Rheintalbahn-Ausbau: Spatenstich für 11-km-Gütergleis bei Teningen
30.05.2026 - 04:40:38 | boerse-global.deAm 29. Mai 2026 erfolgte der Spatenstich für ein neues, elf Kilometer langes Gütergleis entlang der A5 bei Teningen und Reute. Das Projekt soll den Güterverkehr von der Personenschiene trennen und die Kapazität auf einer der wichtigsten Nord-Süd-Achsen Europas massiv erhöhen.
Entlastung für Freiburg und die Region
Das Herzstück des neuen Abschnitts zwischen Riegel und March ist die räumliche Trennung von schwerem Güterverkehr und Personenverkehr. Künftig rollen die Frachtzüge auf eigenen Gleisen parallel zur Autobahn – mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h. Das schafft Platz für schnellere Fernverkehrsverbindungen und entlastet vor allem die Stadt Freiburg.
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Rund 50.000 Güterzüge pro Jahr werden künftig an der Stadt vorbeigeführt, erklärte Freiburgs Oberbürgermeister Haag beim Spatenstich. Die Folge: deutlich weniger Lärm für die Anwohner und mehr Kapazität für den Nahverkehr auf den bestehenden Gleisen. Ein Gewinn für Pendler und Anwohner gleichermaßen.
Sechs Jahre Bauzeit – Milliardeninvestition für Europa
Der erste Bauabschnitt wird voraussichtlich bis Anfang der 2030er Jahre dauern. Die vollständige Modernisierung der rund 200 Kilometer langen Strecke zwischen Karlsruhe und Basel soll jedoch erst 2041 abgeschlossen sein. Die Kosten für das Gesamtprojekt wurden 2024 auf 14,2 Milliarden Euro beziffert.
Das Land Baden-Württemberg steuert 400 Millionen Euro zu den Zusatzkosten bei. Die Europäische Union beteiligt sich ebenfalls – schließlich ist die Rheintalbahn ein zentrales Teilstück des Güterkorridors von Rotterdam nach Genua. Beim Spatenstich betonten Bundesverkehrsminister Schnieder, Landesverkehrsminister Razavi und DB-InfraGO-Chef Nagl die Bedeutung des Projekts für den regionalen und internationalen Verkehr.
Nachhaltigkeit auf der Baustelle
Die Schweizer Baufirma Implenia ist mit dem Bau der Brückenbauwerke für den Abschnitt Riegel–March beauftragt – darunter Überführungen für den Feuerbach. Ein besonderes Detail: Eine Eisenbahnbrücke zwischen Reute und Teningen wird erstmals mit CO2-reduziertem Beton errichtet. Die Deutsche Bahn setzt damit ein Zeichen für klimafreundlichere Infrastrukturprojekte.
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Weitere Projekte im Rheintal
Der Baustart im Breisgau ist nicht die einzige Entwicklung entlang der Rheinschiene:
- Mannheim–Karlsruhe: Ab dem 1. Juni 2026 können Bürger die Pläne für die R4-Trassenvariante einsehen. Stellungnahmen zur Umwelt- und Raumverträglichkeit sind bis zum 31. Juli 2026 möglich.
- Radverkehr: Am 28. Mai 2026 wurde das erste 500 Meter lange Teilstück des RS6-Radschnellwegs nördlich von Freiburg freigegeben. Die Route soll später Freiburg, Waldkirch und Emmendingen verbinden.
- Brückenbau: In der Region Ulm erreichte die Gänstorbrücke einen Meilenstein: In der Nacht zum 28. Mai 2026 wurden Stahlteile eingesetzt, um die Lücke im neuen Bauwerk zu schließen. Die Brücke soll Anfang September 2026 für den Verkehr freigegeben werden.
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