Ransomware-Angriffe, Opfer-Zahlen

Ransomware-Angriffe: Opfer-Zahlen im Q2 2026 um 33% gestiegen

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 19:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Allianz für KI-Cybersicherheit gegründet. Kaspersky meldet 500.000 tägliche Malware-Blockaden, Ransomware-Opfer steigen um 33 Prozent.

Globale Cyber-Allianz: Neues KI-Forschungszentrum gegen automatisierte Angriffe
Ein Cybersicherheitsexperte arbeitet in einem modernen Kontrollzentrum an mehreren Monitoren mit komplexen Datenvisualisierungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In Kuala Lumpur wurde am 13. August 2026 ein bedeutendes Abkommen zur Stärkung der globalen digitalen Abwehrkräfte unterzeichnet. Die Global Cybersecurity Association (GCSA) und die Association of Emerging Technology Developers and Engineering Workers (AETDEW) vereinbarten die Gründung eines gemeinsamen KI-Cybersicherheits-Forschungszentrums.

Die Initiative zielt darauf ab, die internationale Forschung voranzutreiben, Fachkräfte zu fördern und die digitale Transformation insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern zu unterstützen.

Steigende Bedrohungslage durch automatisierte Angriffe

Die Notwendigkeit einer verstärkten Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) wird durch aktuelle Marktdaten unterstrichen. Der APAC-Chef von Kaspersky wies am 14. August 2026 darauf hin, dass Angreifer mittels KI-Unterstützung zunehmend eine höhere Geschwindigkeit erreichen als verteidigende Organisationen.

Den Angaben zufolge blockierte Kaspersky im Jahr 2025 täglich 500.000 einzigartige Malware-Dateien, was einer Steigerung von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Problematisch bleibt die Entdeckungsrate: 31 Prozent der analysierten Vorfälle blieben über drei Monate lang unentdeckt, während über die Hälfte der hochriskanten Kompromittierungen erst nach 90 Tagen identifiziert wurde.

Auch Check Point berichtete am 13. August 2026 von einer Verschärfung der Lage im Bereich Ransomware. Im zweiten Quartal 2026 stieg die Zahl der veröffentlichten Ransomware-Opfer im Jahresvergleich um 33 Prozent auf 2.139. Trotz der hohen Zahl an Angriffen sank die Zahlungsbereitschaft der betroffenen Unternehmen deutlich von 85 Prozent im Jahr 2019 auf zuletzt 23 Prozent. Dennoch beliefen sich die Lösegeldzahlungen im Jahr 2025 auf insgesamt über 820 Millionen US-Dollar.

Marktdynamik und wirtschaftliche Entwicklung der Sicherheitsbranche

Die wachsende Bedrohung spiegelt sich in einer robusten wirtschaftlichen Entwicklung führender Sicherheitsunternehmen wider. Der deutsche Anbieter secunet meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Anstieg des Auftragseingangs um 78,7 Prozent auf 287,4 Millionen Euro.

Der Konzernumsatz wuchs um 19,2 Prozent auf 204,7 Millionen Euro, bei einem EBIT von 8,7 Millionen Euro. Das Unternehmen rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit einem Erreichen des oberen Endes der Prognosespanne von 460 bis 500 Millionen Euro Umsatz.

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Auch im südkoreanischen Markt zeigt sich eine starke Dynamik. Während Sicherheitsfirmen wie AHNLAB (Umsatz 130,4 Milliarden Won) und GENIANS (Gewinnsteigerung um 294,3 Prozent auf 4,31 Milliarden Won) wachsen, verlieren sie zunehmend Personal an Telekommunikationsunternehmen. So erhöhte SK Telecom sein Sicherheitspersonal um 61 Prozent auf 526 Mitarbeiter und steigerte die entsprechenden Investitionen auf 143,4 Milliarden Won.

Im Bereich der Fusionen und Übernahmen stach am 13. August 2026 die Übernahme von Oasis Security durch Cyera für rund 1 Milliarde US-Dollar hervor. Ziel dieser Transaktion ist die verbesserte Verwaltung nichtmenschlicher Identitäten und KI-Agenten.

Professionalisierung und neue Resilienzstrategien

Angesichts der komplexen Lage rückt die Qualifikation von Fachkräften in den Fokus. Eine Studie von ISC2 mit 1.533 Befragten ergab Mitte August 2026, dass 86 Prozent der Experten Zertifizierungen als wertvoll für ihre Karriere erachten.

Rund 43 Prozent der Unternehmen sehen zudem den dringendsten Schulungsbedarf im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Ähnliche Bestrebungen zeigen sich in Tansania, wo die ICT Commission (ICTC) gemeinsam mit europäischen Partnern ein Trainingsprogramm für KI und Datenschutz im Rahmen der Digitalstrategie 2050 startete.

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Für Unternehmen wird unterdessen die Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit in Krisenzeiten wichtiger. KPMG UK berichtete am 14. August 2026, dass im vergangenen Jahr über 600.000 britische Unternehmen von Cyberangriffen getroffen wurden.

Experten raten hierbei zur Strategie der „Minimum Viable Company“ (MVC), um bei schwerwiegenden Vorfällen kritische Kernfunktionen und Datenbestände geschützt und operabel zu halten.

Unterstützt wird diese Entwicklung durch neue Versicherungsmodelle, wie eine am 13. August 2026 von AIG vorgestellte Lösung für Cloud-Ausfälle, die ohne Selbstbehalt und basierend auf der Dauer der Unterbrechung reguliert.

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