Rohstoff-Krise, Exporte

Rohstoff-Krise: 50% der österreichischen Exporte in Gefahr

Veröffentlicht am: 05.06.2026 um 09:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie zeigt: Über die HĂ€lfte der heimischen Exporte ist auf kritische Rohstoffe angewiesen. Kreislaufwirtschaft gilt als Lösung.

RohstoffabhĂ€ngigkeit: Österreichs Exporte massiv gefĂ€hrdet
Eine stilisierte Darstellung eines Netzwerks aus ZahnrĂ€dern, Pfeilen und recycelten Materialien, mit Österreichs Umrissen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Eine aktuelle Analyse des Kontext-Instituts zeigt: Über 50 Prozent der heimischen Exporte sind direkt auf kritische Rohstoffe angewiesen. Die Kreislaufwirtschaft gilt als wirksamste Gegenmaßnahme.

Rohstoff-Monopole gefÀhrden die Versorgung

Die EU stuft die Versorgungssicherheit bei 12 von 17 strategischen Rohstoffen als gefÀhrdet ein. Besonders brisant: China hÀlt bei acht dieser Stoffe ein Monopol. Experten sehen in der Kreislaufwirtschaft den effektivsten Hebel, um diese AbhÀngigkeiten zu reduzieren.

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Bisher werden allerdings neun der 17 strategischen Rohstoffe kaum recycelt. Das Potenzial fĂŒr die Branche ist enorm.

Österreichs Umwelttechnik auf Rekordkurs

Der heimische Umwelttechniksektor ist bereits europĂ€ische Spitze. Mehr als 3.300 Unternehmen mit ĂŒber 57.800 BeschĂ€ftigten erwirtschaften einen Jahresumsatz von ĂŒber 21 Milliarden Euro. Die Exportquote liegt bei 73 Prozent.

Damit belegt Österreich beim Export und der Wertschöpfung in der Umwelttechnik den ersten Platz innerhalb der EU. Auf der Branchenmesse IFAT im Mai prĂ€sentierten sich ĂŒber 110 heimische Unternehmen.

Deutschland investiert 260 Millionen – und erntet Kritik

Am 4. Juni verabschiedete das deutsche Bundeskabinett ein Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie. Bis 2029 sind 260 Millionen Euro vorgesehen. Ziel: jĂ€hrlich 100 Millionen Tonnen CO? einsparen und digitale ProduktpĂ€sse einfĂŒhren.

BranchenverbĂ€nde zeigen sich enttĂ€uscht. Die Maßnahmen seien zu vage, kritisieren sie. Besonders das Fehlen verbindlicher Recyclingquoten und klarer Priorisierungen stĂ¶ĂŸt auf UnverstĂ€ndnis.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie sieht trotzdem langfristiges Potenzial. Bis 2045 könnte die Bruttowertschöpfung auf 125 Milliarden Euro steigen.

OECD-Bericht sorgt fĂŒr Diskussionen in Österreich

Auch hierzulande steht die Umweltpolitik auf dem PrĂŒfstand. Mitte Mai legte die OECD einen Bericht zur österreichischen Umweltpolitik vor. Umweltminister Norbert Totschnig nahm die EinschĂ€tzungen entgegen.

Die Bewertung der heimischen Kreislaufwirtschaft löste Diskussionen ĂŒber den tatsĂ€chlichen Reformfortschritt aus.

PFAS-Belastung: Fehlende Grenzwerte in der Kritik

Ein weiteres Thema beschĂ€ftigt das Parlament: die Belastung österreichischer FlĂŒsse mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS). Eine Anfrage an das Umweltministerium vom 4. Juni bemĂ€ngelt fehlende Grenzwerte in den Abwasseremissionsverordnungen und unzureichende Daten zu Einleitungen.

Die EU plant neue Grenzwerte fĂŒr 25 PFAS-Stoffe – allerdings erst bis Ende 2027.

Praxisbeispiele: Vom Schredder bis zum Phosphor-Recycling

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Die Industrie treibt unterdessen praktische Lösungen voran. Die Geiger Gruppe stellte mit „Geiger Next“ Produkte vor, die mineralische AbfĂ€lle in zertifizierte Baustoffe verwandeln. Das Salzburger Unternehmen UNTHA erhielt eine Auszeichnung fĂŒr einen neuen Hochleistungs-Schredder mit digitalen Schnittstellen zur Prozessoptimierung.

GrenzĂŒberschreitende Projekte wie „Bauhalps“ und „DECORATOR“ fördern die Kreislaufwirtschaft im Bausektor der Alpen- und Donauregion. Sie entwickeln Werkzeuge zur Standardisierung der Wiederverwendung von Baumaterialien.

Auch die Energiewirtschaft steigt ein: Wien Energie evaluiert derzeit neue GeschÀftsmodelle im Bereich des Phosphorrecyclings.

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