteht seit 2015. Getragen wird das Bündnis von der gesetzlichen Kranken-, Unfall-, Renten- und der sozialen Pflegeversicherung; die private Krankenversicherung (PKV) gehört dem Gremium mit Stimmrecht an. Den Vorsitz der Konferenz für das Jahr 2026 führt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), vertreten durch Dr. Stephan Fasshauer.

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