Rechnungsverarbeitung, Durchlaufzeiten

Rechnungsverarbeitung: KI reduziert Durchlaufzeiten um 80 Prozent

11.06.2026 - 05:02:07 | boerse-global.de

Mittelständler setzen auf KI-Automatisierung und Open-Source-Tools, um IT-Kosten zu senken und Fehlinvestitionen zu vermeiden.

IT-Kosten senken: KI und Open Source im Mittelstand
Rechnungsverarbeitung - Eine stilisierte, leuchtende neuronale Netzstruktur über einem modernen Büro, das Digitalisierung und KI in der IT-Kostenoptimierung symbolisiert. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Branchenexperten diskutieren, wie sich technologische Transformationen – besonders durch Künstliche Intelligenz (KI) – wirtschaftlich nachhaltig gestalten lassen.

Gezielte Bedarfsermittlung verhindert Fehlinvestitionen

Die systematische Erfassung funktionaler und technischer Bedarfe steht im Zentrum der digitalen Transformation. Mathias Heldt von NextGen IT Systems betonte auf aktuellen Informationsveranstaltungen der IHK und HWK Magdeburg die Bedeutung einer fundierten IT-Anforderungsanalyse. Ziel: Fehlinvestitionen vermeiden und die IT-Infrastruktur eng an den tatsächlichen Geschäftsprozessen ausrichten.

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Neben der technischen Anforderungsanalyse müssen Unternehmen heute auch die neuen regulatorischen Rahmenbedingungen für KI-Systeme im Blick behalten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Pflichten und Fristen der neuen EU-KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Parallel dazu gewinnt Change-Management an Bedeutung. Um KI-Systeme erfolgreich zu implementieren, müssen Unternehmen organisatorische Strukturen anpassen und die Belegschaft frühzeitig einbeziehen. Das gilt besonders, wenn KI-Technologien das bestehende Geschäftsmodell grundlegend verändern.

KI-Automatisierung spart Millionen

Die praktische Umsetzung zeigt sich in verschiedenen Branchen. Die Fitnesskette all inclusive Fitness setzt auf eine neue Plattform auf Basis von Azure Databricks. Eine KI-gestützte Sales Engine prognostiziert dort Kündigungswahrscheinlichkeiten. Das wirtschaftliche Potenzial: ein zweistelliger Millionenbetrag pro Jahr.

Auch bei Unternehmenssoftware (ERP) zeichnen sich neue Effizienzgewinne ab. Christopher Bouveret von Simplifier beschrieb in einem Fachbeitrag den Einsatz von Low-Code-Plattformen als Orchestrierungsschicht für SAP-Systeme. Autonome KI-Agenten können Prozesse im Einkauf oder in der Wartung automatisieren, ohne den ERP-Kern zu verändern. Für die automatisierte Rechnungsverarbeitung in SAP-Umgebungen gibt es Lösungen, die Durchlaufzeiten um bis zu 80 Prozent reduzieren.

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Open Source und Hardware senken Betriebskosten

Neben der Prozessautomatisierung spielt die direkte Senkung von IT-Betriebskosten eine wesentliche Rolle. Das Open-Source-Tool „Project Headroom“ komprimiert den Kontext von Sprachmodellen (LLMs) reversibel und spart so API-Kosten. Seit Jahresbeginn haben Nutzer damit schätzungsweise rund 700.000 US-Dollar an Token-Kosten eingespart.

Auch bei der Hardware-Infrastruktur gibt es neue Ansätze. Der Hersteller KAYTUS präsentierte Flash-Speicher-Lösungen für große GPU-Cluster. Über fünf Jahre sollen sie deutlich kosteneffizienter sein als herkömmliche Technologien.

Langfristige Modernisierung erfordert Planung

Dass IT-Modernisierung langfristige Planung braucht, zeigt das Beispiel der ENNI Energie & Umwelt Niederrhein GmbH. Das Unternehmen bereitet den Umstieg auf eine neue Abrechnungsplattform auf Basis von SAP S/4HANA vor. Der Projektabschluss ist für Oktober 2027 geplant. Solche Großprojekte folgen verstärkt dem „Clean-Core-Prinzip“ – das erhöht die Wartbarkeit und erleichtert künftige Innovationen.

SoftwareOne hat bereits reagiert und Anfang Juni neue Finanzziele bis 2030 formuliert. Das Unternehmen strebt ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich an und plant, die EBITDA-Marge auf über 28 Prozent zu steigern. Die Kombination aus technologischer Erneuerung und konsequenter Kostenoptimierung bleibt damit ein zentraler Treiber für das Marktwachstum.

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