Rentensystem-Reform: Rente mit 63 fÀllt, Alter steigt bis 2051
21.06.2026 - 15:34:01 | boerse-global.de
Das Ziel: Die Alterssicherung trotz demografischem Wandel stabilisieren.
Rente mit 63 soll fallen
Die Kommission empfiehlt die Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 63. KĂŒnftig soll ein frĂŒherer Renteneintritt erst ab 64 möglich sein - und dann mit höheren AbschlĂ€gen. Ausnahmen sind nur fĂŒr Menschen mit gesundheitlichen BeeintrĂ€chtigungen vorgesehen.
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Gleichzeitig wollen die Experten die Regelaltersgrenze an die Lebenserwartung koppeln. Das VerhÀltnis: Zwei Jahre gewonnene Lebenszeit bedeuten acht Monate mehr Arbeit und vier Monate mehr Rente. Die Folge: Das Renteneintrittsalter könnte bis 2041 auf 67,5 Jahre steigen, bis 2051 auf 68 Jahre. In den 2090er Jahren wÀre dann sogar die Rente mit 70 denkbar.
Neue Pflichtvorsorge nach schwedischem Vorbild
Um das Rentenniveau bei 48 bis 50 Prozent zu stabilisieren, setzt das Gremium auf eine verpflichtende Kapitalrente. Die BeitrÀge sollen ab 2028 bei 0,5 Prozent des Bruttolohns liegen und spÀter auf 2 Prozent ansteigen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich die Kosten hÀlftig.
Der Staat verwaltet die Gelder in einem eigenen Fonds. Das Ziel: Ab 2040 sollen gesetzliche Rente und Kapitalrente zusammen ein Niveau von 50 Prozent erreichen. Bis 2031 bleibt die bisherige Haltelinie von 48 Prozent bestehen, danach soll der Nachhaltigkeitsfaktor wieder voll greifen.
Wer kĂŒnftig einzahlen muss
Die Kommission will den Kreis der Beitragszahler deutlich erweitern. KĂŒnftig sollen auch SelbststĂ€ndige, Abgeordnete und VorstĂ€nde in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Bei Beamten sieht der Plan eine schrittweise AnnĂ€herung des Pensionsniveaus an die Rente vor - allerdings ohne sofortige Integration.
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Die BeitrĂ€ge werden trotzdem steigen. FĂŒr 2028 prognostizieren die Experten einen Satz von 19,9 Prozent - plus den Beitrag fĂŒr die KapitalsĂ€ule. Um Geringverdiener zu entlasten, sollen kĂŒnftig 20 bis 30 Prozent der eigenen RentenansprĂŒche nicht auf die Grundsicherung angerechnet werden.
Geteilte Reaktionen
Die VorschlĂ€ge stoĂen auf ein gemischtes Echo. Die Linke kritisiert die PlĂ€ne als realitĂ€tsfern, auch der Sozialverband und Verdi zeigen sich besorgt. DIW-Chef Marcel Fratzscher hĂ€lt die Richtung zwar fĂŒr richtig, die MaĂnahmen aber fĂŒr zu vorsichtig. Die Kommission selbst betont die konstruktive Zusammenarbeit - der Bericht soll nun als Grundlage fĂŒr gesetzgeberische Initiativen dienen.
