Quantensicherheit: EZB fordert Banken zu Aktionsplan bis Oktober auf
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 20:14 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Zeit drängt.
Strenge Fristen für Banken
Die Europäische Zentralbank (EZB) verschärft den Druck. In einem Schreiben vom 7. Juli 2026 forderte EZB-Vertreterin Claudia Buch die Banken auf, bis zum 31. Oktober 2026 einen detaillierten Aktionsplan für den Übergang zur Post-Quanten-Kryptografie (PQC) vorzulegen.
Die Behörde warnt vor der „Harvest Now, Decrypt Later“-Strategie. Dabei stehlen Angreifer heute verschlüsselte Daten, um sie später mit Quantenrechnern zu knacken. Auch Krypto-Assets wie Bitcoin, die auf dem ECDSA-Verfahren basieren, sind betroffen.
Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA) zog am 9. Juli 2026 nach. Ihre Guidance 05/2026 verlangt von beaufsichtigten Instituten eine PQC-Roadmap bis Mitte 2027.
Eine Umfrage zeigt den Handlungsbedarf: 69 Prozent der Befragten erwarten eine Relevanz der Quantenbedrohung innerhalb der nächsten sieben Jahre. Doch 72 Prozent haben bisher keine konkreten Gegenmaßnahmen ergriffen.
Industrie reagiert mit neuen Angeboten
Der Schweizer Software-Dienstleister Adnovum lancierte heute die „Quantum Resilience Services“. Das Angebot richtet sich an Organisationen mit sensiblen Datenbeständen und umfasst Risikoanalysen sowie Migrationspläne.
Samuel Bärfuss und Sonia Duc von Adnovum betonten: Unternehmen, die frühzeitig ein Inventar ihrer kryptografischen Assets erstellen, sind besser auf künftige regulatorische Anforderungen vorbereitet.
Die EZB fordert bis Oktober einen konkreten PQC-Aktionsplan – doch 72% der Institute haben noch keine Gegenmaßnahmen ergriffen. Dieser Report liefert die Schritt-für-Schritt-Roadmap, die Checkliste für Ihr kryptografisches Inventar und die drei Sofortmaßnahmen zur Fristen-Compliance. Jetzt kostenlosen PQC-Aktionsplan anfordern
Auch im Telekommunikationssektor tut sich was. Telefónica war heute Co-Host des Quantum Safe Networks Forum. Der Konzern forscht eigenen Angaben zufolge seit über zehn Jahren an quantenbasierten Verschlüsselungen und erprobt Technologien in Zusammenarbeit mit AWS.
Forschungsprojekte in ganz Europa
Auf europäischer Ebene laufen großangelegte Projekte, um nationale Quantennetze grenzüberschreitend zu verbinden. Die Deutsche Telekom leitet das Projekt PETRUS2, das AIT koordiniert HarmoniQCI. Beteiligt sind Industrieunternehmen wie Airbus, Thales und SES.
Regionale Testläufe ergänzen die Bemühungen:
- Hessen: In Wiesbaden testen die Hochschule Rhein-Main und die Hessische Zentrale für Datenverarbeitung (HZD) seit April 2026 eine sieben Kilometer lange Teststrecke für Quantenschlüsselaustausch (QKD) mit Hardware des Herstellers Keequant.
- Finnland: Das im April 2025 gestartete Projekt BLimPQC unter Leitung des Forschungszentrums VTT arbeitet mit Unternehmen wie SSH Communications Security an quantensicheren Identifikationslösungen.
- Norwegen: Das Akershus Universitätsklinikum testet als erstes Krankenhaus in Nordeuropa eine quantensichere Netzwerkverbindung für hochsensible Patientendaten.
Die Zeit läuft
Die technologische Roadmap der großen IT-Konzerne erhöht den Zeitdruck. IBM stellte bereits im Juni 2025 einen fehlertoleranten Quantencomputer für 2029 in Aussicht. Google-Vertreter äußerten im März 2026 die Erwartung, dass kryptografische Verfahren früher gefährdet sein könnten als angenommen. Cloudflare hat seine PQC-Roadmap daraufhin ebenfalls auf 2029 beschleunigt.
Harvest-Now-Decrypt-Later-Angriffe bedrohen bereits heute Ihre verschlüsselten Daten – Quantencomputer könnten sie früher knacken als gedacht. Wer jetzt kein kryptografisches Asset-Inventar erstellt, riskiert Datenverlust und regulatorische Sanktionen. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Ihre Systeme rechtzeitig umstellen. Quantensicherheits-Leitfaden jetzt sichern
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gibt klare Zielmarken vor. Sicherheitsrelevante Datenübertragungen sollen bis 2030 auf quantensichere Verfahren umgestellt sein. Eine vollständige Migration aller Systeme wird bis 2035 angestrebt.
Organisationen wird empfohlen, bereits heute mit der Identifizierung gefährdeter Algorithmen zu beginnen. Wer jetzt handelt, ist später einen Schritt voraus.
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