Reis, Reiß-Leine

Reis oder Reiß-Leine? Wann vom Asien-Rebound profitieren?

Veröffentlicht: 07.08.2007 um 13:44 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)

Was bedeutet dieser Sell-off? Key Facts: - US-Subprime-Krise kann sich psychologisch auch auf Asien auswirken - Billige und substanzstarke Werte bieten zumindest relativen Schutz - Asiens Binnenkonjunktur sollte weiter boomen - Asiens Währungen dürften eher profitieren - Selbst Asiens Exporte werden weiter wachsen – der „Aldi-Effekt“ Die höchsten Wochenverluste seit Monaten haben die Börsen überall in der Welt getroffen. Wir haben bereits im Jahresausblick vor dem 2. Halbjahr gewarnt. Sprechen wir von einer Korrektur, oder geht es aktuell um eine Trendwende? Gehen wir eine Stufe höher: Klare Trends gibt es an den Börsen vor allem über Phasen mit einer Länge von 5 bis 12 Jahren. Hier sind fundamentale Parameter immer der entscheidende Faktor. Und diesen finden wir vor allem in Asien, wo das langfristige Wachstum durch einen boomenden Binnenmarkt mit Jahrzehnten an Aufholpotenzial, hohe Liquidität und eine extrem hohe Investitionsquote bestens fundiert ist. Stattdessen wird es nach der 100-Jahresstory der USA für den Westen langsam schwer. Das Wachstum ist bereits seit mehreren Jahren durch FED-induzierte künstliche Liquidität aufgeblasen. Die Inflationsrate wird durch statistische Tricks optisch niedrig gehalten. Man kann in den USA schon lange nicht mehr von einer soliden Volkswirtschaft sprechen. Vielmehr kann man in den USA von einer regelmäßigen Umschichtung der allgegenwärtigen Probleme sprechen. Staatsverschuldung, Privatverschuldung, zu hohe Liquiditätsbereitstellung durch die Zentralbank, hohes Handelsdefizit und das wichtigste: Die Konkurrenten aus Asien haben die Staatsverschuldung mitfinanziert. Was passiert, wenn Asien den Hahn zudreht? Insbesondere China und Japan sind die Finanziers des kaputten Systems der USA. Selbstverständlich haben die Exportländer aus Asien ein großes Interesse an der Liquidität und dem Konsum der US-Bürger. Die Überschuldung der US-Bürger führt aber eines Tages zu einem Ende des Konsumbooms. Das führt zu allgemeiner Angst – aber WER IST HIER WIRKLICH BETROFFEN? Diese Frage stellt sich niemand im allgemeinen Panik-Szenario zu Subprime. HIER ABER TRENNT SICH SPREU VOM WEIZEN, und daher wollen wir uns das näher ansehen. Stellen Sie sich vor, Sie sind überschuldet, müssen also Kredite zurückzahlen, wie viele Amerikaner. Was wird gestrichen? Richtig, zuerst einmal Immobilien, und dann alle anderen Kapitalvernichter wie neues Auto oder Einbauküchen. Vor allem der teuren Preislage. Dazu wird man wohl auf Schampus und Louis Vuitton-Taschen verzichten. Dann stellen Sie fest, dass nach dem ganzen Verzicht doch noch genug Geld zum konsumieren in der Tasche ist. Vielleicht für einen billigen PC, asiatischen Kleinwagen, Klamotten oder Tand vom Großmarkt. Es wird eben alles konsumiert was man im Alltag braucht, aber bitte keine teuren Marken mehr. Was sehen wir? Die Amerikaner werden nicht auf Importe aus China oder ASEAN verzichten. Leiden werden bei einer Konsumflaute vor allem einheimische Firmen und europäische Exporteure wie BMW, Miele, LVMH und Co. Einige asiatische Exporteure werden sogar vom Substitutionseffekt PROFITIEREN. Erinnert man sich nur an Geiz ist Geil und den Aldi-Effekt der deutschen Rezession). Wie stark kann dieser Effekt in den USA sein? Die Hypotheken sind bei einem Wertverlust der Immobilien nicht mehr gedeckt. Werden dann Rückzahlungen von den Hypothekenbanken gefordert, so fließt weitere Liquidität ab. Stellen Sie sich nun noch einmal vor, liebe Leser, dass in den USA die Aktienkultur die Leitkultur der Mittelschicht neben dem Hausbau ist. Die Altersvorsorge wird meist über den Aktienmarkt getätigt. Dies bedeutet, dass unwahrscheinlich hohe Summen im Markt zum Abzug (Gewinnmitnahmen oder Querfinanzierung) bereitstehen. Aus welchen Bereichen soll also aus den USA noch Liquidität für den Konsum aber auch Aktienmarkt kommen? Die Wahrscheinlichkeit, dass Kapital aus den US-Märkten abgezogen wird, steigt also von Monat zu Monat. Die große globale Kapitalumwälzanlage der letzten Jahre geht dem Ende entgegen „Aber eines Tages endet die Musik“ (Zitat Dr. Marc Faber). Asien wird die Weltführung übernehmen! Polemik oder nackte Tatsache? Radikale Hypothesen werden vom deutschen Leser oft instinktiv abgelehnt. Wir sind und bleiben aber überzeugt, dass es so kommen wird. Denn wir denken täglich über die folgende Frage nach: „Wie wird die Welt in wenigen Jahren aussehen?„ Nur wer radikale Änderungen früh erkennt und den Mut hat seiner Erkenntnis auch konsequent zu folgen, hat die Chance auf wirklich große Gewinne. Die immer perverseren Ungleichgewichte Leistungsbilanz, Währungsreserven, Wachstum, Wettbewerbstätigkeit, Spar- und Investitionsquote, Entwicklung beim Bildungsniveau usw. sind Wassermassen, die sich hinter gewaltigen Staumauern immer höher aufstauen. Die Staumauer ist die unterschiedliche Währungs- und Zinspolitik in den USA und in Asien. Und eines Tages, ja eines Tages wird der Damm brechen. Der Konsum in Asien wird explodieren, der Konsum in den USA lange stagnieren. Auch Europa wird Federn lassen. Und trotzdem werden die Exporte und Währungsreserven Asiens aufgrund der drastisch besseren Konkurrenzfähigkeit weiter steigen. Wie stark die globale Verunsicherung auch Asiens Small Caps noch beuteln wird, das weiss niemand. Aber bilanzstarke Firmen mit günstigem KGV und in Wachstumsbranchen aktiv könnten das stärkste Rebound-Potenzial vorhanden sein. Aktienmärkte und der Rebound-Play Asien Sollten wir nun wirklich von einer längeren Schwächephase am US-Markt ausgehen, dann könnte dies das globale Marktumfeld auch länger belasten. Doch das Kapital wird bereits umgeschichtet. Der Fluss nach Asien ist ungebrochen. Ein Rückgang bei den internationalen Aktienmärkten würde also Anlegern eine ausgezeichnete Möglichkeit für einen wieder billigen Einstieg in Asien bieten. Nicht zuletzt könnte die außergewöhnlich hohe Liquidität innerhalb Asiens zu der von uns lange erwarteten Spaltung zwischen Ost und West führen. Kapitalmarktstandorte wie Hong Kong, Shanghai oder Singapur werden an Bedeutung zunehmen. Währenddessen wird die USA an Bedeutung verlieren. Fazit Crash oder nicht, wir wissen es nicht, aber der Rebound dürfte primär in Asien stattfinden. Ob die 14000 Punkte vor ein paar Tagen für die USA (Dow Jones) nun tatsächlich das Allzeithoch bedeuteten, ist unklar. Was aber klar ist: Asiens Indizes liegen nicht viel höher als in den 1990er Jahren, und dies bei niedrigeren KGVs als damals. Wir glauben, dass die zyklischen Hochs noch lange nicht erreicht sind. Aktuell sollten Sie sich als Anleger auf turbulente Phasen einstellen. Absicherungen sind deshalb absolut notwendig, das Sie beispielsweise mit Kapitalschutzzertifikaten abdecken können. Eines davon ist das Kapitalschutzzertifikat auf den S-BOX N11 Index (Deutsche Bank WKN: DB3N11), der die acht am schnellsten wachsenden Märkte der Emerging Markets abdeckt. Fünf davon (Südkorea, Indonesien, Philippinen, Pakistan und Vietnam) sind aus Asien. Selbst bei einem Rückgang ist der Kapitalschutz auf 100 € notiert. Das Zertifikat wird aktuell auf diesem Niveau gehandelt. Dennoch können Sie mit diesem Zertifikat beim Rebound profitieren. Ansonsten sollten Sie bei einem Überverkauf die Chance nutzen und sich entsprechend langfristig eindecken. Langfristige Storys sind unter anderem das Thema Umwelt und Rohstoffe. Mit dem Asienbezug können Sie an folgenden Produkten partizipieren: S-BOX Asien Umwelt Zertifikat (DB1UMW) S-BOX EM Rohstoff&Industriemetall (DR5XT3)

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 12803244 |