Rom, Krawallen

Rom schickt nach Krawallen 500 Soldaten nach Mailand

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 11:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach den schweren Krawallen in Mailand will die Regierung in Rom 500 weitere Soldaten in die italienische Finanzmetropole schicken.

Die Entscheidung fiel am Montag bei einer Krisensitzung unter Vorsitz von MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni, wie anschließend verlautete. Die Regierung will heute einen entsprechenden Erlass verabschieden. Das zusĂ€tzliche MilitĂ€r soll verhindern, dass es in Mailands Innenstadt zu weiteren Ausschreitungen kommt.

In Italien lĂ€uft bereits seit 2008 eine MilitĂ€rmission "Strade sicure" ("Sichere Straßen"), bei der Soldaten die regulĂ€ren PolizeikrĂ€fte bei der Überwachung von Ballungszentren und gefĂ€hrdeten Immobilien unterstĂŒtzen. Im GesprĂ€ch sind auch Ausgangssperren in bestimmten Bereichen der InnenstĂ€dte. Meloni hatte nach den Krawallen in Mailand, aber auch in verschiedenen anderen StĂ€dten, ein hartes Vorgehen angekĂŒndigt.

Mehr als 270 vorĂŒbergehende Festnahmen

In Mailand war es am Wochenende nach zunĂ€chst friedlichen Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten und verschiedene GesetzesplĂ€ne der Regierung zu schweren Ausschreitungen gekommen. Auf dem Domplatz und dessen Umgebung schlugen meist schwarz gekleidete und vermummte junge Leute Schaufensterscheiben ein, plĂŒnderten GeschĂ€fte und SupermĂ€rkte. Insgesamt gab es mehr als etwa 270 vorĂŒbergehende Festnahmen, die sich zumeist gegen MinderjĂ€hrige richteten. FĂŒnf Jugendliche kamen in Untersuchungshaft.

Die Inflationsrate liegt in Italien aktuell bei 4,2 Prozent. Viele ziehen Vergleiche zu den Unruhen in Frankreich. Nach offiziellen Angaben wurden in Mailand mindestens 14 SicherheitskrĂ€fte verletzt. Die dortige Staatsanwaltschaft sprach von einem Ausmaß "seltener Gewalt". Zur Zahl der verletzten Demonstranten gab es keine genauen Angaben. Der Schaden geht nach SchĂ€tzungen in die Millionenhöhe.

Parlamentswahl im nÀchsten Jahr

Meloni regiert in Rom seit vier Jahren mit einer Koalition aus drei rechten und konservativen Parteien. Im nĂ€chsten Jahr steht wieder eine Parlamentswahl an. Die Regierungschefin mit ihrer Partei Fratelli d'Italia (BrĂŒder Italiens) steht seit einiger Zeit durch eine neue, noch weiter rechts angesiedelte Partei namens Futuro Nazionale (Nationale Zukunft) unter Druck. Im linken Lager will die Vorsitzende der sozialdemokratischen Partei PD, Elly Schlein, gegen Meloni antreten.

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