Rechnungsautomation, Kostenlose

Rechnungsautomation: Kostenlose KI-Tools ab 16. August verfügbar

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 04:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Gratis-Tools und KI-Dienste revolutionieren die Rechnungsstellung, während deutsche Kammern gegen Accountable klagen.

KI-Invoicing, kostenlose Vorlagen & Rechtsstreit: Die Buchhaltungs-Branche im Wandel
Ein moderner Schreibtisch mit einem Laptop, auf dem eine Kalkulationstabelle für die Buchhaltung geöffnet ist. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Digitalisierung von Buchhaltungsprozessen erfährt derzeit eine erhebliche Beschleunigung durch neue kostenlose Angebote und den verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz. Im Zentrum dieser Entwicklung steht die Veröffentlichung umfangreicher Rechnungsvorlagen durch Mosquera sowie der Markteintritt spezialisierter KI-Dienste für die Automatisierung der Rechnungsstellung.

Neue Standardvorlagen für die digitale Rechnungsstellung

Am 16. August veröffentlichte Mosquera eine Reihe von kostenlosen Rechnungsvorlagen, die für verschiedene Plattformen optimiert sind. Die Vorlagen stehen in Formaten wie PDF, Word und Excel sowie für Google Docs und Google Sheets zur Verfügung. Ein wesentliches Merkmal dieser Dokumente sind integrierte Formeln, die Berechnungen innerhalb der Dateien automatisieren und so die Fehlerquote bei der manuellen Erstellung von Rechnungen senken sollen.

Parallel dazu treiben Technologieunternehmen die Einbindung von KI-Schnittstellen voran. Am 17. August startete das Unternehmen Holdings ein kostenloses KI-Invoicing-System über das Model Context Protocol (MCP) für Plattformen wie Claude, ChatGPT und Cursor. Dieser Dienst ermöglicht es Nutzern, Rechnungen mittels Sprachbefehlen zu erstellen, zu versenden und den Zahlungsstatus zu verfolgen.

Das Geschäftsmodell von Holdings verzichtet auf klassische Abonnements. CEO Jason Garcia erläuterte hierzu, dass das Unternehmen Einnahmen generiere, wenn Kunden bezahlt würden, und nicht bereits für den Versand einer Rechnung.

Die Zahlungsabwicklung erfolgt über Stripe, während Bankdienstleistungen durch die i3 Bank (FDIC) bereitgestellt werden. Über ein Sweep-Netzwerk besteht eine Einlagensicherung bis zu einer Höhe von 3 Millionen US-Dollar. Für weitergehende Buchhaltungsbedarfe bietet das Unternehmen ein Add-on für 25 US-Dollar pro Monat an.

Internationale Expansion von KI-Dokumentengeneratoren

Neben Holdings präsentierten weitere Akteure am 17. August neue Werkzeuge für das Finanzwesen. BankGPT stellte einen kostenlosen KI-Rechnungsgenerator vor, der Steuerberechnungen durchführt und Exporte im PDF-Format ermöglicht.

Das System verfügt über Schnittstellen zu Stripe, PayPal und Amazon. Zeitgleich veröffentlichte FormsPal einen KI-Dokumentengenerator, der Zugriff auf über 16.000 Vorlagen in 50 Sprachen bietet und 28 verschiedene Dokumenttypen abdeckt.

Im asiatischen Raum festigt Achilles seine Marktposition. Die Plattform, die früher unter OnlinePajak firmierte und über 150.000 Unternehmen in Indonesien betreut, bietet eine integrierte Business-Plattform an. Diese umfasst Funktionen für Steuer-Compliance, digitale Signaturen und Business Intelligence.

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Eine kostenlose Nutzung ist bis zu einem Volumen von 50.000 Transaktionen pro Monat möglich. Das Unternehmen ist ISO 27001-zertifiziert und unterliegt der Aufsicht der Bank Indonesia.

In Japan veröffentlichte Kaguya am 17. August eine Beta-Version der Software „Okina“. Dabei handelt es sich um ein KI-Recherchetool für Fachkräfte im Steuer- und Buchhaltungswesen, das Antworten auf Basis öffentlicher Dokumente und Gesetze generiert.

Branchenlösungen und wissenschaftliche Ansätze

Auch spezialisierte Branchensoftware erfährt Neuerungen. Das Berliner Unternehmen Synatos integrierte in seine Handwerkersoftware „das Programm“ eine neue Produktgruppen-Seitenleiste zur Organisation von Leistungen und Materialien.

Die Lösung wird von rund 1.000 Kunden in der DACH-Region und Luxemburg genutzt. In der Türkei kündigte Mükellef das Produkt „Robom“ an, das unter anderem Risiko-Scoring und automatisierte Kontoabstimmungen für KMU leisten soll.

Wissenschaftliche Unterstützung kommt von der Leuphana Universität Lüneburg. Im Rahmen des Forschungsprojekts ExRePo fand am 18. August ein Praxisaustausch zur KI-basierten Extraktion von Rechnungspositionen statt. Das Projekt konzentriert sich auf die automatisierte Erfassung von Produktbezeichnungen und Preisen in der Landwirtschaft und hat bereits mehrere tausend Rechnungen verarbeitet.

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Für den 24. August ist zudem der Start des Cloud-Dienstes „Web???“ durch Intercom geplant. Das System soll Mahnprozesse automatisieren und den Lesestatus von Rechnungen visualisieren. Die Preisgestaltung liegt bei 3.000 Yen pro Monat für bis zu 50 Sendungen.

Juristische Auseinandersetzungen in Deutschland

Trotz des technologischen Fortschritts steht die Branche vor regulatorischen Herausforderungen. Die deutschen Steuerberaterkammern gehen derzeit gerichtlich gegen das belgisch-deutsche Start-up Accountable vor.

Dem Unternehmen, das seit 2017 KI-gestützte Steuererklärungen für Selbstständige anbietet, wird unerlaubte Rechtsberatung vorgeworfen. Die Kammern stützen sich dabei auf das Steuerberatungsgesetz von 1961. Der Ausgang des Verfahrens gilt als richtungsweisend für den Einsatz von KI-Beratungstools in Deutschland.

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