Rentenbeitrag, Anstieg

Rentenbeitrag: Anstieg auf 18,8% bereits 2027 durch Sparmaßnahmen

12.06.2026 - 01:23:17 | boerse-global.de

Geplante Kürzungen der Bundeszuschüsse führen laut DRV zu einem früheren Anstieg der Rentenbeiträge ab 2027.

Rentenbeitrag steigt früher: DRV-Chef warnt vor Sparfolgen
Rentenbeitrag - Ältere Hände halten Münzen, im Hintergrund verschwommen Finanzdokumente und ein Taschenrechner. Symbolisiert steigende Rentenbeiträge. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

DRV-Chef Alexander Gunkel warnte am Donnerstag in Potsdam vor den Folgen geplanter Sparmaßnahmen des Bundes. Die Kürzung der Bundeszuschüsse um vier Milliarden Euro im Jahr 2027 gefährde die Ziele des Rentenpakets 2025.

Das hat konkrete Folgen für Millionen Beitragszahler. Der Beitragssatz müsste dann bereits 2027 steigen – ein Jahr früher als bisher prognostiziert.

Belastung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

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Derzeit liegt der Beitragssatz stabil bei 18,6 Prozent. Ohne die Kürzungen bliebe er bis Ende 2027 konstant. Mit den Sparmaßnahmen steigt er bereits 2027 auf 18,8 Prozent. Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssten dann jeweils 0,1 Prozentpunkte mehr zahlen.

Für 2028 sieht es noch düsterer aus. Die DRV prognostiziert einen sprunghaften Anstieg auf 19,9 Prozent. Grund ist die gesetzlich vorgeschriebene Mindesthöhe der Nachhaltigkeitsrücklage von 0,3 Monatsausgaben. Erste Schätzungen für 2029 deuten auf einen Satz von über 20 Prozent hin. Das wäre ein historischer Höchststand – vergleichbar mit den Jahren 1997 und 1998, als der Beitrag bei 20,3 Prozent lag.

Rücklagen schmelzen schneller als erwartet

Die finanzielle Pufferkapazität der Rentenversicherung nimmt rapide ab. Ende 2025 betrug die Nachhaltigkeitsrücklage noch 41,3 Milliarden Euro – etwa 1,38 Monatsausgaben. Bis Ende 2026 sinkt dieser Puffer auf rund eine Monatsausgabe. Ende 2027 ist er weitgehend aufgebraucht.

Ein wesentlicher Grund für die Anspannung: die Lücke zwischen den sogenannten nicht beitragsgedeckten Leistungen und den dafür vorgesehenen Bundeszuschüssen. Sie beträgt jährlich rund 40 Milliarden Euro. Kurzfristig kommen Kosten durch die geplante Rentenerhöhung um 4,2 Prozent zum 1. Juli hinzu – etwa 0,4 Milliarden Euro. Seit Januar 2026 ist zudem das Betriebsrentenstärkungsgesetz II in Kraft.

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Gewerkschaften warnen vor Einschnitten

Parallel zur Warnung der Rentenversicherung verschärft sich die politische Debatte. Bereits am Mittwoch warnte Verdi-Chef Frank Werneke vor möglichen Kürzungen. Die Kopplung der Renten an die Reallohnentwicklung dürfe nicht angetastet werden. Werneke kritisierte Forderungen aus Arbeitgeberverbänden und der Jungen Union nach tiefergreifenden Reformen.

Das Thema stand am Mittwochabend auch auf der Agenda eines Spitzentreffens im Kanzleramt. Unter Leitung von Bundeskanzler Friedrich Merz diskutierten Vertreter der Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgeber. Eine geplante Reformkommission von Union und SPD soll bis Ende Juni Empfehlungen zur langfristigen Sicherung des Rentensystems vorlegen.

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