Psychische, Störungen

Psychische Störungen: 42% der Erwerbsminderungsrenten gehen darauf zurück

24.06.2026 - 18:52:29 | boerse-global.de

Experten diskutieren in Berlin über inklusivere Arbeitsbedingungen angesichts hoher Krankheitszahlen durch psychische Störungen.

Präventionsforum Berlin: Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz im Fokus
Psychische - Eine vielfältige Gruppe von Fachleuten diskutiert in einem modernen Konferenzraum über Inklusion am Arbeitsplatz. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das 11. Präventionsforum in Berlin rückt die psychische Gesundheit in den Fokus. Am heutigen Mittwoch diskutieren über 200 Experten, wie sich Arbeitsbedingungen inklusiver gestalten lassen – angesichts alarmierender Krankheitsstatistiken und neuer Gesetzesvorhaben.

Psychische Störungen als häufigster Kündigungsgrund

Die Zahlen sind deutlich: 2024 waren psychische Störungen für 16,7 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage verantwortlich. Noch gravierender: Mit 42 Prozent sind sie die häufigste Ursache für Erwerbsminderungsrenten. Auf dem Forum geht es deshalb um die Auswirkungen der Digitalisierung – sowohl als Belastungsfaktor als auch als Chance. Schwerpunkte sind Führungskultur, Mobbingprävention und die Situation in kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Erst gestern veröffentlichte die Europäische Föderation schwerhöriger Menschen (EFHOH) ein Toolkit für inklusive Beschäftigung. Es bietet Arbeitgebern und Betroffenen praktische Leitlinien für barrierefreie Kommunikation.

Kritik an der Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes

Parallel zu den praktischen Ansätzen steht die Gesetzesnovelle zur Debatte. In einer Anhörung am Montag äußerten Sachverständige deutliche Kritik am Entwurf des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG). Britta Schlegel vom Deutschen Institut für Menschenrechte bemängelte eine fehlende umfassende Verpflichtung der Privatwirtschaft. Christiane Möller vom Blinden- und Sehbehindertenverband warnte: Die geplanten Pauschalausnahmen für Unternehmen seien nicht mit der UN-Behindertenrechtskonvention vereinbar.

Wirtschaftsverbände wie BDA und HDE warnen vor hohen Belastungen. Die Reform sieht vor, Barrierefreiheit im privaten Bereich bis 2035 umzusetzen. Private Anbieter sollen künftig zu angemessenen Vorkehrungen verpflichtet werden.

BEM: Was Arbeitnehmer wissen müssen

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Wer die alarmierenden Zahlen zu psychischen Störungen als häufigster Ursache für Erwerbsminderungsrenten kennt, weiß: Handlungsdruck besteht jetzt. Unser Report liefert die drei wichtigsten Hebel – von BEM-Checkliste bis Gefährdungsbeurteilung. Jetzt kostenlosen Report anfordern

Für Unternehmen wird die rechtssichere Gestaltung von Arbeitsverhältnissen mit gesundheitlich beeinträchtigten Mitarbeitern immer wichtiger. Wer ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) ablehnt, schwächt damit seinen Kündigungsschutz erheblich. Das BEM ist für alle Beschäftigten vorgesehen, die innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen krankgeschrieben sind.

Besondere Regeln gelten bei der Kündigung schwerbehinderter Menschen: Das Integrationsamt muss zustimmen. Der Arbeitgeber muss den Antrag innerhalb von zwei Wochen nach Kenntnis der Kündigungsgründe stellen. Entscheidet das Amt nicht innerhalb von zwei Wochen, gilt die Zustimmung als erteilt.

Warum viele chronisch Kranke ihre Beschwerden verbergen

Eine Studie der Universität Delaware mit 66 Teilnehmern zeigt: Viele Beschäftigte mit chronischen Schmerzen verheimlichen ihre Beschwerden aus Sorge um ihre berufliche Reputation. Die Forscher fordern flexiblere Arbeitsformen statt starrer Normen.

Zur Unterstützung gibt es jetzt eine neue digitale Belastungsmatrix, die auf einer EU-OSHA-Kampagne basiert. Betriebsräte und Arbeitgeber können damit die Auswirkungen von KI-Systemen, Plattformarbeit und Telearbeit bewerten.

Ausblick: Workshop und Reformvorschläge

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Rechtliche Risiken bei Kündigung von Langzeitkranken steigen – das Integrationsamt muss bei Schwerbehinderung zustimmen. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie BEM rechtssicher umsetzen und Haftungsfallen vermeiden. BEM-Leitfaden jetzt sichern

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin veranstaltet am 8. Oktober einen Workshop für Führungskräfte im Gesundheits- und Erziehungswesen. Thema: Arbeit für Beschäftigte mit chronischen Einschränkungen.

Zudem übergab die Alterssicherungskommission gestern 33 Vorschläge zur Verbesserung der Situation von Erwerbsminderungsrentnern an die Politik. Darunter: ein verlängerter Erprobungszeitraum bei der Rückkehr in den Beruf.

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