Rattengift-Verbot, Private

Rattengift-Verbot: Private RestbestÀnde nur noch bis 22. Oktober erlaubt

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 20:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Neue Zulassungsregeln beschrĂ€nken den Einsatz auf FachkrĂ€fte und bestĂ€tigten Befall; Betriebe mĂŒssen mit mehr Kontrollen und Kosten rechnen.
Morgendliche Wiesenlandschaft mit einem hohen Nistplatz fĂŒr Greifvögel am Waldrand bei natĂŒrlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Der Einsatz von Rattengift unterliegt in Deutschland grundlegend verschĂ€rften Bestimmungen. Wie Medien am 16. Oktober 2026 berichteten, ist das Gift im freien Verkauf nicht mehr erhĂ€ltlich. Seit dem 1. Juli dĂŒrfen entsprechende Biozide zur BekĂ€mpfung von Ratten und MĂ€usen ausschließlich durch spezialisierte Fachbetriebe ausgelegt werden.

Zudem ist die bisher gĂ€ngige Praxis einer rein prĂ€ventiven Auslegung nicht mehr gestattet: Das Ausbringen von Ködern ist infolge einer Änderung der Biozidzulassung nur noch bei einem konkret nachgewiesenen Befall zulĂ€ssig.

ZusĂ€tzlicher Aufwand und Kosten fĂŒr das Gewerbe

FĂŒr viele gewerbliche Verwender ziehen die neuen Vorschriften spĂŒrbare Umstellungen nach sich. Nadine Kober vom Branchenverband Dehoga Rheinland-Pfalz wies darauf hin, dass der Wegfall der prĂ€ventiven BekĂ€mpfung fĂŒr Betriebe aus der Gastronomie und Hotellerie mit zusĂ€tzlichen Kosten und einem erhöhten organisatorischen Aufwand verbunden sei.

Auch in der SchĂ€dlingsbekĂ€mpfungsbranche rechnet man mit Verteuerungen. JĂŒrgen Sommer von der IHK Frankfurt erklĂ€rte, dass die BekĂ€mpfung von Ratten kostspieliger werde, da die ausgelegten Köder kĂŒnftig deutlich hĂ€ufiger kontrolliert werden mĂŒssten.

In Wirtschaft und Verwaltung ist das Thema derweil noch nicht flĂ€chendeckend prĂ€sent. Melanie Dietz von der IHK Rheinhessen merkte an, dass die Problematik bislang nicht in grĂ¶ĂŸerem Umfang adressiert worden sei. Beim VeterinĂ€ramt der Kreisverwaltung lagen nach Angaben von Bardo Faust ebenfalls keine Informationen dazu vor.

Umweltaspekte als Hintergrund der Neuregelung

Hinter der strengeren Regulierung stehen ökologische ErwĂ€gungen. Nach Angaben des Umweltbundesamts wirken die eingesetzten Blutgerinnungshemmer erst mit einer Verzögerung von mehreren Tagen. Dadurch geraten die Wirkstoffe in die Nahrungskette und gefĂ€hrden Nichtzielarten, insbesondere Raubvögel wie MĂ€usebussarde und Eulen sowie rĂ€uberische SĂ€ugetiere wie FĂŒchse und Wiesel.

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Seit dem 1. Juli dĂŒrfen Ratten- und MĂ€usegift nur noch Fachbetriebe auslegen — und auch die nur bei nachgewiesenem Befall, nicht mehr prĂ€ventiv. FĂŒr Gastronomie und Hotellerie bedeutet das zusĂ€tzlichen organisatorischen Aufwand und spĂŒrbar höhere Kosten. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie Ihre SchĂ€dlingsbekĂ€mpfung rechtssicher umstellen und dabei den Etat im Griff behalten. Umstellungs-Leitfaden jetzt anfordern

Das primĂ€re Ziel der ĂŒberarbeiteten Zulassungsregeln besteht darin, den Schadstoffeintrag in die Umwelt zu reduzieren. Vor allem fĂŒr Bereiche in unmittelbarer NĂ€he von GewĂ€ssern wurden daher die Auflagen fĂŒr BekĂ€mpfungsmaßnahmen verschĂ€rft.

Übergangsfristen fĂŒr BestĂ€nde und Vorgaben zu Alternativen

Die Bundesanstalt fĂŒr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat die Zulassung antikoagulanter Rattengifte fĂŒr Privatpersonen nicht verlĂ€ngert. Seit Juli 2026 stehen diese Mittel ausschließlich geschulten berufsmĂ€ĂŸigen Anwendern mit entsprechendem Sachkundenachweis offen.

FĂŒr Restmengen im privaten Besitz gilt eine verbindliche Frist: Sie dĂŒrfen nur noch bis einschließlich 22. Oktober 2026 eingesetzt werden. Nach Ablauf dieses Stichtags drohen bei Verwendung hohe Strafgelder. Nicht verbrauchte BestĂ€nde können bei kommunalen Problemstoffannahmestellen abgegeben werden, darunter beim Mainzer Schadstoffmobil, dem ProblemmĂŒllbus des Landkreises Mainz-Bingen sowie im Entsorgungszentrum Nord in Budenheim.

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RestbestĂ€nde an Rattengift dĂŒrfen nur noch bis einschließlich 22. Oktober verwendet werden — danach drohen bei Verwendung hohe Strafgelder. Wer als Betrieb noch AltbestĂ€nde im Lager hat, sollte jetzt handeln: Unser kostenloser Leitfaden erklĂ€rt, wie Sie Restmengen korrekt ĂŒber kommunale Problemstoffannahmestellen entsorgen und welche Alternativen fĂŒr Ihr Gewerbe zugelassen sind. Entsorgungs- und Fristen-Checkliste jetzt sichern

FĂŒr private Anwender bleibt als zugelassene Alternative die Verwendung von Schlagfallen in verschließbaren Köderboxen, die etwa mit Nuss- oder Erdnusscreme bestĂŒckt, zunĂ€chst ungespannt angefĂŒttert und mindestens einmal tĂ€glich kontrolliert werden mĂŒssen. Klebefallen stuft das Umweltbundesamt hingegen als tierschutzwidrig ein.

UnabhĂ€ngig von den Bundesvorgaben greifen in einzelnen StĂ€dten langjĂ€hrige Sonderbestimmungen; so gilt in Hamburg bereits seit 1963 eine Verordnung ĂŒber die RattenbekĂ€mpfung, nach der Meldungen fĂŒr den öffentlichen Raum an das Institut fĂŒr Hygiene und Umwelt gerichtet werden mĂŒssen.

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