Selenskyj verurteilt russische Attacke auf Journalisten
Veröffentlicht am: 26.08.2024 um 06:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(Neu: Weitere Details)
KIEW (dpa-AFX) - Nach dem tödlichen russischen Artilleriebeschuss eines Hotels mit auslĂ€ndischen Journalisten in der Ukraine hat PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj die Attacke scharf verurteilt. "Dies ist der tĂ€gliche russische Terror", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Die Welt mĂŒsse schnell und entschlossen handeln, um den Aggressor Russland zu stoppen. "Zeit bedeutet Verluste. Und je lĂ€nger wir warten mĂŒssen, desto mehr Schaden wird Russland anrichten können."
Bei dem Beschuss in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk war ein Hotel getroffen worden, in dem ein sechsköpfiges Team der Nachrichtenagentur Reuters ĂŒbernachtete. Ein britischer Sicherheitsberater der Journalisten wurde getötet, seine Leiche konnte erst Stunden spĂ€ter geborgen werden. Daneben wurden zwei weitere Journalisten verletzt, unter ihnen ist ein Deutscher.
Im Tagesverlauf starben in der ostukrainischen Stadt Sumy auĂerdem mindestens vier Menschen durch russischen Artilleriebeschuss. Weitere 13 Zivilisten wurden verletzt.
Selenskyj nahm diese Angriffe zum Anlass, die Weltgemeinschaft aufzurufen, mehr Druck auf den "terroristischen Staat" auszuĂŒben, der seit zweieinhalb Jahren einen zerstörerischen Angriffskrieg gegen die Ukraine fĂŒhrt. Neben der vollstĂ€ndigen Umsetzung der Sanktionen gegen Moskau forderte Selenskyj einmal mehr die Nutzung eingefrorenen russischen Geldes zugunsten seines Landes. Er erinnerte an einen Beschluss der sieben groĂen westlichen Industriestaaten (G7), der Ukraine einen Kredit von 50 Milliarden Dollar zu gewĂ€hren, der durch ZinsertrĂ€ge aus eingefrorenem russischen Vermögen abgesichert werden soll.
Ukraine beobachtet Truppenaufmarsch in Belarus
Die ukrainische Regierung bestĂ€tigte die vom Nachbarland Belarus vor einer Woche angekĂŒndigte TruppenverstĂ€rkung an der Grenze. Nach Angaben des AuĂenministeriums in Kiew wurden in der Region Gomel in Belarus neue Einheiten mit Panzern, Artillerie und Flugabwehr beobachtet. Daneben seien auch Söldner der ehemaligen russischen Wagner-Truppe erkannt worden.
Das ukrainische AuĂenministerium rief die Verantwortlichen in Minsk auf, "unter dem Druck Moskaus keine fĂŒr das eigene Land tragischen Fehler zu begehen" und die Truppen auf eine angemessene Entfernung von der gemeinsamen Grenze zurĂŒckzuziehen. Zugleich wurde in Kiew betont, man plane "keine wie auch immer gearteten feindlichen Aktionen" gegen das belarussische Volk.
Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte erst vor wenigen Tagen TruppenverstĂ€rkungen in Richtung der Grenze zur Ukraine angekĂŒndigt. Als Grund dafĂŒr nannte er starke Truppenansammlungen auf ukrainischer Seite. Dort habe die Ukraine bis zu 120.000 Soldaten stationiert, behauptete er.
Das mit Russland verbĂŒndete Nachbarland ist nicht aktiv am Krieg gegen die Ukraine beteiligt. Allerdings hat Lukaschenko im Februar 2022 den VorstoĂ russischer Truppen aus Belarus heraus in die Ukraine erlaubt. Nach schweren RĂŒckschlĂ€gen und Verlusten beim versuchten VorstoĂ gen Kiew mussten sich diese russischen Einheiten zurĂŒckziehen.
Lage an den Fronten der Ostukraine weiter angespannt
Im Osten der Ukraine dauern die schweren KĂ€mpfe rund um den Donbass unvermindert an. Einmal mehr waren es die Orte Pokrowsk und Torezk, gegen die russische Truppen wiederholt vorstieĂen. Zu der bereits angelaufenen Evakuierung der Zivilbevölkerung aus Pokrowsk gab es weiterhin keine konkreten Angaben.
Bei ihrem VorstoĂ in die westrussische Region Kursk erzielten die ukrainischen VerbĂ€nde nach eigener Darstellung weitere Erfolge. "Wir rĂŒcken in der Region Kursk weiter vor - bis zu drei Kilometer", sagte Selenskyj. Die ukrainischen Truppen hĂ€tten zwei weitere Siedlungen unter ihre Kontrolle gebracht und weitere Kriegsgefangene genommen.
