Rentenreform: Kommission plant Eintritt mit 68 für heute 30-Jährige
21.06.2026 - 01:31:14 | boerse-global.de
Das 13-köpfige Gremium empfiehlt eine Anhebung des Renteneintrittsalters und die Einführung einer kapitalgedeckten Zusatzvorsorge. Die offizielle Übergabe des Berichts an Kanzler Merz und Ministerin Bas ist für Anfang der Woche geplant.
Rente mit 68 für heute 30-Jährige
Ein Kernpunkt: Die Kommission will das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung koppeln. Das vorgeschlagene 2:1-Modell bedeutet: Zwei Drittel eines gewonnenen Lebensjahres fließen in die Erwerbsphase, ein Drittel in den Ruhestand. Für heute 30-Jährige könnte das eine Rente mit 68 bedeuten. Langfristige Prognosen deuten auf einen Eintritt mit 70 Jahren – frühestens in den 2090er-Jahren.
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Die bisherige Rente mit 63 soll wegfallen. Stattdessen plant das Gremium ein Modell, das den Gesundheitszustand der Versicherten stärker berücksichtigt. Hintergrund: Die gesetzliche Rentenversicherung braucht ohne Gegenmaßnahmen bis 2031 zusätzliche Steuermittel von rund 49 Milliarden Euro.
Schwedisches Modell für Deutschland
Das Reformpaket sieht eine verpflichtende kapitalgedeckte Altersvorsorge nach schwedischem Vorbild vor. Geplant ist ein Beitragssatz von ein bis zwei Prozent des Bruttolohns – paritätisch finanziert von Arbeitgebern und Arbeitnehmern.
Ziel: In Kombination mit der umlagefinanzierten Rente soll das Gesamtrentenniveau bis 2050 bei 50 Prozent liegen. Die Mütterrente und die aktuellen Haltelinien bleiben unangetastet. Allerdings soll der Nachhaltigkeitsfaktor ab 2032 wieder voll wirken. Ohne Reformen würde das Rentenniveau bis 2031 auf etwa 46 Prozent fallen.
Mehr Beitragszahler, weniger Minijobs
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Die Kommission will den Kreis der Beitragszahler deutlich erweitern. Künftig sollen auch Selbstständige, Abgeordnete und Vorstände in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Bei Beamten gibt es unterschiedliche Modelle: von einer allgemeinen Versicherungspflicht bis zur Beschränkung der Verbeamtung auf hoheitliche Aufgaben.
Auch bei Minijobs gibt es Änderungen: Beitragsfreie Minijobs sollen künftig nur noch für Schüler gelten. Für Grundsicherungsbezieher empfiehlt das Gremium höhere Rentenfreibeträge – das soll private Vorsorge attraktiver machen.
Die Bundesregierung will die Empfehlungen bei einem einmütigen Votum zeitnah umsetzen. Ein Reformpaket, das auch Arbeitsmarkt und Bürokratieabbau umfasst, soll noch vor der Sommerpause kommen.
