Recycling-BrĂ€nde: 30 tĂ€glich bundesweit â Sicherheitsrisiken wachsen
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 07:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein GroĂbrand in einem Recyclingbetrieb im Gewerbegebiet Loerfeld hat am 14. September 2026 einen massiven Feuerwehreinsatz in Herdecke ausgelöst. Das Feuer, das in einer Lagerhalle der Vorberg Recycling GmbH an der NierfeldstraĂe ausbrach, hielt die RettungskrĂ€fte ĂŒber 21 Stunden in Atem. Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Sicherheitsrisiken in der Entsorgungsbranche, die bundesweit mit einer hohen Frequenz an BrĂ€nden konfrontiert ist.
Intensiver Löscheinsatz ĂŒber den gesamten Tag
Der Brand wurde gegen 0:28 Uhr von Anwohnern gemeldet, die eine starke Rauchentwicklung bemerkten. Laut Berichten der Feuerwehr Herdecke war eine rund 900 mÂČ groĂe HallenflĂ€che betroffen. In der Spitze waren etwa 170 EinsatzkrĂ€fte vor Ort, um die Flammen zu bekĂ€mpfen.
UnterstĂŒtzt wurde die örtliche Feuerwehr dabei von Einheiten aus dem gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis sowie aus den StĂ€dten Hagen und Dortmund. Auch das Technische Hilfswerk (THW) und die Johanniter waren in den Einsatz eingebunden.
WĂ€hrend der Löscharbeiten bestand zweimal die Gefahr einer RauchgasdurchzĂŒndung. Um den Brand endgĂŒltig zu löschen, wurde das Brandgut mit Baggern und Radladern aus der Halle gefahren und im Freien von Hand abgelöscht. Der Einsatz konnte erst gegen 21:45 Uhr offiziell beendet werden. Eine Feuerwehrangehörige musste im Verlauf des Einsatzes ambulant behandelt werden, weitere Verletzte waren laut offiziellen Angaben nicht zu beklagen.
Umfangreiche SicherheitsmaĂnahmen und Infrastrukturfolgen
Aufgrund der starken Rauchentwicklung lösten die Behörden Warnungen ĂŒber die Systeme NINA und KatWarn aus. Anwohner in den Stadtteilen Schanze, Schraberg, Semberg und Ostende sowie in den umliegenden Gewerbegebieten wurden aufgefordert, Fenster und TĂŒren geschlossen zu halten.
Die NierfeldstraĂe und die LoerfeldstraĂe mussten fĂŒr den Verkehr teilweise gesperrt werden, was auch Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr hatte; die Buslinie 518 wurde umgeleitet.
GroĂbrĂ€nde in Gewerbebetrieben zeigen, wie wichtig eine lĂŒckenlose Vorsorge ist. Ein kostenloser Praxis-Report zeigt, worauf es bei der GefĂ€hrdungsbeurteilung im Brandschutz wirklich ankommt â und liefert direkt die passenden Vorlagen dazu. Kostenlosen Praxis-Report fĂŒr den Brandschutz sichern
Als vorsorgliche SicherheitsmaĂnahme blieben zudem zwei KindertagesstĂ€tten im betroffenen Gebiet geschlossen. Trotz der sichtbaren RauchsĂ€ule ergaben kontinuierliche Schadstoffmessungen, die unter anderem durch das Landesamt fĂŒr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUK NRW) sowie Messfahrzeuge aus Hagen durchgefĂŒhrt wurden, keine auffĂ€lligen Belastungen fĂŒr die Bevölkerung.
Die Brandursache war unmittelbar nach Einsatzende noch unklar; die polizeilichen Ermittlungen sollten in den darauffolgenden Tagen aufgenommen werden.
Systemische Brandrisiken in der Entsorgungsbranche
Der Vorfall in Herdecke ist kein Einzelfall in der Branche. Statistiken des Entsorgungsunternehmens ALBA verdeutlichen die Problematik: Demnach kommt es in Recyclinganlagen bundesweit zu rund 30 BrÀnden tÀglich.
Wer sich professionell mit der PrĂ€vention solcher Szenarien befasst, profitiert von dieser vollstĂ€ndig bearbeitbaren Excel-Vorlage inklusive Risikomatrix und MaĂnahmenplan fĂŒr den Brandschutz. Kostenlose Excel-Vorlage zur GefĂ€hrdungsbeurteilung herunterladen
Allein bei ALBA werden jĂ€hrlich mindestens 12 BrĂ€nde verzeichnet, die hĂ€ufig auf falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus zurĂŒckzufĂŒhren sind. Untersuchungen des Unternehmens zeigen, dass bereits 80 % der Recyclingbetriebe von BrĂ€nden betroffen waren, wobei die SchĂ€den oft bis in den Millionenbereich reichen.
Auch die Berliner Stadtreinigung (BSR) berichtet von einer Ă€hnlichen GröĂenordnung mit etwa 12 LaderaumbrĂ€nden pro Jahr sowie weiteren VorfĂ€llen in Abfallbehandlungsanlagen. Die Risiken sind dabei nicht nur wirtschaftlicher Natur.
Bei einem vergangenen Brand auf einem Schrottplatz in Essen-Katernberg wies das LANUK NRW beispielsweise krebserzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) nach, was zu Verzehrempfehlungen fĂŒr lokale Gartenprodukte fĂŒhrte.
ZusÀtzlich zu den technischen Risiken warnen die Kreispolizeibehörde Warendorf und die AWG vor illegalen Schrottsammlungen. Diese entziehen dem regulÀren Recyclingkreislauf wertvolle Rohstoffe wie Kupfer und Edelmetalle und erschweren eine fachgerechte und sichere Entsorgung der Materialien.
