PV-Förderung in Österreich: Speicherbonus ersetzt ab 2027 das alte System
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 22:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die staatliche Unterstützung für Photovoltaik in Österreich steht vor einem grundlegenden Systemwechsel. Wie das Wirtschaftsministerium (BMWET) mitgeteilt hat, wird das bisherige Fördersystem ab 2027 auf ein Modell mit gezieltem Speicherbonus umgestellt. Zeitgleich läuft vom 8. bis zum 22. Oktober 2026 der letzte Fördercall nach dem bisherigen Verfahren des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG).
Aufgestockter Fördertopf zum Abschluss des bisherigen Systems
Der finale Fördercall nach dem alten Regime richtet sich an neue sowie erweiterte PV-Anlagen und zugehörige Stromspeicher. Das Antragsverfahren startete am 8. Oktober um 17 Uhr mit der Ticketziehung, während die formelle Einreichung im Portal ab dem 9. Oktober um 8 Uhr möglich ist und am 22. Oktober 2026 endet.
Für diesen Abschlussdurchgang wurde das Budget deutlich angehoben: Der Fördertopf umfasst 38,5 Mio. Euro statt der ursprünglich vorgesehenen 8 Mio. Euro.
Die Aufstockung um 30,5 Mio. Euro resultiert aus nicht ausgeschöpften Restmitteln früherer Calls. Staatssekretärin Elisabeth Zehetner betonte in diesem Zusammenhang, dass es sich bei den zusätzlichen Mitteln um kein neues Budget handle, sondern um Beträge aus vorherigen Runden. Für das gesamte Jahr 2026 beziffert das BMWET das Fördervolumen auf 128,5 Mio. Euro.
Die Nachfrage im bisherigen Call-System war zuletzt enorm. In der zweiten Förderrunde 2026 verzeichnete das Ministerium knapp 28.000 Anträge, während die Mittel lediglich für rund 3.000 Projekte ausreichten; das Kontingent war damals nach 33 Sekunden ausgeschöpft.
Im laufenden Call entscheidet in den Kategorien A und B der genaue Ticketzeitpunkt über die Vergabe, wohingegen die Kategorien C und D nach dem jeweiligen Förderbedarf gereiht werden. Ein gezogenes Ticket allein stellt dabei noch keinen vollständigen Antrag dar.
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Konditionen im laufenden Call 2026
Für den letzten Call gelten die festgelegten Fördersätze des Jahres 2026:
- Anlagen bis 10 kWp erhalten 150 €/kWp
- Anlagen über 10 bis 20 kWp erhalten 140 €/kWp
- Anlagen über 20 bis 100 kWp erhalten höchstens 130 €/kWp
- Anlagen über 100 bis 1.000 kWp erhalten höchstens 120 €/kWp
- Für Stromspeicher gilt ein Satz von 150 €/kWh
Der Zuschuss ist auf höchstens 30 % der förderfähigen Investitionskosten je PV-Anlage und Speicher gedeckelt. Für europäische Wertschöpfung wird zudem ein Made-in-Europe-Bonus von bis zu 20 % gewährt. Nach diesen Sätzen ergibt sich beispielsweise für eine Anlage mit 8 kWp Leistung in Kombination mit einem 10-kWh-Speicher eine Fördersumme von 2.700 Euro.
Neuausrichtung ab 2027 mit Fokus auf Speicher
Bereits am 6. Oktober 2026 präsentierte das Wirtschaftsministerium die Eckpunkte für die künftige Förderstruktur ab 2027. Das fehleranfällige Modell einzelner zeitgleicher Fördercalls soll durch ein fortlaufendes Antragsmodell ersetzt werden. Anträge sollen künftig erst nach der Installation und Rechnungslegung auf Basis einer Schlussrechnung eingereicht werden.
Inhaltlich rückt die Netzverträglichkeit in den Mittelpunkt: Geplant ist ein Speicherbonus für neue sowie nachgerüstete Speicher, wobei ein intelligentes Energiemanagementsystem als Fördervoraussetzung dienen soll. Zudem ist vorgesehen, dass neue PV-Speicher einen Wechselrichter mit europäischer Fertigung voraussetzen, während Nachrüstungen einen gesonderten Made-in-Europe-Bonus erhalten sollen.
Die genaue Förderhöhe und die detaillierten technischen Kriterien für das Modell ab 2027 sind derzeit noch offen; die Fördersätze aus dem Jahr 2026 werden nicht automatisch übernommen.
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Für Antragsteller, die im Jahr 2026 keine Zusage erhalten, ist eine Übergangsregelung vorgesehen: Entsprechende Projekte könnten im Jahr 2027 einreichen, sofern sie ab dem 1. November 2026 abgerechnet oder in Betrieb genommen werden. Für die Umsetzung der erforderlichen Gesetzesnovelle ist im Parlament eine verfassungsrechtliche Zweidrittelmehrheit notwendig.
