Rente, Frauen

Rente mit 63: Frauen nutzen Frühverrentung deutlich stärker

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 10:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Fast jede zweite Frührente geht an Frauen, während die Politik eine Abschaffung bis 2031 plant. Babyboomer treiben die Nutzung massiv an.

Rente mit 63: Frauen und Babyboomer nutzen FrĂĽhverrentung stark
Ältere Frauen und Männer diskutieren über Rentenunterlagen, symbolisierend die Rente mit 63 und den Frauenanteil. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Zahlen der gesetzlichen Rentenversicherung zeigen: Die abschlagsfreie vorzeitige Rente wird besonders von Frauen und der Babyboomer-Generation stark genutzt. Zwischen 2015 und 2025 gingen 44,4 Prozent aller Rentenzugänge für besonders langjährig Versicherte auf Frauen zurück. Gleichzeitig diskutiert die Politik über eine grundlegende Reform – inklusive Abschaffung dieser Rentenform.

Frauenanteil bleibt stabil – bei niedrigeren Bezügen

Die sogenannte Rente mit 63 wird von Frauen seit Jahren konstant in Anspruch genommen. Der Höchstwert lag 2019 bei 45,8 Prozent. Für 2024 zählte die Rentenversicherung insgesamt 262.000 neue Renteneintritte in dieser Kategorie. Davon entfielen 117.000 auf Frauen – ein Anteil von 44,7 Prozent.

Doch bei der Auszahlungshöhe klaffen die Unterschiede: Frauen beziehen im Schnitt 1.469 Euro, Männer knapp 400 Euro mehr. Voraussetzung für diesen Rententyp: mindestens 45 Versicherungsjahre.

Babyboomer gehen vorzeitig in Rente

Besonders die Jahrgänge 1957 und 1958 nutzen die Frühverrentung: Mehr als die Hälfte von ihnen trat vorzeitig in den Ruhestand – 51,2 beziehungsweise 51,7 Prozent. Insgesamt bezogen 2024 rund 1,1 Millionen Babyboomer vorzeitig eine Rente.

Obwohl die Regelaltersgrenze seit 2012 um zwölf Monate angehoben wurde, stieg das tatsächliche Zugangsalter nur um acht Monate. Bis 2029 erreichen rund 6,4 Millionen Babyboomer die Regelaltersgrenze – das dürfte den Druck auf das Rentensystem weiter erhöhen.

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Reformpläne: Abschaffung der Rente mit 63 bis 2031?

Eine Rentenkommission empfiehlt tiefgreifende Änderungen. Geplant ist die schrittweise Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 63 bis 2031. Stattdessen könnte das Rentenalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden – bis 2041 würde die Grenze dann auf 67,5 Jahre steigen. Zudem steht eine verpflichtende kapitalgedeckte Zusatzrente mit zwei Prozent Beitragssatz im Raum.

Politiker wie Friedrich Merz und Bärbel Bas unterstützen die Vorschläge. Sozialverbände und die Opposition laufen dagegen Sturm. Das DIW rechnet vor: Die Reform könnte das System jährlich um rund zehn Milliarden Euro entlasten.

Immer mehr Rentner arbeiten weiter

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Seit Wegfall der Hinzuverdienstgrenze 2023 arbeiten 25 Prozent der besonders langjährig Versicherten sozialversicherungspflichtig weiter – 2022 waren es noch 18 Prozent. Bei langjährig Versicherten mit 35 Jahren stieg die Quote von acht auf 14 Prozent.

Seit Anfang 2026 lockert die sogenannte Aktivrente die Regeln: Einkünfte bis 2.000 Euro bleiben steuerfrei. Fachleute sehen darin jedoch einen Fehlanreiz – viele nutzen die abschlagsfreie Rente als Basis, um dann in Teilzeit weiterzuarbeiten. Für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen ist eine spezielle Schutzrente im Gespräch.

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