Ukrainische Regierung stĂŒtzt Selenskyj
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 11:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAuĂenminister Andrij Sybiha schrieb am Abend auf der Plattform X, Selenskyj genieĂe die UnterstĂŒtzung des ukrainischen Volkes und dieses habe das Recht, selbst zu entscheiden. "ĂuĂerungen aus dem Ausland bestĂ€tigen nur, dass er seine Aufgabe gut erfĂŒllt. Er verdient UnterstĂŒtzung."
Russland beschoss die ukrainische Hauptstadt Kiew derweil auch am Abend. BĂŒrgermeister Vitali Klitschko schrieb auf der Plattform Telegram, es gebe bereits acht Verletzte, darunter eine 15-JĂ€hrige.
Trump hatte am Samstag einen neuen PrĂ€sidenten fĂŒr die Ukraine gefordert und behauptet, Selenskyj habe vielfach die Gelegenheit gehabt, den Ukraine-Krieg zu beenden, und sich dagegen entschieden. "Ich glaube, es ist an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen PrĂ€sidenten bekommt." Die Ukrainer sollten einen neuen AnfĂŒhrer suchen, der eine Vereinbarung zur Beendigung des Krieges schlieĂen könne. Denn trotz vieler Möglichkeiten habe Selenskyj das "aus irgendeinem Grund nie getan."
Begonnen wurde der Krieg aber nicht von der Ukraine, sondern von Russland, dass vor mehr als viereinhalb Jahren in das Nachbarland einmarschiert war. Kremlchef Wladimir Putin hat mehrfach Angebote fĂŒr einen bedingungslosen Waffenstillstand abgelehnt. Auch spĂ€tere diplomatische Initiativen verliefen im Sande.
Beendet Trump die Geheimdienstkooperation?
Derweil berichtete "Bild"-Reporter Paul Ronzheimer aus Kiew, die Berater von Selenskyj seien geschockt von den Nachrichten aus Washington, wonach Trump nach dem Diesel-Deal mit Putin nun einen neuen PrĂ€sidenten fĂŒr die Ukraine fordere. Ein enger Selenskyj-Berater habe ihm gesagt, ihnen sei klar gewesen, dass die Ukraine wĂ€hrend des Wahlkampfs fĂŒr die US-Zwischenwahlen im November wieder in den Fokus geraten wĂŒrden, berichtete Ronzheimer auf der Plattform X. Aber damit hĂ€tten sie nicht gerechnet. Die gröĂte Sorge sei, dass Trump tatsĂ€chlich die Geheimdienstkooperation beende.
Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Europaparlaments, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), schrieb auf X, wenn Trump Selenskyj zum RĂŒcktritt auffordere, stelle er sich unmissverstĂ€ndlich auf die Seite des Mörders. "Ăber die FĂŒhrung der Ukraine entscheiden alleine die Ukrainerinnen und Ukrainer in freien Wahlen, nicht das WeiĂe Haus und schon gar nicht der Kreml."
Wechsel an Staatsspitze wegen Krieg nicht möglich
Selenskyj hatte sich mehrfach zu direkten GesprÀchen mit Putin bereiterklÀrt, aber Einladungen nach Moskau kategorisch abgelehnt. Ein Wechsel an der Staatsspitze der Ukraine ist aktuell nicht möglich, da laut Verfassung eine Wahl zu Kriegszeiten ausgeschlossen ist.
Trump beschuldigte Selenskyj zudem, mit Angriffen auf den russischen Energiesektor zur Knappheit an Diesel beigetragen zu haben. "Er will unseren Landwirten und ViehzĂŒchtern Probleme mit Dieselkraftstoff bereiten, denn Russland liefert einen groĂen Teil des Dieselkraftstoffs weltweit", behauptete Trump. TatsĂ€chlich waren die Preise fĂŒr Rohöl und Diesel infolge des Iran-Krieges in die Höhe geschossen, den die USA und Israel im vergangenen Februar begonnen hatten.
Nach dem von Trump verkĂŒndeten Diesel-Deal mit Russland hatte Selenskyj empört reagiert. "Die Erlaubnis fĂŒr Russland, Erdölprodukte zu verkaufen, ist eine Investition in den Krieg (gegen die Ukraine), den man beenden und nicht verlĂ€ngern muss", schrieb er auf Telegram.

