Reformpaket bis 10. Juli: Regierung, VerbÀnde und Gewerkschaften im KrisengesprÀch
09.06.2026 - 11:02:40 | boerse-global.de
Am Mittwochabend treffen sich die Spitzen von Union und SPD mit Arbeitgebern und Gewerkschaften im Kanzleramt.
DreistĂŒndiges KrisengesprĂ€ch geplant
Das GesprĂ€ch soll Schnittmengen in Steuerpolitik, Arbeitsmarkt, Rente und BĂŒrokratieabbau ausloten. Regierungssprecher Kornelius betonte: Es handle sich um einen Austausch, nicht um einen formellen Koalitionsausschuss.
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Bundeskanzler Merz hatte bereits am 6. Juni auf einem CDU-Landesparteitag Zuversicht gezeigt. Ziel ist ein Reformpaket bis zur Sommerpause, die am 10. Juli beginnt. Ein weiterer Gipfel im Koalitionsausschuss ist fĂŒr Ende Juni oder Anfang Juli geplant.
WirtschaftsverbÀnde fordern echte Wende
BDA, BDI, DIHK und ZDH drÀngen auf einen gemeinsamen Reformkurs. HandwerksprÀsident Dittrich fordert ein Gesamtpaket zur Wiederherstellung der WettbewerbsfÀhigkeit.
Der Handelsverband HDE verlangt einen Fokus auf die steigenden Arbeitskosten. Die IHK Oldenburg berichtet: Deutsche Unternehmen zahlen teilweise bis zu fĂŒnfmal höhere Strompreise als die internationale Konkurrenz.
Eine DIHK-Sonderauswertung zeigt: Die Krise hat den Dienstleistungssektor erreicht. Nur 27 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre Lage noch als gut.
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Gewerkschaften gehen auf Konfrontation
DGB-Chefin Fahimi kritisiert die Reformagenda scharf. Sie lehnt Ăberlegungen zur Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes ab und fordert stattdessen Entlastungen fĂŒr investierende Unternehmen.
Der DGB will eigene WachstumsvorschlÀge einbringen. IG-BCE-Chef Vassiliadis moniert: Bisher habe es kaum ernsthafte GesprÀche zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften gegeben.
Druck wĂ€chst â schnelle Lösungen unwahrscheinlich
Die Erwartungen an konkrete Ergebnisse sind gedĂ€mpft. CDU-GeneralsekretĂ€r Linnemann will zunĂ€chst âim GesprĂ€ch bleibenâ. Auch SPD-GeneralsekretĂ€r KlĂŒssendorf rechnet nicht mit der Verabschiedung konkreter MaĂnahmen.
Der politsche Druck bleibt enorm. Aktuelle Umfragen sehen die Union bei 21 Prozent, die SPD bei 12 Prozent â die AfD liegt bei 29 Prozent. Die IndustrieauftrĂ€ge sanken im April unerwartet um 3,8 Prozent. In Branchenkreisen wĂ€chst die Sorge, dass der konjunkturelle Stillstand im zweiten Quartal in eine Rezession mĂŒndet.
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