Reiche fordert Rentenreform: LĂ€ngere Lebensarbeitszeit statt Rente mit 45
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 10:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) fordert eine deutliche Ausweitung der Reformen. Das Anfang Juli beschlossene Paket sei nur ein erster Schritt, sagte sie am Freitag. Die deutsche Wirtschaft stehe unter erheblichem Druck.
RentenplĂ€ne sorgen fĂŒr Streit mit Ost-LĂ€ndern
Im Zentrum stehen Entlastungen bei den Lohnnebenkosten, BĂŒrokratieabbau und mehr FlexibilitĂ€t auf dem Arbeitsmarkt. Besonders umstritten: die geplanten Einschnitte ins Rentensystem. Reiche lehnt die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren ab und pocht auf eine lĂ€ngere Lebensarbeitszeit.
Damit folgt sie einer Rentenkommission. Kanzler Merz und Arbeitsministerin Bas wollen die VorschlĂ€ge noch 2026 umsetzen. Die MinisterprĂ€sidenten von Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen hatten zuvor auf der Beibehaltung der bestehenden Regelungen bestanden â vergeblich.
EEG-Reform: Ende der Rundum-sorglos-Förderung
Auch in der Energiepolitik schlĂ€gt die Ministerin einen neuen Kurs ein. Das Kabinett beschloss am Mittwoch eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Ab 2027 erhalten neue kleine Dachanlagen keine feste EinspeisevergĂŒtung mehr, sondern wechseln nach einer Ăbergangsphase in die Direktvermarktung.
Wer die aktuelle Debatte um Entlastungen bei den Lohnnebenkosten verfolgt, findet in diesem kostenlosen E-Book wertvolle Tipps zur Beitragsberechnung. Kostenloses Handbuch zu Lohnnebenkosten jetzt herunterladen
Das Ziel: die Förderkosten senken, die fĂŒr 2027 auf rund 16,5 Milliarden Euro geschĂ€tzt werden. Gleichzeitig drĂ€ngt Reiche die EU-Kommission zu mehr Technologieoffenheit bei CO2-Flottengrenzwerten. Strafzahlungen wĂŒrden die Autobranche finanziell belasten und die Transformation gefĂ€hrden.
Kaliwerk-Besuch: Industrie kÀmpft mit Energiekosten
Bei einem Besuch des Kaliwerks Zielitz machte der K+S-Vorstandsvorsitzende Christian Meyer die Lage deutlich: Die Energiekosten in Deutschland lĂ€gen beim FĂŒnf- bis Zehnfachen des kanadischen Niveaus. Zwar genehmigte die EU-Kommission eine Ausweitung der Strompreiskompensation fĂŒr den Bergbau â der Untertage-Bereich bleibt jedoch auĂen vor.
Reiche kĂŒndigte eine Novelle des Berggesetzes an, die in wenigen Wochen vorliegen soll. Bei der Energieversorgung setzt sie auf langfristige LNG-LiefervertrĂ€ge mit Kanada, die Uniper abgeschlossen hat.
WĂ€hrend die Politik ĂŒber Reformen streitet, können Arbeitgeber bereits heute durch steuerfreie Extras wie Tankgutscheine oder Jobtickets die Abgabenlast senken. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Mitarbeitern mehr Netto ermöglichen, ohne die eigenen Kosten zu steigern. Steuerfreie Mitarbeitervorteile entdecken
Konjunktur lahmt â Wahlen im September
Der Reformdruck kommt nicht von ungefĂ€hr: Das BIP stieg im zweiten Quartal nur um 0,2 Prozent. FĂŒr 2026 erwartet die Regierung 0,5 Prozent Wachstum, fĂŒr 2027 immerhin 0,9 Prozent.
Die Zeit drĂ€ngt â im September stehen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an. Und das Verkehrsministerium unter Patrick Schnieder sorgt zusĂ€tzlich fĂŒr Bewegung im Kabinett. Ob die Reformen vor den Wahlen noch durchgehen? Das dĂŒrfte spannend werden.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
