Rentenpaket: CDU und SPD liefern sich Schlagabtausch über Rente mit 63
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 20:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Streit um das Rentenpaket spitzt sich zu. CDU und SPD liefern sich einen offenen Schlagabtausch über die Zukunft der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Auch die ostdeutschen Ministerpräsidenten mischen sich ein.
SPD stellt Rente mit 63 infrage
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf stellte Anfang August das Aus für die sogenannte Rente mit 63 öffentlich infrage. Er pocht auf den Erhalt des abschlagsfreien Renteneintritts nach 45 Beitragsjahren und fordert von der CDU eine klare Positionsbestimmung. Innerhalb der Union waren zuletzt unterschiedliche Signale laut geworden.
Unterstützung bekommt Klüssendorf von SPD-Abgeordnetem Stegner. Er nennt die Regelung eine Frage von Respekt und Solidarität und zweifelt an einer parlamentarischen Mehrheit für die Abschaffung.
Union pocht auf Abschaffung
Die Unionsführung hält dagegen. CDU-Fraktionschef Thorsten Frei verteidigt das Ende der abschlagsfreien Frührente als Schritt zur Generationengerechtigkeit. Generalsekretärin Hoppermann lehnt es ab, diesen Punkt aus dem Reformpaket herauszulösen. Kanzler Merz und Arbeitsministerin Bas wollen die Empfehlungen der Rentenkommission vollständig umsetzen.
Ost-Länder laufen Sturm
Besonders heftiger Widerstand kommt aus Ostdeutschland. Die Ministerpräsidenten Kretschmer, Schulze und Voigt fordern parteiübergreifend den Erhalt der Regelung. Insgesamt fünf ostdeutsche Regierungschefs – drei von der CDU, zwei von der SPD – sprechen sich gegen die Streichung aus.
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Die CSU mahnt derweil zur Koalitionsdisziplin. Die Junge Union warnt vor einem leichtfertigen Umgang mit dem Paket. VdK-Präsidentin Bentele verlangt deutliche Nachbesserungen und kritisiert die Pläne der Bundesregierung.
Milliarden gegen Gerechtigkeit
Die Diskussion dreht sich auch ums Geld. Laut Rentenkommission könnte die Abschaffung rund 6,5 Milliarden Euro pro Jahrgang einsparen. Die Bezeichnung Rente mit 63 ist dabei irreführend: Wegen gesetzlicher Anpassungen liegt die Altersgrenze aktuell bei 64,5 Jahren.
Befürworter verweisen auf die Entlastung der Rentenkassen. Kritiker sehen eine unfaire Belastung für Arbeitnehmer mit besonders langen Erwerbsbiografien. Die Frage ist nun: Findet die Koalition einen Kompromiss – oder platzt das Paket?
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